Thalheim
Happy Obelix – mit Pfeil und Bogen auf Pirsch im Jurapark

Familienausflug ins Mittelalter: Bogenschiessen auf der Ruine Schenkenberg.

Irene Hung-König
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Bogenschütze Hans-Peter Ott weiss, wies geht: Er instruiert Leo beim Schiessen. Irene Hung-König

Bogenschütze Hans-Peter Ott weiss, wies geht: Er instruiert Leo beim Schiessen. Irene Hung-König

Das Blashorn ertönt. Ein Bogenschütze in mittelalterlichem Gewand erscheint zwischen den Mauern. Er begrüsst seine Gäste auf der Ruine – und in seiner Welt. Es ist Hans-Peter Ott, der den Umgang mit Pfeil und Bogen kennt. Früher und heute.

Von Thalheim waren die Familien hochgewandert zum alten Gemäuer. Treffpunkt war beim Dorfplatz. Gregor Lang vom Jurapark Aargau hatte dort die Familien empfangen und ihnen den regionalen Naturpark Jurapark vorgestellt. Anschliessend ging es auf die rund 45-minütige Wanderung zur Ruine hoch. Man spazierte an Einfamilienhaus-Quartieren und Rebbergen vorbei und schliesslich durch den Wald. Recht zügig sind die Kinder unterwegs, sie sammeln eifrig Feuerholz.

Bogenschiessen Bogenschiessen bei der Ruine Schenkenberg im Jurapark Aargau.
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Bogenschiessen Bogenschiessen bei der Ruine Schenkenberg im Jurapark Aargau.
Bogenschiessen Bogenschiessen bei der Ruine Schenkenberg im Jurapark Aargau.
Bogenschiessen Bogenschiessen bei der Ruine Schenkenberg im Jurapark Aargau.
Bogenschiessen Bogenschiessen bei der Ruine Schenkenberg im Jurapark Aargau.
Bogenschiessen Bogenschiessen bei der Ruine Schenkenberg im Jurapark Aargau.
Bogenschiessen Bogenschiessen bei der Ruine Schenkenberg im Jurapark Aargau.
Bogenschiessen Bogenschiessen bei der Ruine Schenkenberg im Jurapark Aargau.

Bogenschiessen Bogenschiessen bei der Ruine Schenkenberg im Jurapark Aargau.

Irene Hung-König

Hobby-Bogenschütze Hans-Peter Ott, der auch auf Schloss Hallwyl Kurse gibt, zeigt den Kursteilnehmern zunächst Pfeile mit unterschiedlichen Spitzen. «Mit diesem Pfeil wurden kleine Tiere gejagt», erklärt er und zeigt auf die Spitze, die aus einem Stück Geweih hergestellt wurde. «Wurden die Tiere damit getroffen, war dies wie ein Hammerschlag, der sie betäubte.» Auch die damals gefürchteten Brandpfeile zeigt er. «Die Schwierigkeit war, die Pfeilspitzen sollten noch brennen, wenn sie ankommen.»

Wie der Pfeil Tempo macht

Für die Kursteilnehmer hat Hans-Peter Ott Scheibenpfeile mitgenommen. «Wir probieren heute das traditionelle Bogenschiessen aus.» Ott steht hüftbreit hin, hält den Bogen in der linken Hand. «Rechtshänder halten den Bogen mit dem linken, ausgestreckten Arm. Mit Zeig-, Mittel- und Ringfinger wird die Bogensehne bis auf Höhe Mundwinkel gespannt und dann losgelassen. So erhalten die Pfeile ein gutes Tempo», erklärt er.

Zielübungen am Wildschwein

Die Kinder wagen den Versuch zuerst: Leo, Saskia, Romy, Yvie und Léonie spannen den Bogen und versuchen, das Ziel, ein Wildschwein, zu treffen. Hans-Peter Ott steht daneben, greift, wenn nötig, ein. Das Wildschwein beim Posten «Happy Obelix» hat einige Pfeile abbekommen. Gleich daneben versuchen sich die Erwachsenen im unbekannten Sport. Sie erhalten einen Sehnenschutz, falls der Bogen falsch gehalten und die empfindliche Unterarmstelle durch die Bogensehne getroffen wird. «Das Bogenschiessen vereint Spannung, Entspannung und Konzentration.» Für Hans-Peter Ott bedeutet der Sport auch Lebensschulung. Er zeigt auf die Zielscheibe, die mit Klebeband in vier Flächen unterteilt ist: «Wenn ich Punkt A nicht treffe, ist noch nicht alles verloren. Ich kann auf Plan B umstellen. So bleibe ich auch im Alltag flexibel.»

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