Brugg/Rottweil(D)

Im «Schweizer Lädele» ennet der Grenze wird die Schoggi teurer

Seit 1997 besteht dieses Ladenlokal am Schwarzen Tor in Rottweil (D).

Seit 1997 besteht dieses Ladenlokal am Schwarzen Tor in Rottweil (D).

Sabine Horn vom Schweizer Lädele in Bruggs Partnerstadt Rottweil (D) sagt, welche Auswirkungen der starke Franken hat.

Rottweil ist die älteste Stadt Baden-Württembergs und liegt auf halbem Weg zwischen Zürich und Stuttgart.

Die Städtepartnerschaft zwischen Brugg und Rottweil besteht seit 102 Jahren und gilt als eine der ältesten in Europa. Wer sich die Zeit nimmt, die herausgeputzte Altstadt kennen zu lernen, wird sicher nicht enttäuscht.

Ein besonderer Genuss ist es, am Samstagvormittag durch die Fussgängerzone zu schlendern und auf dem bunten Wochenmarkt einzukaufen. Das Schwarze Tor am Ende der Fussgängerzone ist ebenso dominant wie der Schwarze Turm in der Brugger Altstadt.

Doch zurück nach Deutschland: Seit 1997 gibt es am Schwarzen Tor – mit wunderbarer Aussicht über die Altstadt – das Schweizer Lädele. Mit viel Herzblut hat Sabine Horn diese kleine Schweizer Enklave 2006 übernommen.

Neben Schweizer Schokoladen und hochwertigem Kaffee entdecken die Kunden hier zudem Artikel, die man in der Schweiz gar nicht in einem gewöhnlichen Laden kaufen kann.

Die Rede ist von Gewürzmischungen, Bouillon, Suppen, Saucen, Desserts und Getränkepulver, die – oft via Kundenberater – im Direktversand den Kundinnen nach Hause geschickt werden. Wer seine Ware hier ohne Kundenberater beziehen will, bestellt im Internet oder sucht den Fabrikladen in der Innerschweiz auf.

Die Schweizer Gewürze gibt es in Rottweil bereits in zweiter Generation. «1968 wurde mit dem Oswald-Vertrieb begonnen», sagt Ladeninhaberin Sabine Horn. Zuvor habe sich das Geschäft an weniger zentraler Lage in einer Nebengasse befunden.

Während des Wochenmarkts am Samstag, der direkt vor dem Schweizer Lädele stattfindet, ist der Kundenansturm besonders gross.

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses Mitte Januar durch die Schweizerische Nationalbank hat auch Sabine Horn in Rottweil zu spüren bekommen. «Der starke Franken hat dazu geführt, dass wir im Schokoladesegment die Preise um zirka 15 Prozent erhöhen mussten», sagt die 49-Jährige.

Die Kunden hätten aber «vollstes Verständnis» für diese Massnahme und es gebe kaum einen, der sich durch den Preisanstieg von einem Kauf abhalten lasse.

Bisher keine Auswirkungen hatte der starke Franken auf die Bouillon-, Gewürz- und Saucendosen. «Die Firma Oswald versucht momentan noch, die Preise zu stützen, aber auch in diesem Bereich werden wir in nächster Zeit nicht um eine Preisanpassung herumkommen», räumt Horn ein.

Diese Produkte sind in Deutschland grundsätzlich günstiger als in der Schweiz. Bedeuten die Preiserhöhungen auch, dass im Schweizer Lädele gewisse Produkte ausverkauft oder neue ins Sortiment aufgenommen werden? Sabine Horn winkt ab: «Nein, das Sortiment wird sich Grossen und Ganzen überhaupt nicht verändern.»

Einzig im Schokoladebereich habe sie neu eine deutsche Manufaktur in ihr Sortiment aufgenommen. Das tönt nach einem cleveren Schachzug. Denn: «Preistechnisch ist das neue Produkt aus Deutschland eher teurer als die Schokolade aus der Schweiz, deshalb wird auch die Preiserhöhung im Schweizer Sortiment klaglos hingenommen», so Horn.

Ihre Kundschaft setzt sich übrigens hauptsächlich aus Stammkunden aus Rottweil und Umgebung zusammen. «Wir betreiben zudem einen deutschlandweiten Versand von Oswald-Produkten aus der Schweiz», fügt sie an.

Auch Schweizer Kunden seien häufig in ihrem Geschäft anzutreffen, sagt Horn. Mit ihrem Sortiment spreche sie sowohl Kinder an, die Schoggi-Geschenke kaufen wollen, wie auch Grossfamilien und Senioren.

Eine Entdeckungsreise in Bruggs Partnerstadt kann sich zudem ausserhalb der Schweizer Enklave lohnen. Morgen Montag findet beispielsweise der Benediktusmarkt statt.

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