Eines vorneweg: Das Premieren-Publikum in der Turnhalle amüsierte sich köstlich ob der Darbietung der zwölf Darstellerinnen und Darsteller auf der Bühne. Im Lustspiel von Ulla Kling bekriegen sich die Nachbarinnen Heidi Müller (Doris Keller) und Anna Schmid (Denise Salathé) aufs Gröbste.

Beleidigungen, Verunglimpfungen und Schlagkraft – mit Teppichklopfer und Bratpfanne umgesetzt – sind an der Tagesordnung. Die Frauen beschimpfen sich mit «Schnepfe» und «Sauzwetschge», bleiben aber auf ihrer Seite des Gartenzauns. Grund für den erbitterten Streit: «Güggel Kolumbus». Dieser kräht pünktlich um Mitternacht.

Anna Schmid macht kein Auge zu, verklagt die Nachbarin wegen Ruhestörung.

Die Sache eskaliert, als Ehemann Xaver Schmid (Guido Limacher) bei Heidi Müller seine Omelette mit Konfitüre isst. Jetzt droht ihm die Scheidung.

Wort «Frau» als Stolperstein

Auch die älteren zwei Müller-Töchter Christa (Sonja Ciara) und Vroni (Evelin Keller) zerstreiten sich mit ihren Liebhabern. Herrlich, wie die Jüngste, Maria (Nadia Rohr), versucht, die Mutter und die Grossmutter (Esther Rauber) von den amourösen Verwicklungen ihrer Schwestern mit Polizist Thomas Würmli (Roger Baumberger) beziehungsweise Nachbarssohn Franz Schmid (Simon Fischt) zu berichten. Sie kommt nicht weit, Vroni und Christa fallen ihr immer wieder ins Wort. Schliesslich verliebt auch sie sich, und zwar in den gutaussehenden, gebildeten Tierpsychologen Markus Knöpfli (Roman Eichenberger).

Der Mann im rot-gelb-schwarz-karierten Anzug soll das Verhalten von «Güggel Kolumbus» überprüfen. Sehr zum Vergnügen der Gäste bringt er das Wort «Frau» nur in mehreren Anläufen und spuckend über die Lippen. Schliesslich ist er es, der herausfindet, weshalb «Kolumbus» um Mitternacht schreit. Bezirksrichterin Rita von Allmen (Doris Ammann) nimmt einen Augenschein vor Ort und trifft dort auf Polizist Philipp Ehrensperger (Marcel Schütz), der ihr Avancen macht.

Im Dunkeln gespielt

So viele Darstellerinnen und Darsteller standen gemäss Christian Meyer, Präsident der Theatergruppe Scherz, noch nie auf der Bühne. «Dies war eine echte Herausforderung», erklärte er nach der Premiere. Meyer amtete zum vierten Mal auch als Regisseur. Als solcher liess er die Protagonisten im Dunkeln spielen; ultra-violettes Licht hob die weissen Nachthemden hervor. Und was sagt der Regisseur zu den Darstellern nach der Premiere? Meyer: «Macht weiter so.»