Wahlen

Im Brugger Einwohnerrat gibt es Sitzverschiebung bei Mitte-Links-Parteien

Der Einwohnerrat in Brugg steht für die neue Amtsperiode fest.

Der Einwohnerrat in Brugg steht für die neue Amtsperiode fest.

SP und CVP gewinnen im Einwohnerrat Brugg je einen Sitz auf Kosten der Grünen und der EVP. Das bürgerliche Lager mit FDP und SVP hält unverändert 24 der 50 Sitze im Stadtparlament. Die Grünliberalen können die beiden Sitze halten.

Die grossen Überraschungen sind bei den Einwohnerratswahlen in der Stadt Brugg ausgeblieben. 87 Kandidaten aus sieben Parteien haben sich für die 50 Sitze in der Legislative beworben (die az berichtete). Das waren 23 Kandidaten weniger als vor vier Jahren.

Das bürgerliche Lager mit FDP und SVP kann unverändert 24 Sitze auf sich vereinen und stellt somit fast die Hälfte des Einwohnerrats. «Wir sind froh, mit 13 Sitzen nach wie vor die grösste Fraktion im Einwohnerrat zu stellen», sagt Reto Wettstein, FDP-Stadtpartei-Präsident und ab 2014 neuer Stadtrat. Die Partei habe im Vorfeld von 15 Sitzen – wie damals im Jahr 2005 – als sportliches Ziel gesprochen. «Das heutige Resultat ist keine Enttäuschung», betont Wettstein am Sonntagabend. Auch Thomas Wymann, Präsident der SVP Brugg, ist mit dem Ausgang der Einwohnerratswahlen sehr zufrieden.

Bald Familientreffen im Rat

Je einen Sitz zulegen konnten die SP und die CVP. «Wir hatten einen guten Kadidaten-Mix. Vom Grossrat über Politprofis bis zu jungen Vertretern war alles dabei», sagt Heini Kalt, Co-Präsident der Bezirks-SP. Geht man davon aus, dass der frisch gewählte SP-Stadtrat Willi Däpp seine Wahl im Einwohnerrat nicht annimmt, wird Nora Hunziker, Tochter von Vizeammann Andrea Metzler, mit Jahrgang 1992 in den Einwohnerrat nachrutschen. Ebenfalls neu im Stadtparlament ist Karin Schödler, Tochter der ehemaligen SP-Grossrätin und glanzvoll wiedergewählten Einwohnerrätin Rita Boeck.

Wird der Einwohnerrat so nicht zum Familientreffpunkt? Heini Kalt winkt ab. Er sass selber während mehr als einer Amtsperiode im Einwohnerrat, als sein Vater Stadtrat war. Das sei kein Problem gewesen. Dazu komme, dass die Verjüngung des Parlaments eher ein Vorteil für Brugg sei.

Die CVP verlor vor vier Jahren gleich drei Sitze im Einwohnerrat – einen davon nur ganz knapp. Nun geht es bei der Partei wieder aufwärts. Sie konnte von 6 auf 7 Sitze zulegen. Der designierte Einwohnerratspräsident und bestgewählte CVP-Einwohnerrat Jürg Baur zeigt sich hochbegeistert über den Sitzgewinn: «Ich bin sehr motiviert und fühle mich getragen von der Brugger Bevölkerung.» Der zusammen mit der CVP Windisch veranstaltete intensive Wahlkampf habe sich gelohnt, so Baur. Der CVP-Politiker Leo Geissmann wurde trotz Wahl in den Stadtrat am 22. September nicht von der Einwohnerratsliste gestrichen. Die Partei wollte auf Nummer sicher gehen, denn die Beschwerdefrist war zum Zeitpunkt des Anmeldeschlusses noch nicht abgelaufen.

Leo Geissmann wird die Wahl ins Stadtparlament wahrscheinlich nicht annehmen. Er überlässt den Sitz wohl einer seiner Zwillingstöchter. Julia und Barbara Geissmann sind auf dem ersten und zweiten Ersatzplatz gelandet.

Wahlverlierer ohne Zugpferd

Je einen Sitzverlust hinnehmen mussten die Grünen und die EVP. Bei den Grünen sind zwei Mitglieder nicht mehr zur Wiederwahl angetreten: Heidi Balmer und Christine Neff. Auch für den Stadtrat liess sich für den zurücktretenden Christoph Brun keinen Ersatz finden. Der Partei fehlte ein eigentliches Zugpferd. Auf dem Wahlplakat der Grünen kandidierte auch ein Parteiloser.

Die EVP musste zum dritten Mal in Folge einen Sitzverlust hinnehmen. 2005 hatte sie noch 5 Sitze, vier Jahre später 4 und gestern holte sie noch 3 Sitze. Doris Erhardt verdrängte den Bisherigen Christian Zumbrunnen aus dem Einwohnerrat.

Die Grünliberalen traten erst zum zweiten Mal an und konnten die beiden Sitze halten.

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