Telefonkabinen sterben aus

Immer weniger Publifone in der Region

Ist die Telefonkabine beim Brugger Bahnhof schon bald Geschichte?ndö

Ist die Telefonkabine beim Brugger Bahnhof schon bald Geschichte?ndö

Der Bedarf an Telefonkabinen ist rapid gesunken, Schritt für Schritt werden die Telefonkabinen reduziert. Inzwischen gibt es auch in den Gemeinden Schinznach-Bad und Auenstein keine mehr.

Sie sind zweifellos vom Aussterben bedroht. Benutzt werden sie nur noch selten. Die Mobiltelefonie hat den Telefonkabinen den Rang abgelaufen. In der Region Brugg gibt es zurzeit noch 15 solcher Publifone, davon zählen 13 zur Grundversorgung. Insgesamt sind 3105 der total 4449 Telefonkabinen in der Schweiz Bestandteil der Grundversorgung, die durch die eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) festgelegt wird.

Im letzten Jahr gehörten noch 3307 der total 4850 Telefonkabinen zu dieser Grundversorgung. Die Anzahl nimmt also stetig ab. Auch im Bezirk Brugg wurden im letzten Jahr zwei Telefonkabinen abgebaut. Betroffen sind die Gemeinden Schinznach-Bad und Auenstein. Swisscom-Pressesprecherin Annina Merk betont: «Die Nutzung der Publifone nimmt als Folge der stetig zunehmenden Verbreitung der Handys weiter ab. Die Swisscom möchte das Geschäft mit den Telefonkabinen am geänderten Kundenbedürfnis ausrichten.»

Man suche daher den Dialog mit den Gemeinden, um dieses Ziel zu erreichen, so Merk weiter. Wenn also keine Nachfrage nach der Dienstleistung besteht, kann eine Schliessung umgesetzt werden, sofern die Gemeinden ihr Einverständnis geben und der Schliessungsantrag von der ComCom genehmigt wird. Annina Merk erwähnt zudem, dass Rentabilität oder Nutzungshäufigkeit alleine kein genügendes Kriterium ist, um eine Telefonkabine, die zur Grundversorgung gehört, zu schliessen. Verschiedene Kriterien wie auch Kosten oder topologische Gegebenheiten seien massgebend.

Die 15 Telefonkabinen im Bezirk Brugg gehören bis auf zwei alle zur vorgeschriebenen Grundversorgung. Die zwei zusätzlichen Telefonkabinen liegen in der Stadt Brugg. Von den 25 Gemeinden, die zum Bezirk gehören, besitzen nur noch neun eine oder mehrere Telefonkabinen. Noch bis Ende 2017 ist die Swisscom dazu verpflichtet, für die Grundversorgung auch Telefonkabinen zu betreiben. Annalise Eggimann, Vizedirektorin des Bundesamtes für Kommunikation erwähnte vor ein paar Wochen gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag», dass man wahrscheinlich den Vorschlag machen werde, ab 2018 auf Publifone zu verzichten. Es sieht also danach aus, als ob die Telefonkabinen schon bald Geschichte sein werden.

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