Hausen

Künftig sollen Autos über Veloweg rollen – ein Anwohner warnt vor den Gefahren

Auf der Höhe der Gärtnerei Winkenbach ist die Öffnung der Büntefeldstrasse vorgesehen.

Auf der Höhe der Gärtnerei Winkenbach ist die Öffnung der Büntefeldstrasse vorgesehen.

Der Gemeinderat Hausen plant, die Büntefeldstrasse für den motorisierten Verkehr zu öffnen. Das kommt nicht überall gut an.

Der Gemeinderat Hausen will ein neues Verkehrsregime einführen auf der Büntefeldstrasse. Diese dient heute als Veloweg. Konkret vorgesehen ist eine Öffnung für den motorisierten Verkehr auf der Höhe der Gärtnerei Winkenbach in Fahrtrichtung Windisch bis zur Einmündung in die Umfahrungsstrasse – zeitlich beschränkt von Montag bis Freitag, 6 bis 18 Uhr. Gleichzeitig wird Tempo 30 signalisiert.

Mit dieser Massnahme, hält der Gemeinderat in einem Schreiben an die Anwohner fest, soll das Dorfzentrum entlastet und die Verkehrssicherheit insgesamt erhöht werden. Erwartet werden bis zu 150 Fahrten pro Tag, ein grosser Teil in den Morgenstunden von der Firma Rohr AG.

Das geplante Verkehrsregime sei mit Verkehrsfachleuten abgeklärt, mit den kantonalen Fachstellen sowie der Regionalpolizei Brugg abgesprochen und als gut befunden worden, führt der Gemeinderat weiter aus. Die öffentliche Publikation ist diese Woche vorgesehen. Aufgrund der Erfahrungen kann gemäss Behörde nach zwei Jahren die Fortsetzung des Betriebs – mit oder ohne Anpassungen – oder aber die Beendigung in Erwägung gezogen werden.

Einer wird in Grünstreifen ausweichen müssen

Gestaunt über diese Ankündigung hat Anwohner Patrick Müller. Er stört sich daran, dass der Velo- und Fussverkehr dem motorisierten Verkehr weichen soll. Auch macht er ein Fragezeichen zum Vorgehen der Gemeinde. Einerseits sei den Anwohnern keine Plattform geboten worden, um ihre Bedenken anzubringen, andererseits werde dieses Vorhaben just in der Ferienzeit durchgeführt.

Müller sieht eine sehr hohe Gefährdung der Fussgänger – insbesondere der Kinder – sowie der Velofahrer, zu denen er selber zählt. Der Weg sei sehr schmal, das Kreuzen zwischen Velo und Personenwagen fast unmöglich, ohne dass ein Verkehrsteilnehmer in den angrenzenden Grünstreifen ausweichen müsse. Zudem befinde sich auf beiden Seiten je ein tiefer Graben für das Regenwasser. Nicht nur Velofahrer könnten stürzen und sich schwer verletzen, auch für Autofahrer bestehe die Gefahr von Unfällen.

Für Fussgänger, fügt Müller an, gebe es ebenfalls kaum Sicherheit. Es sei auf dem unbeleuchteten Weg kein Trottoir oder mindestens eine Markierung vorhanden. Anders gesagt: Fussgänger werden – wenn ein Fahrzeug naht – gezwungen sein, sich auf den Grünstreifen zu begeben, auch bei Nässe oder Schnee, ist Müller überzeugt. Er weist darauf hin dass in diesem Bereich regelmässig Personen mit Kinderwagen, Kinder mit Velos und Inlineskates sowie viele Hundehalter mit ihren Tieren unterwegs sind. Zu Problemen kommen werde es ebenfalls mit den Landwirten und ihren grossen Fahrzeugen.

Öffnung ist keine Lösung für das Problem

Schon heute könnten fast täglich Automobilisten beobachtet werden, die falsch fahren und – trotz Verbot – von der Umfahrungsstrasse über den Veloweg nach Hausen gelangen wollen, so Müller. Es werde künftig sicher dazu kommen, dass zwei Personenwagen aufeinandertreffen und kreuzen müssen.

Die Öffnung der Büntefeldstrasse ist keine Lösung für das Problem im Dorfzentrum, sprich der Holzgasse, fasst Müller zusammen. Dort könnte stattdessen durch die Aufhebung der Verengung und den beiden Parkplätzen vor dem Volg-Laden der Verkehr wieder viel flüssiger rollen, Kinder und Erwachsene wären sicherer auf dem Trottoir.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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