Brugg

Gutscheine für 130 Kinder in Armut: Der «Städtische Weihnachtsbaum» sammelt wieder Geld

2018 wurde die Städtische Weihnachtsfeier von der Sekundarschule Freudenstein mitgestaltet.

2018 wurde die Städtische Weihnachtsfeier von der Sekundarschule Freudenstein mitgestaltet.

Letztes Jahr verteilte die traditionsreiche Wohltätigkeitseinrichtung in Brugg 17'250 Franken.

Alle Jahre wieder könnte man sagen: In den nächsten Tagen flattert in den Brugger Haushaltungen ein Spendenaufruf für die Sammlung «Städtischer Weihnachtsbaum» ins Haus. Dabei handelt es sich um eine über 100-jährige Wohltätigkeitseinrichtung für sozial benachteiligte Kinder in Brugg.

Die Aktion wird von einer ehrenamtlich arbeitenden Kommission geführt. Der reformierte Stadtpfarrer Rolf Zaugg ist seit drei Jahren deren Präsident.

Weihnachten bedeutet nicht automatisch für alle das Fest der Liebe, des Lichts, der Besinnlichkeit und der Geschenke. Von schönen Geschenken und besonderem Essen können selbst in der reichen Schweiz einige Erwachsene und Kinder nur träumen – auch in Brugg. Deshalb bemüht sich die Weihnachtsbaumkommission in der Adventszeit darum, möglichst viele Spenden zu sammeln.

Warengutscheine im Wert von 150 Franken pro Kind

«Der Städtische Weihnachtsbaum sammelt jeweils Gelder für Kinder aus Familien, die finanziell eher knapp ausgestattet sind», sagt Kommissionspräsident Rolf Zaugg. Pro Kind würden Warengutscheine im Wert von 150 Franken abgegeben. Der Betrag reduziere sich bei kinderreichen Familien. Ermittelt werden die anspruchsberechtigten Kinder aufgrund des Familieneinkommens.

Die entsprechenden Familien mit Wohnsitz in Brugg werden angeschrieben. «Unterstützungsberechtigt sind ausserdem Kinder, die ausserhalb von Brugg wohnen, aber hier zur Schule gehen, respektive in einer Brugger Einrichtung, beispielsweise dem Kinderheim, untergebracht sind», fährt Rolf Zaugg fort.

Nach der Sammlung im letzten Jahr konnte die Institution 17'250 Franken verteilen. Von diesem Gesamtbetrag kamen zirka 130 Kinder in den Genuss von Warengutscheinen. «Es gab in den vergangenen Jahren keine Kinder, die von uns her aus finanziellen Gründen nicht berücksichtigt werden konnten», antwortet Rolf Zaugg auf die Frage, ob es auch Kinder gab, die Anspruch gehabt hätten, aber nicht berücksichtigt werden konnten. In den letzten drei Jahren sind die Zahlen laut dem Präsidenten stabil gewesen.

Das war nicht immer so: Vor sechs Jahren waren es 80 Kinder, die im Rahmen der städtischen Weihnachtsaktion beschenkt wurden, im Dezember 2014 waren es bereits 100. Damals gab es für jedes anspruchsberechtigte Kind bis im Alter von 16 Jahren 200 Franken.

Die Wohltätigkeitsinstitution wird nicht nur von Spenderinnen und Spendern unterstützt, sondern auch von der Stadt Brugg, die für die Kosten der Städtischen Weihnachtsfeier aufkommt und die Arbeitskraft des Sozialdiensts zur Verfügung stellt. «Sogar der Weihnachtsbaum – um den es schliesslich geht! – wird uns von der Ortsbürgergemeinde gespendet.»

Die Schule Bodenacker gestaltet Weihnachtsfeier

Aus Zauggs Schilderungen wird deutlich: Ohne das wertvolle Engagement der reformierten und katholischen Kirche, vieler Gewerbetreibenden und des Gewerbeverbands würde es den Städtischen Weihnachtsbaum in der heutigen Form nicht geben.

Ausserdem kommen die Kollekten der Städtischen Weihnachtsfeier und der Seniorenweihnachtsfeier dem Städtischen Weihnachtsbaum zugute. «Darüber hinaus erhalten wir immer wieder Erlöse aus Sammlungen von Institutionen, wie etwa dem Jugendtreff Piccadilly, und von Privaten», hält Rolf Zaugg fest.

Derzeit decken die Spenden die anfallenden Ausgaben. «Die Gelder, die wir erhalten, kommen dank der gespendeten Verwaltungs- und Werbekosten zu 100 Prozent den Kindern sowie den Schülerinnen und Schülern von Brugg zugute», sagt der Präsident. Auch sei es toll, wie sich die Schulen bei der Gestaltung der jährlichen Feier engagieren.

Dieses Jahr wird die Feier vom Schulhaus Bodenacker mit vielen freiwillig engagierten Schülerinnen und Schülern und Lehrpersonen gestaltet. Zaugg stellt dankbar fest: «Hier wird ganz viel unbezahlte Arbeit geleistet und uns Arbeits- und Lebenszeit gespendet.»

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