Mülligen
In Mülligen gibts Sirenengeheul um einen untreuen Ehemann

Die Theatergruppe des STV Mülligen zeigt mit «E gueti Fründin bruchsch» eine Komödie in drei Akten. Am Samstag, 30. November ist die mit Spannung erwartete Premiere.

Irene Hung-König
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Der neue Gast Bertrand (r.) plaudert mit Annabelle, was ihrem Freund Hardy (l.) missfällt. Irene Hung-König

Der neue Gast Bertrand (r.) plaudert mit Annabelle, was ihrem Freund Hardy (l.) missfällt. Irene Hung-König

Irene Hung-König

Monika Hutterli (Lucia Engler) sitzt heulend und schluchzend im Pub ihrer besten Freundin Carry (Daniela Renold). Der Grund: Ehemann Max (Peter Wüst) hat sie nach 22 Ehejahren verlassen und ist zu seiner um Jahre jüngeren Freundin Ophelia Bitterli gezogen. «Das ist bitter», bemerkt Carry. Um gleich die Vorzüge eines Singlelebens anzuzeigen: «Sei froh, dass du die Villa für dich alleine hast. Obwohl, hat er den Lölihund, der nie gehorcht, mitgenommen?» Monikas «Sirenengeheul» ertönt anstelle einer Antwort.

Im Dreiakter «E gueti Fründin bruchsch» von Claudia Gysel kümmern sich die drei besten Freundinnen Annabelle (Bea Bachofen), Elisabeth (Lillian Bracher) und Carry um die Sitzengelassene. Allen Charakteren ist aber ihr eigenes Liebesleben oder in Elisabeths Fall, die nicht vorhandene Beziehung wichtiger.

Monika liest Max die Leviten
5 Bilder
Moni mit Taschentuch und Carry
Alex wirft Max raus
Max jammert bei Hardy
Liz und die Damen

Monika liest Max die Leviten

Und die drei Damen verlieren sich teilweise darin, ihre Emotionen allen Gästen im Pub lautstark mitzuteilen. Monika fleht deshalb ein ums andere Mal: «Könnt ihr euch endlich um mein Problem kümmern?» Und dann sind da noch die Männer: Pub-Gast Alex (Alessandro Mazzei) versucht mit seinen Tipps, die Damen aufzuheitern, doch niemand will diese hören. Oder Bertrand (Steven Renold), der in Monika eine alte Schulfreundin erkennt.

Regisseur Herbert Bopp leitet die Geschicke der Theatergruppe seit 12 Jahren. «Das diesjährige Stück ist äusserst anspruchsvoll, von der Mimik und auch von der Gestik her.» Seit Mitte August proben die sieben Schauspielerinnen und Schauspieler sowie zwei Statisten zweimal wöchentlich. «Ich lege Wert darauf, dass der Text sitzt, sonst kann man nicht ‹theatern›», sagt Herbert Bopp, der selbst in 18 Theatern auf der Bühne stand.

«Das Ganze ist sehr zeitintensiv«

Die Mimik und Gestik haben die Frauen und Männer gut verinnerlicht: Lucia Engler nimmt man die leidende Ehefrau ebenso ab, wie die auf Teenie gestylte Elisabeth, die von ihren besten Freundinnen «Lise» gerufen wird, zwecks Männerfang aber auf «Liz» besteht.

Die quirlige und stehts gut gelaunte Annabelle ist kaum zu bremsen, hat sie doch mit ihrem Freund Hardy (Fabian Widmer) den Volltreffer gelandet: Sie lobt ihn in den höchsten Tönen als Gentleman und einen, der die indische Liebeskunst Kamasutra beherrscht. Hardy ist in Wirklichkeit mit der Energie seiner neuen Flamme aber völlig überfordert.

Für Alessandro Mazzei ist die erste Theatererfahrung eine spezielle: «Das Ganze ist sehr zeitintensiv, doch es hat sich gelohnt, allmählich spielt man sich hinein.» Das Schauspiel dürfe nicht zu gekünstelt sein, die gespielte Person Alex lebe vor allem durch die eigene Persönlichkeit. «Ich könnte mir gut vorstellen, weitere Stücke zu spielen. Das tut einem gut und ist eine tolle Abwechslung zum Berufsleben», sagt Mazzei.

Auch Regisseur Herbert Bopp ist mit der Hauptprobe zufrieden. Das Ensemble ist seinen Forderungen, deutlich zu sprechen und in Mimik und Gestik Vollgas zu geben, nachgekommen.

«E gueti Fründin bruchsch» wird am 30. November, 6. und 7. Dezember, jeweilen um 20 Uhr in der Turnhalle gespielt.

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