Brugg/Umiken

«Katastrophale Abfallsituation»: Immer wieder quillt der Kübel im Quartier über

So kann sich die Situation präsentieren beim Abfallbehälter in Umiken.

So kann sich die Situation präsentieren beim Abfallbehälter in Umiken.

Ein Mann aus Umiken spricht von einer katastrophaler Abfallsituation und fragt sich, ob alle Brugger gleich viel wert sind.

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen: Die Menschen zieht es nach draussen – Coronakrise hin oder her. Auch Andreas Zimmermann, der seit über fünf Jahren in Umiken wohnt, geht gerne und häufig im angrenzenden Wald und am Aarekanal spazieren.

Bei schönem Wetter, hält er fest, wird die Wiese der früheren Umiker Badi gerne zum Spielen oder für andere Freizeitaktivitäten genutzt. Er persönlich begrüsse das sehr, denn es gebe kaum Sinnvolleres, als sich an der frischen Luft zu bewegen oder auch gemütlich zu picknicken – «wenn die derzeitigen Abstandsregeln nicht dagegen sprechen». Ihren Abfall nimmt die überwiegende Anzahl der Jugendlichen oder Familien mit, schildert Zimmermann seine Erfahrungen, «im Wissen, dass auf der Umiker Seite der Brücke ein Abfallbehälter steht».

Das Problem: Der Kübel der Stadt Brugg ist laut Zimmermann so klein dimensioniert, dass er bereits an einem schönen Wochenendtag überquillt. Was dazu führt, dass der Abfall neben dem gefüllten Behälter deponiert wird. Marder, Füchse, Katzen oder Raben aber reissen selbst zugebundene Säcke auf und verteilen den Abfall.

Vorschnell ärgert man sich über die Falschen

Nach Aussage von Brugger Mitbürgern, fährt Zimmermann fort, wird der Abfall im Schachen offenbar sogar sonntags von Mitarbeitern der Stadt ­beseitigt. An der Umiker Brücke dagegen werde das als nicht für nötig befunden. Unabhängig vom Wetter werde erst am Montagmorgen alles in Ordnung gebracht. Zimmermann und andere Bewohner des Quartiers am Rossberg fragen sich deshalb: «Warum stellt die Stadt Brugg einen Abfallbehälter an die Umiker Brücke, der so klein ist, dass gar keine Chance besteht, dass dessen Volumen für den anfallenden Abfall bei schönem Wetter ausreicht? Sind der Stadtverwaltung wirklich alle Brugger gleich viel wert, wenn an einigen Standorten nicht nur mehr Abfallbehälter stehen, sondern der Abfall auch öfter beseitigt wird, wie an anderen? Bezahlen wir Umiker nicht auch Steuern nach Brugg?»

Kurz: Es sei für viele Anwohner des Quartiers sowie für Menschen, die diesen Naherholungsraum nutzen, ein wiederkehrendes Ärgernis, wenn im Sommer an jedem schönen Wochenende eine so katastrophale Abfallsituation herrsche, so Zimmermann. Da sei man dann vorschnell geneigt, sich über die Abfallverursacher zu ärgern – und ärgere sich über die Falschen. Denn schuld seien nicht diejenigen, die alles korrekt entsorgen möchten, oder die Gemeindearbeiter, die ihren Auftrag korrekt erfüllen. Verantwortlich sei die Stadt, weil zu wenig oder zu kleine Kübel vorhanden seien und weil zu wenig aufgeräumt werde.

Werkdienst wird weitere Behälter installieren

Der Werkdienst der Stadt Brugg ist sich der Problematik bewusst, die vor allem bei schönem Wetter und an den Wochenenden auftritt, heisst es auf Nachfrage. Die Situation sei auch an anderen neuralgischen Orten bekannt, beispielsweise im Geissenschachen. Die Abfallbehälter in Umiken wie auch im Geissenschachen werden gemäss Werkdienst viermal pro Woche geleert: montags, dienstags, donnerstags und freitags. «Alle Brugger werden gleich behandelt und niemand beziehungsweise kein Stadtteil wird bevorzugt oder benachteiligt.»

Generell, stellt der Werkdienst fest, seien die öffent­lichen Abfallbehälter nicht zu klein und bei normalen Verhältnissen absolut ausreichend. Trotzdem aber werde gehandelt: Der Werkdienst installiere bei nächster Gelegenheit einen weiteren Abfallbehälter mit einem Volumen von 110 Litern neben dem Bänkli bei der Brücke zum Umiker Schachen.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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