Landammann-Stammtisch

«Man merkt, dass Corona die Menschen beschäftigt.»: Landammann Dieth stellt sich den Fragen der Bevölkerung

Auch in Zeiten von Corona am Puls des Volkes: Landammann Markus Dieth im Restaurant «Gotthard».

Auch in Zeiten von Corona am Puls des Volkes: Landammann Markus Dieth im Restaurant «Gotthard».

Am gut besuchten Landammann-Stammtisch im Brugger Restaurant «Gotthard» traf Markus Dieth auf die Bevölkerung. Einmal mehr löcherte ihn diese mit diversen Fragen. Dabei ging es längst nicht nur um die vorherrschende Pandemie.

Raumplanung, Bevölkerungsentwicklung, die Aprikosenplantage im Seetal, der Wegfall des C bei der CVP, Staatsfinanzen, Steuerabzüge und sogar das bedingungslose Grundeinkommen und dessen Finanzierung: Das waren  – um nur einige wenige zu nennen – Themen, die beim Landammann-Stammtisch im «Gotthard» auf den (Stamm-)Tisch gekommen sind. Doch schön der Reihe nach.

«Es ist zur Zeit schwierig, Anlässe durchzuführen», so Gerhard Keller, «Bären»-Wirt zu Hottwil und Mitglied des Vorstandes des Branchenverbandes Gastro Aargau, bei der Vorstellung der Gastgeber, Roger und Daniela Widmer, vom Restaurant «Gotthard». «Umso mehr freut es uns, dass Landammann Markus Dieth sich die Zeit für die Landammann-Stammtische nimmt. Wir schätzen das.»

Der Landammann-Stammtisch hätte eigentlich schon im Frühjahr stattfinden sollen.

Der Landammann-Stammtisch hätte eigentlich schon im Frühjahr stattfinden sollen.

Es sei eine schwierige Zeit für die Gastrobetriebe, stellte der Landammann fest. «Es ist der Regierung ein Anliegen, eine gewisse Zuversicht auszustrahlen. Die Corona-Zeit ist auch für uns neu.» Markus Dieth streifte auch kurz seine persönlichen Erfahrungen mit dem Virus. «Während acht Tagen habe er 40 Grad Fieber gehabt und in dieser Zeit neun Kilo abgenommen», verriet er. «Inzwischen ist aber alles wieder aufgebaut.»

«Wir hatten massive Löcher in den Staatsfinanzen»

Wieder aufgebaut sozusagen sind, wie Finanzdirektor Dieth sagte, auch die Staatsfinanzen. «Wir haben in den letzten Jahren gut gearbeitet. Die Lage ist stabil. Wir hatten massive Löcher in den Staatsfinanzen. Dank Sondereffekten, aber auch dank vorsichtiger Budgetierung, konnten jedoch in den letzten drei Jahren Schulden im Umfang von 500 Millionen Franken abgebaut und nochmals 500 Millionen Franken in die Ausgleichsreserve eingelegt werden. Mit diesem Polster ist der Kanton gestärkt.»

Befürchtungen zum kommenden Jahr würden aber die Regierung stark beschäftigen, räumte er ein. «Wir rechnen mit einem Rückgang des Steuerertrages um zweieinhalb bis drei Prozent. Wir hoffen, dass das gut gehen wird – wobei Hoffnung in der Politik nicht immer das Beste ist. Wir brauchen jetzt Stabilität.»   

Dass der Landammann-Stammtisch – der im Frühjahr hätte stattfinden sollen, wegen des Lockdowns aber verschoben wurde – corona-bedingt auf verschiedene Tische verteilt werden musste, wirkte sich verständlicherweise auf das Gespräch aus.

Staatsgeheimnisse verriet er selbstverständlich keine

Dank der «Rotation» des Landammanns zwischen den Tischen – an denen unter rund drei Dutzend Stammtisch-Gästen auch Frau Stadtammann Barbara Horlacher und Einwohnerratspräsidentin Rita Boeck auszumachen waren – konnte aber jedermann seine Fragen anbringen. Schliesslich stehen die Stammtische unter dem Motto «Frog de Landamme». Angesichts der schier unglaublichen Vielfalt der Fragen und dem raschen Wechsel zwischen den verschiedensten Themen bekam man zuweilen den Eindruck, als würde hier eine Art von Simultan-Schach gespielt.

Nur so viel: Staatsgeheimnisse verriet der Landammann selbstverständlich keine. «Es waren unglaublich spannende Gespräche», zog er nach bald drei Stunden Stammtisch sein Fazit. «Man merkt, dass Corona die Menschen beschäftigt. Die Leute wollen aber auch wissen, wie es um die Finanzen des Kantons steht. Auch das bewegt sie. Es ist schön, dieses Interesse zu spüren.»

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