Region Brugg

Machtkampf statt Zusammenarbeit: Warum die Geschäftsführerin den Gemeindeverband wirklich verlässt

Geschäftsführerin Gabriela Oeschger geht per Ende August. (Archivbild)

Geschäftsführerin Gabriela Oeschger geht per Ende August. (Archivbild)

Gabriela Oeschger verlässt die Sozialen Dienstleistungen Region Brugg. Warum die Geschäftsführerin wirklich geht, schrieb sie den Partnern in einer E-Mail.

Per Ende August verlässt Geschäftsführerin Gabriela Oeschger nach knapp fünf Jahren den Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen Region Brugg. Als Grund gab die 58-Jährige im Ende Mai verschickten Newsletter diplomatisch an, dass es Zeit sei, zu neuen Ufern aufzubrechen: «Ich werde den Kanton Aargau beruflich verlassen, der Kindes- und Erwachsenenschutz wird mir jedoch erhalten bleiben.»

Inzwischen liegt dieser Zeitung eine zwei Wochen zuvor versandte E-Mail vor, in der Gabriela Oeschger Gemeindevertreter und das Familiengericht des Bezirks Brugg persönlich über ihren Kündigungsgrund informiert: «Leider fehlte mir vor allem in den letzten Monaten die Unterstützung des Vorstands und sein Vertrauen in meine Arbeit, sodass aus meiner Sicht keine konstruktive Zusammenarbeit mehr möglich ist. Ich empfinde diese zunehmend als Machtkampf. Aus diesem Grund entschied ich mich nochmals für eine neue Herausforderung.» Wie sich dieser Machtkampf bemerkbar macht, sagt die Geschäftsführerin auf Nachfrage nicht, da «die Aussage von meiner Warte aus klar genug ist».

Der Vorstand besteht derzeit aus Iris Schütz (Präsidentin ad interim und Vertretung Bözberg), Christian Bolt (Vizepräsident ad interim und Vertretung Windisch), Jürg Baur (Vertretung Brugg) und Renate Trösch (Vertretung Eigenamt). Seit dem sofortigen Abgang im November 2019 von Präsidentin Marianne Möckli (Villnachern) und Vizepräsidentin Beatrice Bürgi (Riniken) sind die Teilregionen Geissberg und Schenkenberg nicht mehr im Vorstand vertreten. Die Neuwahlen finden in den nächsten Tagen statt.

Auf die Frage, ob der Vorstand kein Vertrauen mehr in die Arbeit der Geschäftsführerin habe, antwortet Christian Bolt: «Gabriela Oeschger bleibt bis zu ihrem Austritt Geschäftsführerin des Verbands und wir vertrauen ihr, dass sie ihre Funktion bis zu ihrem Austritt absolut im Sinne des Verbands ausführen wird.» Das sei so zwischen Vorstand und Oeschger vereinbart.

Der Jahresbericht 2019 des Gemeindeverbands listet diverse Herausforderungen auf: Leitbild, Anpassung des Geschäfts- und Kompetenzenreglements, Konfliktmoderation im Vorstand aufgrund verschärfter Spannungen, Überarbeitung des Personal- und Spesenreglements sowie des Stellenbeschriebs der Geschäftsführerin, Leistungsvereinbarung für die Jugend- und Familienberatung sowie für den Kindes- und Erwachsenenschutzdienst. Von den 35 Mitarbeitern sind 19 seit 2016 dabei.

Meistgesehen

Artboard 1