Pizza-Tour
Kennt jemand das Valsugana?

Wenn man das Etschtal hinunterfährt, kann man in Trento links ins Valsugana hochfahren. Ein liebliches Hochtal, ähnlich wie das Goms, nur schöner und länger. Ein Paradies für Wanderer und Radfahrer. Uns hat es begeistert.

Martin Gysi
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Valsugana

Valsugana

Martin Gysi

Samstag, 21. April: Gestern Freitag haben wir in Trento einen Ruhetag eingelegt. Auch beim Blog-Schreiben. Heute Morgen verlassen wir das spektakuläre Studio hoch über den Dächern der Altstadt mit etwas Wehmut. So wie hier in der Dependance des Hotels America wird man selten untergebracht.

Los geht es für einmal nicht im Velosattel sondern im bequemen Zugsabteil. Auf mehrfachen Rat meiner Tourenradfahrer-Kollegen vom Radforum schenken wir uns den im dichten Verkehr kaum mit dem Velo befahrbaren Aufstieg.

Aber dann. Der Radweg der Brenta entlang ist zwar sportlich keine Herausforderung, aber sonst in jeder Beziehung ein Genuss. Eine reizvolle Landschaft vor schneebedeckten Ausläufern der Dolomiten, malerische Dörfer, spektakuläre Burgen, ein gut ausgeschilderter Radweg abseits der Autostrassen mit zahlreichen malerisch angelegten Picknickplätzen. Das sollte man unbedingt mal erleben!

Auf den Spuren der Römer

Der Brenta-Radweg geht weiter bis nach Bassano del Grappa. Da wir die hübsche Voralpenstadt bereits bei einer Velotour durch Norditalien bewundert haben, folgen wir weiter der Via Claudia Augusta und fahren von Primelano aus nach Arsie hoch und weiter nach Feltre. Die Via Claudia Augusta ist eine alte römische Strassenverbindung die von Donauwörth über Innsbruck über den Reschenpass, das Etschtal hinunter und über das Valsugana nach Venedig führt. Diese Römerstrasse ist in den letzten Jahren als Radweg wiederbelebt worden und vor allem bei den deutschen Tourenfahrern sehr populär.

Die Tourdaten von heute: Pergine Valsugana - Feltre: 86 km, 496 Hm.

Eigenämter trifft man überall

Zurück zu unserem gestrigen Ruhetag. So ruhig war der gar nicht. Nach einem ausgedehnten Besuch des wirklich sehenswerten Schlosses Buonconsiglio - wir sind allerdings nicht die ersten Eigenämter im Schloss, die Habsburger waren schon Jahrhunderte vor uns dort - will ich am Nachmittag meine «Unterhaltungselektronik» aktualisieren. Dabei erfährt die «Codice Fiscale-Geschichte» eine unrühmliche Fortsetzung:

Ich hatte ja im Meraner Tim-Shop nicht nur Handy-Sim-Karten, sondern auch einen «Chiavetta», einen Internet-USB-Stick erstanden. Die Installation sei ganz einfach, wurde mir in Meran beschieden. Denkste. Nach einer Stunde erfolglosen Übens gebe ich es auf, packe meinen Notebook und den Chiavetta unter den Arm und mache mich auf zum nächsten Tim-Shop.

Der Chiavetta sei in Ordnung, es müsse an der Installation liegen - wird mir von einer weder sympathischen noch diensteifrigen Dame beschieden. Sie verweist mich an den zweiten Tim-Shop beim Dom-Platz. Dort ist Diagnose identisch, nur der Therapievorschlag ein anderer: Ich solle mich an einen PC-Helpdienst wenden, der wieder an einem anderen Ende der Altstadt liegt. Nach einer kurzen Analyse der überraschende Befund: «Es muss an der Installation liegen! Können Sie den PC bis morgen hier lassen?» Kann ich natürlich nicht, wir wollen ja weiter. Was nun? Der PC-Doktor bemüht sich nochmals und empfiehlt schliesslich, den Chiavetta gegen ein anderes Modell auszutauschen, da der PC diesen Typ offenbar nicht erkenne.

Eile mit Weile mit Tim

Zurück zu Tim-Shop Nr. 1.: «Nein, wir können den Stick nicht wechseln, da er nicht hier gekauft wurde, Sie müssen damit nach Meran zurück!» Hä? «Aber das hier ist doch auch ein Tim-Shop?» «Schon, aber wir arbeiten unabhängig!» Anzumerken wäre an dieser Stelle, dass Tim (Telecom Italia Mobile) ein Pendant zur Swisscom ist, es handelt sich ebenfalls um die staatliche Telefongesellschaft. Die Worte werden lauter. Schliesslich ziehe ich frustriert und türknallend von dannen, resp. weiter zum Tim-Shop am Domplatz, da mir das dortige Personal kompetenter erscheint. Tatsächlich, nach etwas gutem Zureden nimmt sich ein netter junger Mann der Sache an und hat das Problem nach fünf Minuten gelöst - es war eine Sicherheitseinstellung am PC!

Fazit nach zwei Stunden Fussmarsch kreuz und quer durch Trento: Geh zu Tim, dann lernst du Städte kennen!

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