So etwas hat Rolf Krähenbühl, Inhaber der Drogerie im Brugger Neumarkt 1, in den letzten zehn Jahren noch nie erlebt. Und auch die Passanten staunten nicht schlecht, als sie am Dienstagnachmittag nach 13.20 Uhr von der Bahnhofsunterführung Richtung Neumarkt 1 unterwegs waren. Wenige Meter vor der Rolltreppe hatte es eine grosse Pfütze am Boden und es tropfte heftig von der Decke herunter.

Zudem lief in der Drogerie daneben das Wasser von der Decke der Wand und dem Schaufenster entlang herunter. Während die Angestellten dafür sorgten, dass die Ware auf den Regalen nicht nass wird und mit Frottiertüchern anmarschiert kamen, bot die Haustechnik für dieses «grosse Problem» per Telefon Hilfe auf.

Ein Beobachter sagte, zum Wasserschaden sei es im Zusammenhang mit der Bewässerung der Rabatte neben dem Neumarktbrunnen durch die Stadt Brugg gekommen. Tatsächlich war bei der Rabatte mit dem Baum hinter dem Brunnen gut erkennbar, dass sie soeben bewässert wurde.

Lochschlauch statt Rasensprenger

Die zuständige Immobilienverwalterin Privera teilt auf Nachfrage dieser Zeitung mit: «Durch das intensive Wässern der Rabatte neben dem Brunnen während zirka viereinhalb Stunden ist leider Wasser ins erste Untergeschoss des Neumarkts 1 gelaufen.» Sprecherin Katharina Bornhauser sagt, dieses Problem zeige sich «leider ein- bis zweimal pro Jahr, wenn die Stadt Brugg die Rabatten mehrere Stunden wässert».

In diesem Jahr ist laut der Privera-Sprecherin die Bewässerung angepasst und nur noch mittels Lochschlauch vorgenommen worden. Mit diesem Vorgehen erhofften sich die Beteiligten eine Verbesserung. Doch wie sich nun gezeigt hat, muss an einer neuen Lösung gearbeitet werden. Die Ursache werde zusammen mit der Stadt Brugg gesucht und das Problem gelöst, so Privera.

Stadtschreiber Yvonne Brescianini bestätigt zwar, dass durch längeres, jedoch sehr feines Wässern mittels Löchlischlauch Wasser ins erste Untergeschoss des Neumarkts gelaufen ist. Sie sagt aber, dass sich dieses Problem letztes Jahr zum ersten Mal gezeigt habe. Um das zu verhindern, habe die Stadt Brugg in diesem Jahr anstelle von Rasensprengern Löchlischläuche eingesetzt. Roger Brogli, dem Leiter Werkdienst, ist nur bekannt, dass es im letzten Jahr getropft habe. Schäden habe es seines Wissens damals keine gegeben.

Schaden noch nicht lokalisiert

Nach dem Abstellen des Öffnungsventils tropfte es am Dienstag im Untergeschoss nicht mehr. In der Drogerie ist ein Entfeuchter in Betrieb. Laut Stadtschreiber Brescianini waren am Mittwoch die Abklärungen der Ursache und die anschliessende Schadensbehebung noch im Gange. «Da der Schaden noch nicht lokalisiert werden konnte, konnte noch keine Schadensbehebung vorgenommen werden», so Brescianini weiter. Weil die Ursache nicht in der ausgebrachten Wassermenge liegen könne, müsse es sich um ein Leck in der unterirdischen Zuleitung nach dem Öffnungsventil handeln. «Wir suchen gemeinsam mit der Verwaltung Neumarkt und der IBB nach den Ursachen.»

Im Jahr 2016 nahm die Bauwerkeigentümerin des Neumarkts eine Sanierung des Bodens und der Abdichtungen vor, damit kein Wasser mehr ins Untergeschoss tropfen kann, und die Stadt Brugg ersetzte die Veloparkierung. Auf die Frage, wie es sonst mit dem Neumarktplatz weitergehen soll, sagt Brescianini: «Für die Sanierung des Neumarktplatzes und weitere Massnahmen wird das Gespräch mit allen Beteiligten gesucht.» Einen möglichen Umsetzungszeitpunkt kann die Stadt Brugg allerdings nicht nennen.