Schenkenbergertal

Hilfsmittel Youtube: Die Musikschule geht neue Wege für die Jugend

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Musikschulleiter Christoph Bolliger erzählt, wie sich die Musikschule in den 10 Jahren veränderte.

«Grundsätzlich verändert sich der Musikkonsum immer noch stetig», sagt Christoph Bolliger, Musikschulleiter der Musikschule Schenkenbergertal (mss). Diese feiert bald ihr 10-Jahre-Jubiläum. Bolliger war nicht von Anfang an dabei. «Ich kann mich jedoch noch gut an die Worte meines Vorgängers erinnern, der mich auf das Jubiläumsjahr 2016 hinwies», erzählt Bolliger. Er übernahm im Februar 2015 die Leitung der Musikschule. Laut ihm hat sich diese in den letzten 10 Jahren in vielen Bereichen entwickelt.

Youtube auch Hilfsmittel

Durch die Fusion der verschiedenen Musikschulen der Gemeinden Auenstein, Schinznach, Thalheim, Veltheim und Villnachern vor 10 Jahren, seien durch grössere Pensen die Anstellungsbedingungen für die Lehrpersonen interessanter geworden. Zudem ermögliche der Zusammenschluss musikalische Veranstaltungen über die Gemeindegrenzen hinaus. So auch bei der bevorstehenden Jubiläumsfeier, bei der Musikschüler aus allen Vertragsgemeinden mitwirken.

Die Musikschule will den Zeitgeist treffen. Deshalb werden Onlineportale wie Youtube auch im Unterricht eingesetzt, was laut Bolliger ein weiteres Hilfsmittel ist. Neben pädagogischen Fragen stehen aus diesem Grund oft auch aktuelle Themen wie Smartphones und Tablets für Musiker auf dem Programm der schulinternen Weiterbildungen für die Lehrpersonen. «Schliesslich möchten oder müssen wir am Puls der Zeit bleiben, um den Interessen unserer Musikschüler nachzukommen», sagt Bolliger. Seit 2012 führe die Musikschule Schenkenbergertal ausserdem den fakultativen, kantonalen Musik-Test mCheck sehr erfolgreich durch. «Die mss ist heute professioneller und strukturierter. Der Unterricht ist ebenfalls künstlerisch und pädagogisch kompetenter geworden», fasst Bolliger zusammen.

Aktuell zähle die Musikschule Schenkenbergertal zirka 300 Schülerinnen und Schüler, die von 17 Instrumentallehrpersonen unterrichtet werden. «Die Anmeldezahlen sind je nach Gemeinde sehr unterschiedlich. Teilweise können wir uns über eine sehr hohe Zahl an Anmeldungen freuen, in einigen Gemeinden würden wir uns jedoch noch höhere Schülerzahlen wünschen», sagt der Musikschulleiter. Auch bei den einzelnen Instrumenten variiere die Nachfrage stark. Spitzenreiter seien Klavier, Gitarre und Violine.

Grosse Jubiläumsfeier

Bei der Jubiläumsfeier unter dem Motto «Musik liegt in der Luft», erhofft sich der Musikschulleiter, die Kinder für die Musik begeistern zu können. «Für mich gibt es keine grössere Genugtuung als strahlende Kinderaugen», sagt Bolliger. In einem grossen Rahmenprogramm werde den Kindern sowie ihren Eltern und Geschwistern verschiedene Workshops geboten. Dabei werde spielerisch der Umgang mit der Musik gelernt – beispielsweise können die Besucher ihren eigenen Jubiläums-Notenschlüssel backen. So sollen Musikschüler gewonnen werden.

Auch die musikalische Bildung der Kinder soll gestärkt werden. «Das Erlernen eines Instruments ist eine langfristige Investition. Es stärkt die Ausdauer, die Selbstständigkeit und die soziale Interaktion», ist er überzeugt. Mit dem Finale, bei dem alle Musikschüler der mss mitwirken, werde das Jubiläum beschlossen. In Zukunft seien eine intensivere Zusammenarbeit mit den Volksschulen und Vereinen sowie viele Konzerte im Schenkenbergertal geplant. Ausserdem gebe es fehlende Angebote, wie beispielsweise den Unterricht für Erwachsene oder Kinder im Vorschulalter, die man ausbauen möchte. «Wir müssen auch Antworten auf die Frage suchen, welche Ansprüche die Generation von morgen an die Bildung stellt. Wir wollen neue Wege für die Jugend gehen», sagt Bolliger.

«Musik liegt in der Luft» kommenden Samstag, 22. Oktober, ab 15 Uhr in und um die Schulanlage Schinznach-Dorf.

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Autor

Timea Hunkeler

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