Corona-Alltag im Aargau

Leiterin der MMM-Filiale Brugg: «Der Zusammenhalt im Team ist noch mehr gewachsen»

Jasmin Steinmann schränkt sich auch privat derzeit ein.

Jasmin Steinmann schränkt sich auch privat derzeit ein.

Jasmin Steinmann, 30, Leiterin der MMM-Filiale im Neumarkt in Brugg, ist stolz auf ihre Mitarbeiter und appelliert an die Kunden.

«Man weiss nie, was kommt.» Für Jasmin Steinmann, Filial- leiterin der Migros in Brugg, sind es ungewisse Zeiten. «Wir müssen flexibel sein.» Täglich rechnet sie mit neuen Bestimmungen, sei es von der Konzernleitung oder von Bund und Kanton.

So musste innert kürzester Zeit ein Konzept zur Einlasskontrolle und -beschränkung umgesetzt werden. Lange Arbeitstage sind derzeit die Regel. «Mein Tag besteht mehrheitlich aus arbeiten und schlafen», sagt die 30-Jährige. Dank Stellvertreter kann sie immerhin ihre Freitage beziehen. 2018 übernahm sie die Leitung der Migros in Brugg als eine der jüngsten MMM-Filialleiterinnen überhaupt. Eine ähnlich stürmische Zeit hat sie in den zwei Jahren nie erlebt. «Es ist schon sehr anspruchsvoll.» Als Filialleiterin ist sie für 90 Mitarbeiter zuständig.

Risikopatienten unter den Angestellten bleiben zu Hause oder arbeiten in weniger exponierten Abteilungen. Diese Langzeitausfälle können durch Mitarbeiter aus anderen Fachgeschäften der Migros, die derzeit geschlossen sind, kompensiert werden. Weniger planbar sind die kurzfristigen Personalausfälle. «Wir müssen spontan sein und unsere Planung täglich auf den Kopf stellen», sagt Steinmann. Wer Symptome aufweist, muss zu Hause bleiben.

Entsprechend kann es zwischenzeitlich zu Engpässen kommen. Für Steinmann und ihr Personal ist der Umgang mit der Kundschaft derzeit nicht immer einfach. «Einige Kunden werden aggressiv, wenn es am Eingang oder an der Kasse zu Wartezeiten kommt oder wenn wir sie auf die Abstands- und Hygieneregeln hinweisen müssen.» Oder wenn das WC-Papier ausverkauft ist. Der Grossteil der Kunden sei jedoch verständnisvoll. «Unsere Mitarbeiter machen eine super Arbeit. Der Zusammenhalt im Team ist gerade in dieser schwierigen Zeit noch mehr gewachsen.»

Die kürzeren Öffnungszeiten, welche die Migros diese Woche angekündigt hat, sieht Steinmann denn auch vor allem als grosse Entlastung für das Personal. Auf ihr Privatleben hat die Pandemie ebenfalls Auswirkungen. «Ich meide den direkten Kontakt mit Familie und Freunden.» Man kommuniziert über Whatsapp und Telefon. Vor zwei Wochen ist Steinmann Gotti geworden. «Mein Gottikind habe ich nach der Geburt einmal gesehen, seither nicht mehr.»

Jasmin Steinmann schränkt sich ein. «Das muss ich, denn ich bin an der Front.» Trotz weniger Kundenkontakt hat sie täglich mit vielen Menschen zu tun. «Ich kann es mir nicht erlauben, mich anzustecken.» Ihre wenige Freizeit verbringt sie beim Joggen im Wald. Als Ablenkung und Ausgleich zum stressigen Alltag.

Ihrem Personal dankt Jasmin Steinmann ausdrücklich für die Leistung, die es jeden Tag aufs Neue erbringt. Dies obwohl gewisse Ängste vorhanden sind und viele Familie und Freunde derzeit nur eingeschränkt sehen können. «Danke, dass ihr trotzdem jeden Tag wieder für unsere Kunden im Laden steht.»

An die Kundschaft hat die Filialleiterin eine Bitte: «Sie können uns entlasten, indem Sie über den Tag verteilt einkaufen und insbesondere dies nicht frühmorgens tun. Am Morgen haben wir viele Lieferungen und die Regale müssen aufgefüllt werden.» Das WC-Papier wird übrigens jeweils erst nach 10 Uhr geliefert.

Meistgesehen

Artboard 1