«Argovia Fäscht»

Littering und Falschparkierer sind das grössere Problem als Lärm

Wenn Zehntausende am Argovia Fäscht feiern, kann es schon einmal lauter werden.

Wenn Zehntausende am Argovia Fäscht feiern, kann es schon einmal lauter werden.

Die Veranstalter des «Argovia Fäscht» hatten im Schachen in Brugg jahrelang mit Lärmklagen zu kämpfen. 2006 zügelten sie aufs Birrfeld. Lärm ist für die Nachbargemeinden nun das kleinste Problem.

Die Lärmbelästigung im Brugger Wohnquartier Steiger wurde irgendwann zu gross: Die Veranstalter mussten einen neuen Austragungsort für das «Argovia Fäscht» finden. Doch auch im Schachen zeichneten sich bereits nach der ersten Geburtstagsparty Probleme ab.

2006 zügelte das «Argovia Fäscht» dann auf das Birrfeld. Wie aus vergangenen Mitteilungen der Aargauer Kapo zu entnehmen ist, ist um die Lärmgegner Ruhe eingekehrt. Auch eine Umfrage bei den Nachbargemeinden zeigt: Hier stören sich nur wenige an der #partyvomjahr. Selbst wenn die Bässe in der Nacht bis nach Birmenstorf hörbar sind, wie zwei Anwohner erzählen, kam es nur zu wenigen Beschwerden gegen die grösste Aargauer Geburtstagsparty.

«Lärm ist tolerierbar»

So sagt Andreas Gubler, Gemeindeschreiber von Birrhard, auf Anfrage: «Pro Fest gehen bei uns etwa ein bis zwei Reklamationen ein.» Während der Lärm tolerierbar sei, gebe es immer wieder Probleme mit Falschparkierern und Littering.

Auch Mülligen kennt die Littering-Probleme, wie Gemeindeschreiber Hans Peter Meier sagt: «Wir als Gemeinde haben reklamiert, weil die Partywütigen jedes Jahr enorm viel Plastik und Glas auf den Wegen der Gemeinde liegen gelassen haben.» Vor einigen Jahren stellte der Gemeinderat den Festbetreibern deshalb eine Rechnung für die Aufräumarbeiten. Diese wurde nicht bezahlt, seither wird die Bewilligung für die Geländebenutzung nur noch gegen ein Abfalldepot von 1000 Franken erteilt. 2015 hat die Gemeinde das Depot erstmals behalten.

Um vier Uhr beginnen Aufräumarbeiten

«Das Wohngebiet in Lupfig ist praktisch nicht betroffen», sagt Gemeindeschreiber Toni Bosshart. Allerdings komme es immer wieder zu Problemen im Bereich des Bahnhofes. Dort würden sich die Besucher auf dem Heimweg gerne in den Gärten von Anwohnern erleichtern. «Das Problem ist bekannt und wir pflegen einen intensiven Dialog mit dem Team von Radio Argovia. Aber Kleinigkeiten sind nun einmal nicht immer zu vermeiden.»

Roland Baumgartner, Geschäftsführer von Radio Argovia, nimmt das Thema Littering sehr ernst: «Ab vier Uhr am Sonntagmorgen beginnen wir mit den Aufräumarbeiten.» Diese würden sich nicht nur auf das Birrfeld beschränken, sondern auch alle umliegenden Gemeinden abdecken. «Unser Ziel ist es, dass ein Spaziergänger am Sonntagmorgen gegen neun Uhr nichts mehr von den Ereignissen der vergangenen Nacht vorfindet.»

In Hausen kam es zu keinen Beschwerden. Der Gemeindeschreiber von Birr war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (sam)

Argovia Fäscht: Aufbauarbeiten auf dem Birrfeld

Argovia Fäscht 2017: Aufbauarbeiten auf dem Birrfeld

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