«Die Probebohrungen im Krähtal dürfen erst in Angriff genommen werden, wenn der Schiessplatz Krähtal im Sinne der eidgenössischen Lärmschutzverordnung saniert ist». Eine Petition mit dieser und fünf weiteren Forderungen wird demnächst den Gemeinderat Riniken erreichen. Lanciert wurde sie am Informationsabend der Interessengemeinschaft Attraktives Riniken (ARI). «Wir sind nicht einfach Gegner des Tiefenlagers, wir wollen, dass Riniken ein attraktives Dorf bleibt», sagte Astrid Baldinger, die als Mitglied des ARI-Kernteams rund 120 Personen im Zentrum Lee begrüsste.

Das geplante Atomendlager Jura Ost steht im Zentrum der Aktivitäten der ARI. Am Auswahlprozess für ein Tiefenlager und die notwendige Oberflächenanlage bemängelte Baldinger: «Eine Diskussion ist nicht erwünscht, wer Fragen stellt, wird als Gegner bezeichnet.» Aber nur einfach Gegner wollen die Leute der ARI nicht sein. Als Diskussionsbeitrag präsentierten sie den Film «Die Reise zum sichersten Ort der Erde» von Edgar Hagen. Der Film thematisiert die weltweit seit Jahrzehnten laufende Suche für ein Lager für radioaktive Abfälle. In Riniken war die rund eine Stunde dauernde Kurzfassung zu sehen.

Atomabfall nach Tschernobyl?

Nach dem Film kam es zu einer kurzen Diskussion. Ein Besucher wollte wissen, weshalb Atomabfall nicht in Tschernobyl deponiert werde. Dazu sagte Hagen, dass dieses Thema im Film nicht behandelt werde. Ein anderer schlug Hiroshima oder Nagasaki als Endlagerstandort vor: «Dort ist seit dem Abwurf der Atombomben sowieso alles verseucht.»

Hagen gab ihm zu bedenken, dass in den beiden Städten Menschen leben. Wichtig sei, so Hagen, dass eine gute Lösung gesucht werde. Er habe festgestellt, dass die Personen der Entsorgungsorganisationen vor allem in Kommunikation geschult würden: «Deshalb ist es wichtig, dass die Betroffenen genau hinschauen.»

Hagen wies auf das im Film gezeigte Endlagerprojekt der USA im Bundesstaat Nevada hin. Dieser stellte einen eigenen Geologen an, um das Bundesprojekt zu begleiten. Schliesslich konnte er beweisen, dass es nicht funktionieren würde. Das Projekt wurde aufgegeben. Die Lehre daraus, so Hagen: «Der Kanton sollte das Projekt in Riniken mit eigenen Fachleuten überwachen.»

Ein Besuchter sagte: «Mich beunruhigt, wie die Prozesse ablaufen.» Letztlich sei nicht nur Riniken betroffen, sondern die ganze Region. «Wir müssen uns mit anderen vernetzen, als Riniker allein haben wir zu wenig Gewicht.» So wie die heutige Planung an der Bevölkerung vorbeilaufe, fühle er sich an der Nase herumgeführt.

Baldinger bestätigte: «Ja, jetzt liegt der Ball bei den Rinikern.» Wie stark sie betroffen sein werden, erläuterte ARI-Mitglied Ralf Seidel. Anhand der Karte der Sektion Entsorgung radioaktive Abfälle des Bundesamtes für Energie erläuterte er, wie das Endlager angelegt sein könnte. Die Haupterschliessung sei östlich des Dorfes geplant. Die Zufahrt zu den rund 500 Meter unter Terrain liegenden Lagerstollen ist östlich des PSI in Villigen vorgesehen.

Ein Problem ist das Grundwasser. «Unsere Gegend ist nicht umsonst das Wasserschloss», sagte Seidel. Er wies weiter auf den für mehrere Jahre zu erwartenden Baustellenverkehr hin. Dieser ist auch ein Thema der Petition. Sie behandelt die Abschnitte Verkehr, Lärm, Rissprotokolle, Natur/Landschaft sowie Inkonvenienz-Entschädigungen/Kompensation.

Mit der Petition will die ARI auch den Gemeinderat aktivieren. «Wir haben ihn zur Zusammenarbeit eingeladen, aber eine schriftliche Absage erhalten», sagt Seidel. Er ist die Anlaufstelle für die Petition.