Brugg

Jugendfest(t)raum statt Jugendfestrede: Schriftsteller Urs Augstburger springt in die Bresche

Schriftsteller Urs Augstburger ist in Brugg geboren.

Schriftsteller Urs Augstburger ist in Brugg geboren.

Der Rutenzug ist die mit Abstand wichtigste Veranstaltung im Jahreskalender der Prophetenstadt. Nie sind die Brugger so stolz auf ihr Städtchen wie in der Jugendfest-Zeit. Kein Wunder war die Enttäuschung Ende April in der Bevölkerung sowie unter den Heimweh-Bruggern überaus gross, als der Stadtrat die Absage des diesjährigen Jugendfestes aufgrund der Covid-19-Pandemie bekannt gab. Ein Alternativprogramm war nicht vorgesehen.

Umso mehr freut sich nun die Exekutive, dass der designierte diesjährige Jugendfestredner, der in Brugg geborene Schriftsteller Urs Augstburger, die Bruggerinnen und Brugger trotz dieser Absage von ihrem Fest träumen lassen will, heisst es in einer am Donnerstagnachmittag verschickten Mitteilung des Stadtrats. «In Texten, Bildern und Ton wird er die Geschichte eines Jugendfestes, das nie stattfand und doch allgegenwärtig ist, erzählen», schreibt die Behörde. Einbetten werde der 55-Jährige seine Geschichte in eine Galerie der Jugendfestträume, die er zusammen mit seinen Brugger Künstlerfreunden im Salzhaus gestalten wird.

Im Jahr 2012 veröffentlichte Augstburger seinen Jugendfestroman «Als der Regen kam». Der Roman handelt von Helen, die an Alzheimer erkrankt ist. Doch an dem Tag, an dem das jährlich stattfindende Jugendfest beginnt, bricht sie plötzlich aus ihrer Isolation aus. Die­- sen Herbst wird Augstburgers zehnter Roman, «Das Dorf der Nichtschwimmer», erscheinen. Beim Schweizer Radio und Fernsehen ist er zudem verantwortlich für Koproduktionen im Dokumentarfilmbereich. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Ennetbaden.

Die vorhandenen Projektideen als Alternative zum Brugger Jugendfest werden in den nächsten Wochen konkretisiert. Weitere Informationen sollen laut Stadtrat Mitte Juni folgen.

Meistgesehen

Artboard 1