Das Bauvorhaben Breiti bewegt Thalheim. Das jedenfalls hat der grosse Aufmarsch zu einer Informationsveranstaltung gezeigt, zu der die Bauherrschaft, die Immo Treier AG (Schinznach-Dorf), angesichts des unmittelbar bevorstehenden Baubeginns geladen hatte. Allerdings ist die Überbauung mit dem neuen Dorfladen und den drei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 18 Wohnungen – und Anlagekosten von total rund 14 Millionen Franken – auch das bisher grösste Bauvorhaben in Thalheim. Grundlage für die Überbauung, die auf einem Areal von rund 5650 Quadratmetern entstehen wird, bildet ein Gestaltungsplan mit Sondernutzungsvorschriften.

«Der Volg-Laden ist Herz und Mittelpunkt der Überbauung Breiti», so Beat Klaus vom Architekturbüro Architheke Brugg, das für das Projekt verantwortlich zeichnet. Der neue Laden kommt im nordwestlichen Teil des Areals an die Hauptstrasse zu stehen. Der Vorplatz des Ladens erhält Dorfplatz-Charakter. Mit seinem Satteldach und der Fassadenverschalung mit Holz hebt sich der Laden von der Gestaltung her klar von den drei Wohnbauten ab.

Zwei neue Brücklein über den Hegibach

Die Wohnbauten sind entsprechend den Vorgaben des Gestaltungsplans angeordnet. Auch die Fussgängerbeziehungen innerhalb der Überbauung sind weitgehend durch den Gestaltungsplan vorgegeben. Ziel war es, die Durchgängigkeit für Fussgänger zu gewährleisten. Zwei neue Brücklein über den offengelegten Hegibach sollen diesem Anliegen zusätzlich entgegenkommen. Die Tiefgarage der Überbauung mit ihren 32 Plätzen wird durch eine Zufahrt erschlossen, die unmittelbar neben den Laden zu liegen kommt.

Entstehen werden grosszügige 2½-, 3½- und 4½-Zimmer-Wohnungen sowie 5½-Zimmer-Attikawohnungen. Vorgesehen sind Miet- und Eigentumswohnungen. «Das Interesse ist gross», so Martin Kummer, der Inhaber der Immo Treier AG. Angaben über die Preise könnten noch keine gemacht werden. Man werde sich aber um eine faire Preisgestaltung bemühen.

Bauherrin in der Breiti ist die Immo Treier AG. In Teilbereichen ist aber, wie Gemeindeammann Roland Frauchiger sagte, auch die Gemeinde involviert. Beispielsweise beim Spielplatz. Hier wird sich die Gemeinde an den Kosten beteiligen. Der Kredit kommt vor die nächste Gemeindeversammlung.

Ladeneröffnung ist im Frühjahr geplant

Mit der Landi Maiengrün, so Roland Frauchiger, sei zudem ein Vertrag abgeschlossen worden, in dem der öffentliche Zugang und der Unterhalt des Laden-Vorplatzes geregelt werden.

«Das Konzept des neuen Ladens ist mehr oder weniger gegeben», erklärte Philipp Amrein von der Geschäftsleitung der Landi Maiengrün. «Ziel ist es, den Laden im kommenden Frühjahr zu eröffnen.» Bis dahin bleibt der bestehende Laden offen. Das Angebot im neuen Laden, der eine Fläche von rund 200 Quadratmetern aufweist, wird etwas grösser werden. Im Laden wird auch eine Kafi-Ecke mit acht Sitzplätzen eingerichtet. «Wir wollen aber auf keinen Fall das einheimische Gastgewerbe konkurrenzieren», versicherte Philipp Amrein.

Rund 1,7 Millionen Franken investiert die Landi Maiengrün in den neuen Laden. «Bei rein wirtschaftlicher Betrachtung», so Philipp Amrein, «dürfte diese Investition nicht getätigt werden. Wir fühlen uns aber als Genossenschaft verpflichtet. Und mit unseren 17 Läden lässt sich das stemmen.»

Dass Thalheim zu einem neuen Dorfladen kommt, ist aber, wie Martin Kummer erklärte, nicht zuletzt das Verdienst der verstorbenen Bertha Wernli. Als Besitzerin eines grossen Teils des Breiti-Areals habe Bertha Wernli, die lange den Volg-Laden geführt hatte, in ihrem Testament verfügt, dass im Areal wieder ein Laden entstehen müsse. Mit spontanem Applaus bedankten sich die Anwesenden.

Fragen, aber keine Opposition

Dass die Überbauung Breiti auf gute Aufnahme zu stossen scheint, ging aus der Fragerunde hervor. Fragen wurden zur Parkierung und zum Anlieferverkehr gestellt. Dazu erklärte Roland Frauchiger, dass man die Entwicklung beobachten und allenfalls Massnahmen ergreifen werde. Eine Stimme aus dem Publikum wandte sich aber mit den Worten: «Die Gemeinde braucht keinen Spielplatz!» vehement gegen die Beteiligung der Gemeinde.

Am Montag findet der Spatenstich für den Laden statt. Das Bauprogramm, so Rico Heimgartner von der Immo Treier AG, sieht zwei Etappen – Laden, dann Wohnbauten – vor. Der Laden soll im Frühjahr 2020, das erste Wohnhaus im Herbst 2020 bezugsbereit sein. Bis April 2021 soll die Überbauung Breiti fertiggestellt sein.