Brugg/Windisch

Kein Wartehäuschen: Beim Busterminal ist frieren angesagt

Der Busterminal Bahnhof: Ein Wartehäuschen gegen die Kälte gibt es hier nicht.

Der Busterminal Bahnhof: Ein Wartehäuschen gegen die Kälte gibt es hier nicht.

Das Dach bietet zwar Schutz vor Witterung, aber nicht vor Kälte – Besserung ist nicht in Sicht. Weder Postauto Schweiz, die SBB oder die Stadt Brugg sehen eine Notwendigkeit für ein Wartehäuschen.

Es gibt zurzeit Angenehmeres, als beim neuen Terminal auf den Bus zu warten. Weil es kein Wartehäuschen gibt, bleibt den Passagieren nichts anderes übrig, als in der Kälte zu stehen. Vor Witterung, also Schnee und Regen, bietet zwar das Dach Schutz, nicht aber vor den Temperaturen. Ausser ein Chauffeur erbarmt sich und öffnet den geheizten Bus etwas früher.

Die Fahrer erzählen, dass sich der eine oder andere Passagier ein Wartehäuschen wünscht. Und eine Umfrage vor Ort unter den Wartenden zeigt: Ein Wartehäuschen wäre keine schlechte Idee. Eine junge Passagierin meint: «In Baden gehe ich immer in den Raum, wenn es so kalt ist wie jetzt. Das ist schon toll.» Ein älterer Mann sagt: «Wenn der Wind kommt, zieht es hier grausam. Es wäre super, wenn man irgendwo reingehen könnte zum Warten.»

Dass ein Wartehäuschen ein Bedürfnis ist, hört Postauto Schweiz zum ersten Mal. Es seien noch keine negativen Rückmeldungen wegen fehlender Wartehäuschen eingegangen, heisst es von der Medienstelle. «Wir haben aber einige positive Rückmeldungen zum neuen Dach des Busterminals beziehungsweise zum gelungenen, schönen und zweckmässigen Bau erhalten», sagt Mediensprecher Urs Bloch.

Er verweist darauf, dass «das Perrondach aus einer Stahl- und Holzkonstruktion für den Witterungsschutz sorgt». Auch bei der Planung des Baus spielte ein Wartehäuschen «kaum eine Rolle», wie es seitens Postauto Schweiz heisst. Der Grund dafür: «Es ist eine Frage von Kosten, Nutzen und verfügbarem Platz», sagt Mediensprecherin Katharina Merkle und ergänzt: «Unsere Erfahrung zeigt: Die ungeheizten Wartehäuschen können zwar an eisigen Wintertagen einen gewissen Schutz bieten, werden aber übers Jahr von den Fahrgästen nur wenig genutzt.»

Gleich wie in Aarau und Zofingen

Die Bauherrschaft für das Busterminal beim Bahnhof Brugg auf Windischer Seite lag bei der SBB, dem Kanton Aargau sowie der Stadt Brugg. Die SBB will sich zum Thema nicht äussern und verweist an die Stadt Brugg. Dort heisst es, dass das Projekt Busterminal abgeschlossen sei und es keine weitere Planung gibt. «Der Terminal wurde bewusst als offene, überdachte Fläche konzipiert», sagt Armin Leupp, Leiter Planung und Bau der Stadt Brugg. «Unsere Erfahrungen mit dem neuen Terminal sind positiv.»

Trösten können sich die Passagiere aus dem Raum Brugg mit der Tatsache, dass auch die Zofinger und Aarauer bei ihren neuen Busbahnhöfen frieren müssen. «Brugg ist ja vergleichbar mit den neuen überdachten Busterminals bei den Bahnhöfen Aarau und Zofingen, die ebenfalls ohne zusätzliches Wartehäuschen auskommen», sagt Merkle. Eine Ausnahme gibt es: In Baden steht den wartenden Passagieren ein Wartehäuschen zur Verfügung.

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