Brugg

Kaiser Nero besucht am Sonntag zum letzten Mal das Vindonissa-Museum

Kaiser Nero (David Bröckelmann) besucht am Sonntag um 11 Uhr zum letzten Mal das Vindonissa- Museum in Brugg. MA

Kaiser Nero (David Bröckelmann) besucht am Sonntag um 11 Uhr zum letzten Mal das Vindonissa- Museum in Brugg. MA

Die Integration des Vindonissa-Museums ins Museum Aargau ist erfolgreich abgeschlossen.

Das Museum Aargau wächst weiter. Im Januar 2017 ist das Vindonissa-Museum in Brugg als siebter Standort zur Gruppe Museum Aargau gestossen. Mit der Bildung der neuen Dachmarke «Römerlager Vindonissa» wurde die Vermittlung von Archäologie und Geschichte von Vindonissa organisatorisch gebündelt. Bisher hatte das Vindonissa-Museum zur Kantonsarchäologie gehört.

Georg Matter, Leiter der Kantonsarchäologie, beurteilt die Integration positiv: «Das Museum wurde personell und organisatorisch neu aufgestellt und es konnten viele Neuerungen umgesetzt werden.» Die direkte Zusammenarbeit zwischen Archäologie und Museum sei nach wie vor eng und entwickle sich positiv. Auch Rahel Göldi, Leiterin Römerlager Vindonissa, bestätigt die erfolgreiche Integration: «Die vielen externen Schnittstellen waren eine besondere Herausforderung. Wir wurden aber von allen Partnern offen empfangen und tatkräftig unterstützt.»

Besuchermagnet Legionärspfad

Mit der Bildung der Dachmarke «Römerlager Vindonissa» verfolgt das Museum Aargau ein ehrgeiziges Ziel: Das Römerlager Vindonissa soll schweizweit als führender Ausflugsort der römischen Archäologie und Geschichte mit Schwerpunkt römisches Militär positioniert werden. Wie soll das geschehen? «Indem wir die Potenziale der neuen Verbindung von Vindonissa-Museum und Legionärspfad ausschöpfen», erklärt Rahel Göldi. «Durch die Verbindung der originalen Schauplätze im Legionslager mit den herausragenden Originalfunden im Vindonissa-Museum kann die Attraktivität für den Besucher gesteigert werden.» Eine weitere Stärke liege in den Synergien innerhalb des Museum Aargau, mit der Kantonsarchäologie Aargau sowie der Vindonissa- Professur der Universität Basel.

Die neue Marke innerhalb des Museum Aargau wurde im Rahmen einer Unternehmensstrategie 2016 entwickelt.

Der Legionärspfad erwies sich bisher schon als Erfolgsgeschichte: Im vergangenen Jahr tauchten 42'000 Besucherinnen und Besucher in das Leben der römische Legionäre in Vindonissa ein, 4000 liessen es sich nicht nehmen, auch gleich in den einfachen Unterkünften nach Legionärsart im ehemaligen Militärlager zu übernachten.

Diese Zahlen werden dieses Jahr noch übertroffen. Bis Ende Oktober zählte das Römerlager bereits über 51 000 Besucher; davon waren 44'300 auf dem Legionärspfad unterwegs.

Der Legionärspfad wurde 2009 eröffnet, das Wissen aus den 1000 archäologischen Grabungen auf dem Platz Vindonissa bildet die Grundlage für die Vermittlungsangebote im Römer-Erlebnispark. Auf Themen- und Spieltouren wandeln Familien, Schulklassen und Gruppen auf den Spuren der ehemaligen Legionäre, das antike Vindonissa wird zum interaktiven Erlebnis. In der Schweiz einzigartig ist die römische Übernachtung in den Contubernia, einer originalgetreu nachgebauten Mannschaftsunterkunft.

Finissage mit Kaiser Nero

Das Vindonissa-Museum wurde 1912 gegründet. Es präsentiert Fundstücke aus den über 1000 archäologischen Grabungen und 100 Jahren systematischer Erforschung des ehemaligen Legionslagers Vindonissa. Als einziges Museum der Schweiz zeigt es ausschliesslich die Geschichte des römischen Militärs im ersten Jahrhundert nach Christus. Die Liegenschaft, in der das Museum untergebracht ist, gehört weiterhin der Gesellschaft Pro Vindonissa.

Am 12. November schliesst die Ausstellung «Kampf um Neros Erbe – Die Helvetier zwischen den Fronten» im Vindonissa-Museum ihre Pforten. Nach fast einem Jahr Laufzeit können die Besucherinnen und Besucher ein letztes Mal an einer öffentlichen Führung teilnehmen; Nero, dargestellt vom Schauspieler David Bröckelmann, wird sich die Ehre geben und höchstpersönlich auftreten und einen Teil seines Goldschatzes unter die Besucher verteilen.

Vindonissa-Museum Brugg: Finissage der Ausstellung «Kampf um Neros Erbe – Kampf zwischen den Fronten» (mit David Bröckelmann). Sonntag, 11 Uhr. Eintritt frei.

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