Brugger Fasnacht
Hugo Schmid hat das Konfetti vier Minuten zu früh gespalten

Zum 37. Mal hat die Konfettispalterzunft am Donnerstagabend die Brugger Fasnacht eröffnet. Im Rathaus übergab Stadtammann Daniel Moser den Schlüssel des Stadthauses bis Sonntag um Mitternacht in die Obhut von Zunftmeister Hugo Schmid.

Claudia Meier
Drucken
Stadtammann Dani Moser übergibt dem Zunftmeister ein Stück Käse
12 Bilder
S'Muusloch ist das Fasnachtsmotto
Einwohnerratspräsidentin Silvia Kistler bekommt eine Plakette
Die vier Gruftis-Weiber sind zum letzten Mal dabei
Die Brugger Hexengruppe in den Startlöchern
Opus C Voll aus Riniken
Hier leben die Konfettispalter bis Sonntagabend
Die Rrätz-Clique Brugg sorgt für Fasnachtsstimmung
Das Konfetti wartet auf die Spaltung
Bilder vom Fasnachtsauftakt in Brugg
Die Oberhexe liest den Bruggern die Leviten
In der Brugger Altstadt ist endlich wieder etwas los

Stadtammann Dani Moser übergibt dem Zunftmeister ein Stück Käse

Claudia Meier

Moser brachte aber auch noch ein Stück Käse mit. Getreu dem diesjährigen Fasnachtsmotto «s’Muusloch» müsse man unbedingt mit Käse die Mäuse aus dem Mausloch beim Brugger Bahnhof locken. Nur so habe es genügend Platz für die vielen Studierenden, die schon bald zum Campus unterwegs sein werden. Mit Vorteil lege man den Käse auf die Windischer Seite, denn sie könnten sicher noch ein paar Mäuse gebrauchen, sagte der Brugger Stadtammann in Anspielung auf die angespannte Finanzlage in der Nachbargemeinde.

Zum letzten Mal an der Brugger Fasnacht dabei sind die vier Gruftis-Weiber aus Windisch. Präsidentin Ursula Brogli verkündete, dass sie das Zepter an Claudio Stierli weitergibt. Auch die Aarefäger werden sich zur Krönung ihres 50. Geburtstag am Sonntag zum letzten Mal durch Bruggs Strassen fahren lassen.

Mit dem Laternenumzug durch die Brugger Altstadt zum Storchenturm liessen sich die ersten Fasnachtsliebhaber in die närrischen Tage einstimmen.

Nachdem die Brugger Hexengruppe das legendäre Holzkonfetti in den Farben des Brugger Wappens genau inspiziert hatte, schlug Zunftmeister Hugo Schmid mit der Axt zu. Nicht wie angekündet um 19.11 Uhr, sondern bereits um 19.07 Uhr spaltete er das Konfetti souverän, aber nicht auf den Millimeter genau. Ob das nun einen negativen Einfluss auf das Wetter am Fasnachtssonntag hat, wird sich weisen.

Ab einer Papierrolle las die Oberhexe mit ihrer Hexen-Entourage den Bruggern die Leviten. Die Hexe schonte niemanden, wie der folgende Auszug aus ihrer Rede zeigt:

Wieso heisst Brugg eigentli Brugg?
Hei jo, i dem Städtli luegt me nur zrugg.
A de Fasnacht het mer früener über d‘Häx no grichtet,
d’Zytig het dozmol über Brugg no brichtet.
De Stadtroot het regiert nach eigenem Wille,
aber das isch hüt no so, dänk ich im Stille.

Nicht fehlen durften ein Seitenhieb zur geplanten Asylunterkunft und zur Rettung der Neujahrsblätter.

Keis Asylanteheim im Jägerstübli, nieneds händ di arme Platz.
Im Garnisonsstädtli gäbs eh nur jede Tag Suppe mit Spatz.
Ächt Verfolgti sind willkomme und zwar vo allne Rasse,
aber die verlangti Disiplin wörd sicher nit allne passe.
Wer negativ uffallt, muess au net putze mit Wöscherli und Bäse,
die müend zur Stroof es Neujahrsblatt lese.

Personenunterführung oder Tropfsteinhöhle? Das Mausloch bietet viel Interpretationsspielraum und vielleicht bald touristisches Potenzial.

En Attraktion für Brugg-Tours mit ere steile Rampe,
beträte dörfsch das nur mit Helm und Taschelampe.
Es dunkels Loch, e steinigi Grotte, füecht und nass,
s’Wasser lauft vo de Decki, wenn das gsehsch wirsch grad blass.
Das isch kei Tropfsteihöhli i de Bärge, Dir isch nüt entgange,
so wärde in Brugg Reisendi am Bahnhof empfange!

Die Konfettispalter haben in den letzten Jahrzehnten ihr Fasnachtsangebot immer wieder den veränderten Bedürfnissen anpassen müssen.

De Pfarreiball isch scho lang Gschicht,
au en Koschpa-Ball isch nüme in Sicht.
Deför gits ufem Eisi en Wagenacht,
wo di Gfährt bestunne chasch in ganzer Pracht.
Jetzt tuen i zum Schluss no öppis gheims enthülle:
S’ nächscht Johr tüend mir de Campussaal mit Fasnächtler fülle!

Mit «Pfäfferchorn ond Häxechrut»-
Suppe stärkten sich die Besucher für die erste, lange Fasnachtsnacht.