Riniken

Lärmgrenzwerte werden eingehalten: Gemeinderat nimmt Stellung zur Sondierbohrung

Wie auf dieser Visualisierung kann der Bohrplatz für die geplante Sondierbohrung der Nagra aussehen.

Wie auf dieser Visualisierung kann der Bohrplatz für die geplante Sondierbohrung der Nagra aussehen.

Im Krähtal plant die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) eine Sondierbohrung. Der Gemeinderat nimmt nun Stellung zur Petition rund um die geplante Aktion.

Grosse Sorgen macht sich die Interessengemeinschaft Attraktives Riniken (IG ARI): Die Lebensqualität der Dorfbevölkerung werde während mehreren Jahren stark eingeschränkt, zudem seien die Pflanzen- und Tierarten im Naturschutzgebiet gefährdet.

Grund für die Befürchtungen: Im Krähtal plant die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) eine Sondierbohrung. Mit dieser soll der geologische Untergrund untersucht werden bei der Suche nach einem geeigneten Standort für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle.

Mit einer Petition forderte die IG ARI den Gemeinderat auf, Verbesserungen in mehreren Punkten durchzusetzen: Verkehr, Lärm, Rissprotokolle, Natur/ Landschaft sowie Inkonvenienz-Entschädigungen/Kompensationen. Insgesamt 731 Unterschriften konnten Anfang Mai vor dem Gemeindehaus übergeben werden.

Möglich, aber unwahrscheinlich

In seiner jetzt vorliegenden Stellungnahme weist der Gemeinderat darauf hin, dass er – wie die IG ARI – die Strategie verfolge, die negativen Einflüsse einer Sondierbohrung im Krähtal möglichst zu minimieren. Dass sich alle Arbeiten über mehrere Jahre erstrecken, wie in der Petition geschrieben, sei wohl möglich, aber unwahrscheinlich. «Falls doch, wird es längere Unterbrüche geben.»

Da die Erschliessung über die Krähtalstrasse erfolgen soll, seien der Fussverkehr geringfügig und der Schulweg kaum betroffen, führt die Behörde zum Thema Verkehr aus. An der Erstellung eines Infopavillons will der Gemeinderat festhalten, denn von allen Seiten werde auf die Wichtigkeit der Transparenz hingewiesen. «Dazu gehört die Information auf allen möglichen Ebenen.»

Zum Stichwort Lärm bemerkt der Gemeinderat, dass die Nagra bei der Gesellschaft für Technische Akustik eine Studie zum Bohrlärm in Auftrag gegeben hat. «Nach dieser können die Grenzwerte des durch die Bohrung verursachten Lärms auch ohne zusätzliche Schallschutzmassnahmen eingehalten werden.»

Trotzdem habe die Nagra in den Gesuchsunterlagen das Anbringen von Lärmschutzwänden einbezogen. Die Notwendigkeit von Rissprotokollen sieht die Behörde aus bautechnischer Sicht nicht als gegeben. Im schlimmsten Fall könnte bei einem Riss der Zeitpunkt der Entstehung im Nachhinein relativ genau bestimmt werden.

Bei den bisher erteilten Bewilligungen für Sondierbohrungen hätten die Bewilligungsbehörden eine Umweltbaubegleitung von unabhängiger Seite angeordnet, heisst es unter dem Titel «Natur/Landschaft». «Der Gemeinderat geht davon aus, dass dies auch bei den noch zu bewilligenden Gesuchen der Fall sein wird. Wenn nicht, wird er dies einfordern.»

Lässt sich wohl nicht verhindern

Bei der Bewilligungsbehörde zu versuchen, Kompensationen durchzusetzen, sei sinnlos, weil nicht möglich, führt der Gemeinderat in der fünfseitigen Stellungnahme weiter aus. Es gebe keine gesetzlichen Bestimmungen. Es bestehe aber die Möglichkeit, solche Massnahmen auf freiwilliger Basis mit der Nagra auszuhandeln.

Der Gemeinderat erinnert an seine Einsprache zum Sondiergesuch im März 2017, in dem auf die die Doppelbelastung Schiesslärm/ Bohrlärm hingewiesen und Massnahmen verlangt wurden, um die Gesamtbelastung zu reduzieren. Die Nagra habe einen Beitrag von 90 000 Franken an die Lärmsanierungen des Schiessplatzes Krähtal in Aussicht gestellt.

Kurz: Die wesentlichen Anliegen der IG ARI seien seit längerem in Bearbeitung, lautet das Fazit des Gemeinderats. Auch wenn er sich keine Sondierbohrung in Riniken wünsche und gerne auf diese verzichtet hätte, so hoffe er, dass die Verfügung des Bundes akzeptiert und nicht an die nächste gerichtliche Instanz weitergezogen werde.

Denn nach Einschätzung des Gemeinderats könne eine Sondierbohrung mit einem Weiterzug nicht verhindert, sondern nur verzögert werden. Und in diesem Fall würde der Beitrag der Nagra von 90 000 Franken für mögliche Lärmschutzmassnahmen im Schiessplatzbereich hinfällig.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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