Brugg

Kunst-Parcours zeigt Werke ausserhalb der eigenen Räume – zum Beispiel in einer früheren Gefängniszelle

Künstler Andreas Bächli ist im Effingerhof am Aufbauen.

Künstler Andreas Bächli ist im Effingerhof am Aufbauen.

In Brugg sind bis zum 20. September Werke an kaum zugänglichen Orten zu entdecken. Unter dem Namen «Hausaus hausein» betreten die Brugger Kunsthäuser neue Wege.

Für «Kupper, Salz und Zimmermann» verlassen zwei Kunstinstitutionen von Brugg ihre an­gestammten Häuser: Zimmermannhaus und Salzhaus. «Hausaus hausein» heisst der Parcours, auf dem eigens von rund einem Dutzend Künstlern geschaffene Interventionen sonst kaum zugängliche Orte im Stadtraum erschliessen. Das Kupperhaus ist dabei Dreh- und Angelpunkt. Hier ist ein Bar- und Wartebereich eingerichtet, hier können Besucher Schlüssel und Codes für den Zutritt zu weiteren Räumen ausleihen.

In einer leerstehenden Wohnung, einem verborgenen Kellerraum oder einer ehemali- gen Gefängniszelle warten insgesamt neun ortsspezifische Arbeiten von zeitgenössischen Kunstschaffenden aus Windisch, Würenlingen, Baden, Bremgarten und Zürich mit Überraschungen auf.

Versuch, auf Leerstand von Liegenschaften zu reagieren

Wenn die Verantwortlichen Bruggs innerstädtischen Raum zur Grundlage künstlerischen Handelns machen, ist das auch ein Versuch, auf den um sich greifenden Leerstand von Liegenschaften zu reagieren. Denn Kulturakteure haben einen Sinn für die Erinnerung von Architektur und die kreativen Techniken, sie sichtbar zu machen im Hinblick auf künftige Nutzungen. Mehrere Kunstschaffende haben die durch Covid-19 ausgelöste «Krise» und die darin erlebten veränderten Realitäten zum Thema gemacht. Das Projekt lotst das Publikum aus der individuellen Kunstbetrachtung in den gemeinsamen Erfahrungsraum der Stadt.

Ein reichhaltiges Rahmenprogramm zielt darauf ab, Kulturakteure unterschiedlicher Disziplinen zusammenzubringen. So sind nebst der Zusammenarbeit von Zimmermannhaus und Ausstellungsgruppe Salzhaus auch die Brugger Literaturtage, die Sing-and-Songwritergruppe des Salzhauses, die Initiative Altstadt sowie weitere Kulturakteure involviert. Geplant sind Tafelrunden, Spaziergänge und Konzerte, für die man sich unter «Agenda» auf der Website www.zimmermannhaus.ch oder unter www.salzhaus-brugg.ch anmelden kann.

Vermittlungsangebot mit Schule Brugg aufgegleist

Das Projekt hausaus hausein ist für die Organisatoren auch eine Investition in die längerfristige Vernetzung mehrerer Kulturakteure in Brugg. Von den so genutzten Synergien soll das Publikum profitieren und sich beispielsweise Fragen stellen wie: Wo eigentlich verläuft die Grenze zwischen öffentlichem und privatem Raum? Wo sehen wir uns selbstverständlich als Gäste willkommen und unter welchen Bedingungen kommt die Empfindung auf, dass wir Eindringlinge sind?

Mit Ereignischarakter schafft das Projekt einen generationenübergreifenden und lustvollen Zugang zu Kunst und Kultur. In Zusammenarbeit mit der Schule Brugg entsteht ein Vermittlungsangebot. Am dritten und letzten Wochenende vom 18. bis 20. September verschränkt sich die Ausstellung mit den Brugger Literaturtagen.

Ausstellung

Die Eröffnung des Parcours findet morgen Freitagabend von 16 bis 22 Uhr im Aussenraum vor dem Kupperhaus an der Schulthess-Allee in Brugg statt.

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