Lupfig
Neues Kiesabbaugebiet: Naturschützer sorgen sich um Feldlerchen und Kreuzkröten

Die Kiesreserven sind bald erschöpft. Die Knecht Bau AG aus Brugg plant deshalb einen Abbau in den Gebieten «Langsamstig» und «Humbelacher» in Lupfig. In der öffentlichen Mitwirkung zum Materialabbaugebiet sind vier Eingaben eingegangen.

Michael Hunziker
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Von der Landwirtschaftszone zur Materialabbauzone: In Lupfig findet derzeit die öffentliche Auflage statt für die Teiländerung der Nutzungsplanung.

Von der Landwirtschaftszone zur Materialabbauzone: In Lupfig findet derzeit die öffentliche Auflage statt für die Teiländerung der Nutzungsplanung.

Bild: zvg

In Lupfig werden die planerischen Voraussetzungen geschaffen für einen Kiesabbau in den Gebieten «Langsamstig» und «Humbelacher»: Die Knecht Bau AG aus Brugg beabsichtigt, ab 2022 etappenweise insgesamt rund 1,3 Mio. Kubikmeter Material abzubauen während etwa 17 Jahre – durchschnittlich also um die 75'000 Kubikmeter jährlich. Heute befindet sich das knapp 142'300 Quadratmeter grosse Areal an der Lenzburgerstrasse in der Landwirtschaftszone.

Bis 11. Mai findet die öffentliche Auflage statt für die Teiländerung der kommunalen Nutzungsplanung. Die Unterlagen – zu diesen gehören neben Planungsbericht sowie Vorprüfungsbericht des Kantons auch Pläne für Etappierung, Erschliessung und Installation oder Endgestaltung – liegen bei der Gemeindekanzlei auf und sind auf der Website der Gemeinde www.lupfig.ch aufgeschaltet.

Massnahmen werden erst im Baugesuchsverfahren definiert

Auch der Mitwirkungsbericht kann eingesehen werden. Stattgefunden hat das Mitwirkungsverfahren bis Mitte Februar dieses Jahres. Vier Eingaben sind eingegangen, zwei davon von den Naturschutzorganisationen Birdlife sowie Pro Natura. Ein Thema waren die Massnahmen für die Kreuzkröte sowie für die Feldlerche.

Diese sind, hält der Gemeinderat in seiner Rückmeldung fest, im Umweltverträglichkeitsbericht berücksichtigt. Wegen der Feldlerchen werde auf das Pflanzen von eigentlich standorttypischen Hochstammbäumen verzichtet, so die Behörde. Für Kreuzkröten gebe es im Aargau geeignetere Gebiete für umfassendere Schutzmassnahmen. «Durch den vorgeschlagenen externen ökologischen Ausgleich können standorttypische Massnahmen umgesetzt werden. Diese sind aktuell noch nicht genauer definiert, sie werden im folgenden Baugesuchsverfahren dargestellt.»

Der Planungsverband Brugg Regio hatte sich ebenfalls zum Materialabbaugebiet geäussert. Die übergeordnete Interessenabwägung werde als gegeben erachtet, hiess es in der Stellungnahme. Das Vorhaben werde unterstützt unter der Voraussetzung, dass der Bedarf vorhanden sei.

Pro Betriebstag können es bis zu 134 Lastwagenfahrten sein

Dass der Rohstoff Kies gefragt ist, kann dem Planungsbericht für die Teiländerung der Nutzungsplanung entnommen werden. Die Reserven in der Region Baden-Brugg neigen sich dem Ende zu. Der Bedarf sei gegeben und werde mit dem neuen Materialabbaugebiet Humbelacher-Langsamstig sichergestellt. Abtransportiert wird das Material mit Lastwagen. Gerechnet wird mit bis zu 134 Fahrten pro Betriebstag. Die Erschliessung erfolgt ab der nördlich liegenden Birrfeldstrasse/Bahnhofstrasse über einen bestehenden Feldweg.

Ebenfalls stark angestiegen ist in den letzten Jahren die Nachfrage nach Ablagerungsvolumen für unverschmutzten Aushub, steht im Planungsbericht. Fortlaufend zum Abbau werde die Materialabbaustelle wiederaufgefüllt. Das Ziel der Endgestaltung sei die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Für Fragen findet eine Sprechstunde statt

Derzeit laufen in Lupfig die Arbeiten an der Gesamtrevision der Nutzungsplanung. Wegen des vorgesehenen Abbaubeginns im 2022 wird die Materialabbauzone Humbelacher-Langsamstig separat vorgezogen. Die Teiländerung wird anschliessend in die Gesamtrevision überführt.

Zur Beantwortung von Fragen stehen Vertreter des Gemeinderats sowie des Planungsteams während einer Sprechstunde zur Verfügung am Donnerstag, 22. April, von 16 bis 18 Uhr im Gemeindehaus Lupfig (Giebelzimmer). Eine Teilnahme ist der Gemeindekanzlei bis spätestens am Montag, 19. April, schriftlich oder telefonisch zu melden.

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