Schinznach-Bad

Interalloy platzt aus allen Nähten und plant einen Neubau

Regierungsrat Urs Hofmann lässt sich beim Unternehmensbesuch bei der Interalloy in Schinznach-Bad über die Neubau-Pläne ins Bild setzen.

Mit Flexibilität, Präzision, Know-how sowie motivierten, treuen Mitarbeitenden ist die Interalloy in ihrer Nische erfolgreich. So sehr, dass der spezialisierte Anbieter von Präzisionsrohren und Rohrfertigteilen am Hauptsitz in Schinznach-Bad aus allen Nähten platzt. «Es ist Zeit für Veränderungen», sagt Geschäftsleiter Carlo Ruffini.

Im Gebiet Industrie West in Lupfig plant das Unternehmen ein neues Gebäude, das – verläuft alles reibungslos – im Jahr 2020 bezogen werden kann. Schinznach-Bad zu verlassen falle zwar nicht leicht, aber am heutigen Standort seien keine Expansionsmöglichkeiten vorhanden, führt Ruffini aus. Mit 2200 Quadratmetern kann die Fläche im Neubau gegenüber heute mehr als verdoppelt werden. Weitere 2200 Quadratmeter stehen für Mieter zur Verfügung. Die Produktionsabläufe werden optimiert, die Effizienz gesteigert, fügt der Geschäftsleiter an. «Platzmässig haben wir dann paradiesische Zustände. Wir freuen uns darauf.» Vom Kanton erhofft er sich ein unkompliziertes und schnelles Bewilligungsverfahren.

Den Puls der Wirtschaft gefühlt

Bei der Präsentation der Pläne am Montagnachmittag haben Geschäftsleiter Ruffini sowie seine Stellvertreterin Corinne Frei und Verwaltungsratspräsident Christian Hartmann diesen Wunsch an der richtigen Adresse platzieren können. Im Rahmen eines Unternehmensbesuchs anwesend waren in ihren Räumlichkeiten Regierungsrat Urs Hofmann sowie Thomas Buchmann, Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit; Markus Rudin, Leiter Amt für Migration und Integration, sowie Annelise Alig Anderhalden, Leiterin Aargau Services Standortförderung. Weiter zu Gast waren Schinznach-Bads Vizeammann René Fiechter sowie Gemeinderätin Angela Lunginovic.

Mit dem Anlass, so das Ziel, wollten die Vertreter des Kantons die Interalloy sowie deren Entwicklungsperspektiven – wie ebenfalls die Sorgen und Nöte – kennenlernen und den Austausch pflegen. Regierungsrat Hofmann war sowohl bei der Firmenpräsentation als auch bei der Diskussion und beim Rundgang mit dem Abschluss bei Kaffee und Rüeblitorte ein interessierter und offener Zuhörer. Der Kanton sei froh um Firmen, die stabile Arbeitsplätze schaffen, wolle eine Unterstützung sein, ein unkomplizierter Ansprechpartner, betonte Hofmann.

Wachstumspotenzial im Export

Geschäftsleiter Ruffini wies darauf hin, dass die Schweizer KMU zwei Drittel der Arbeitsplätze stellen und bedeutend zum Wirtschaftswachstum und zum nationalen Wohlstand beitragen. Eine Überreglementierung gelte es zu vermeiden. Als ehemaliger Maschinenmechaniker pflege er einen praxisorientierten Führungsstil, lege Wert auf Vertrauen und Selbstverantwortung, flache Hierarchien und Entscheidungsfreiheit, auf eine kollegiale und respektvolle Zusammenarbeit.

Bei der Interalloy sind Menschen aus verschiedensten Kulturen tätig, zeigte Ruffini auf. Diese seien präzis, zuverlässig und kollegial, «daraus entsteht eine positive Interalloy-Kultur». Selbst als nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses – dieser habe starke Auswirkungen gehabt, der Druck sei gross gewesen – die Arbeitszeit erhöht werden musste, hätten sich die Mitarbeitenden solidarisch gezeigt, hätten mitgezogen, so der Geschäftsleiter.

Die Interalloy AG zählt rund 700 aktive Kunden. Etwa zwei Drittel des Umsatzes werden in der Schweiz erzielt. Beim Export bestehe Wachstumspotenzial, hielt Ruffini fest. Durch den Standort in Österreich könnten nun schneller Kontakte geknüpft werden zu Kunden im EU-Raum.

Mitarbeiterzahl gewachsen

Die Interalloy in Schinznach-Bad ist ein spezialisierter Anbieter von Präzisionsrohren und Rohrfertigteilen für verschiedene Sonderanwendungen – unter anderem für Kunden aus der Mess-, und Regeltechnik, aus der Medizintechnik, aus der Antriebs- und Automatisierungstechnik, aus der Lebensmittel- und Biotechnologie, aus der Feinmechanik und Elektronik. Die Firma ist international tätig und verfügt über Standorte in Schinznach-Bad sowie – seit 2015 – in Hörbranz in Österreich.

Die Gründung erfolgte 1985 in Lupfig als Spezialist für die Lagerhaltung rostfreier Stahlrohre. 2002 fand der Umzug nach Schinznach-Bad statt mit der Inbetriebnahme der neuen Fertigungs- und Lagerräumlichkeiten. Ein Meilenstein war 2012 die Beschaffung des Drehzentrums für die Bearbeitung von dünnwandigen Rohren. In den über 30 Jahren ist der Personalbestand kontinuierlich gewachsen. Heute beschäftigt die Interalloy 35 Mitarbeitende mit 12 Nationalitäten.

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