Hilfswerk sucht neuen Lagerraum

Auf den Fonds Marius Arsene mit Sitz in Windisch warten einige Herausforderungen in nächster Zeit.

Michael Hunziker
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Stefan Wagner (links) und Marius Arsene.

Stefan Wagner (links) und Marius Arsene.

Bild: dot/Archiv AZ

Die Armut ist weit verbreitet in Rumänien, die Arbeit wird dem Hilfsprojekt Fonds Marius Arsene nicht so schnell ausgehen. «Es wird weiterhin unser Ziel sein, Hilfe zu leisten, wo sie dringend nötig ist», sagt Stefan Wagner. Der langjährige Gemeindeschreiber in Windisch hat 2013 auf einen Hilferuf des Rumänen Marius Arsene reagiert und den Fonds, später den Verein gegründet.

Für diesen ist nun nach der ersten Amtsdauer eine neue Bewilligung und Registrierung zu beantragen. Neu eingesetzt werden müssen zudem die Vereinsorgane wie das Präsidium und das Sekretariat. Zu schaffen machen die Bürokratie und Vorschriften in Rumänien, stellt Wagner fest. Es wisse im Moment noch niemand, welche Papiere nötig sein werden und wo diese eingereicht werden müssen. Da werde viel Arbeit und ein Papierkrieg auf den Verein zukommen.

Die politische Situation in Rumänien bezeichnet Wagner als eines der grössten Probleme für das Hilfsprojekt. Nach der Wahl von Klaus Johannis zum Präsidenten werde die Entwicklung stark von den Parlamentswahlen im kommenden Herbst abhängig sei. Wenn es gelinge, die Partidul Social Democrat (PSD) zu schlagen, bestehe Hoffnung auf eine Besserung. Die Partei sah sich in letzter Zeit mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Johannis vordringliche Aufgabe werde es sein, Rumänien wieder zu einem Rechtsstaat zurückzuführen, sagt Wagner. Aber was während Jahrzehnten zerstört wurde, lasse sich nicht in einigen Tagen wieder aufbauen.

Materialannahme muss besser koordiniert werden

Auch in der Schweiz warten Herausforderungen auf den Verein. Der Lagerraum für die Hilfsgüter in Lupfig steht nicht mehr zur Verfügung, weil das Haus verkauft wird. Gesucht ist deshalb eine neue Räumlichkeit in der Region Brugg/Windisch. «Ein Lagerraum sollte rund 150 Quadratmeter Fläche bieten, ebenerdig zugänglich und trocken sein», führt Wagner aus. Die Miete, ergänzt er, müsste möglichst günstig sein, am besten koste der Raum gar nichts. «Vielleicht gibt es ja jemanden, der die Arbeit in Rumänien so unterstützen möchte. Angebote können gerne an mich gerichtet werden.»

Apropos Hilfsgüter: «Wir sind wirklich allen sehr dankbar, die uns Material zur Verfügung stellen», sagt Wagner. Allerdings hätten die Anfragen mittlerweile ein Ausmass angenommen, das nur noch schwierig zu steuern sei. Es gebe Material, das aufgrund des Zustands nicht verteilt, sondern entsorgt werden müsse. «Deshalb müssen wir die Annahme besser koordinieren, das Material sichten und klarer kommunizieren, was wir brauchen können und was nicht.» Es gelte überdies zu prüfen, ob bei Nichtmitgliedern künftig ein Unkostenbeitrag zu verlangen sei. Denn die Finanzierung sei eine Knacknuss.

Der Verein ist präsent am Vindonissa-Markt

Er sei immer wieder sehr berührt, wie viel Unterstützung das Projekt in Rumänien erhalte, betont Wagner. «Das ist für mich nicht selbstverständlich und dafür bin ich zutiefst dankbar», fährt er fort. «Neue Wege entstehen, indem man sie geht. So werden wir versuchen, die Arbeit, die Hilfe auszubauen, was aber stark von den zur Verfügung stehenden Mitteln abhängig ist.» Eine Idee sei, macht er ein Beispiel, ein Kinderlager durchzuführen in Zusammenarbeit mit dem Schuldirektor der Gemeinde Letca. «Im Moment fehlen jedoch die Mittel.»

Das Ziel sei es aus diesem Grund, die Anzahl Mitglieder in der Schweiz zu erhöhen, um mehr fixe Einnahmen zu generieren. Werbung für sich machen wird der Verein am kommenden Vindonissa-Markt diesen Samstag, 7. Dezember, im Dorfzentrum Windisch. Es besteht nicht nur die Gelegenheit, selbstgemachte Mailänderli zu kaufen, sondern auch, Marius Arsene und seine Frau Francesca persönlich kennen zu lernen und sich über die Situation und die Tätigkeit in Rumänien zu informieren. Es sei wichtig, sagt Wagner, den beiden weiterhin eine Perspektive zu geben, indem sie für das Hilfsprojekt arbeiten können und somit einen Lohn und eine Lebensgrundlage haben. Bei ihrem Aufenthalt in der Schweiz besuchen Marius Arsene und Francesca einen vom Berufs- und Weiterbildungszentrum BWZ Brugg offerierten Deutschkurs. Die beiden üben fleissig, so Wagner. Es sei unglaublich, was sie in wenigen Tagen gelernt hätten.