Brugg

«Müller-Haus» und «Alte Schmitte» erhalten keinen Schutz – sie weichen wohl einem Verwaltungsbau

Die «Alte Schmitte» (vorne) und das «Müller-Haus» befinden sich an zentraler Lage an der Schulthess-Allee.

Die «Alte Schmitte» (vorne) und das «Müller-Haus» befinden sich an zentraler Lage an der Schulthess-Allee.

Der Einwohnerrat Brugg hat sich nebst den beiden Gebäuden an der Schulthess-Allee auch mit der Gesamtrevision der Nutzungsplanung beschäftigt. Die Debatte über das Altstadtreglement steht noch an.

Ein wichtiges Ziel ist erreicht: Der Einwohnerrat Brugg hat in einer zweiten Sitzung der Gesamtrevision der Nutzungsplanung zugestimmt. Nach zahlreichen Wortmeldungen und Rückweisungsanträgen fiel das Ergebnis mit 28 zu 14 Stimmen klar aus am Freitagabend. «Sieben Jahre Planung, sieben Kommissionssitzungen, sieben Stunden Ratsdebatte», brachte es Titus Meier auf den Punkt, der Präsident der zuständigen Spezialkommission.

Intensiv diskutiert worden ist über einzelne Paragrafen und Abschnitte der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) – darüber, ob es detailliertere Vorgaben braucht oder ob es bereits zu viele Einschränkungen gibt.

Geplant ist auf dem Areal das neue Verwaltungsgebäude

Ein Thema waren ebenfalls die Bauten, die unter kommunalen Schutz zu stellen sind. Diese sind aufgeführt im Anhang der BNO, von der Alten Brücke und der Brunnenmühle über den Eisenbahnviadukt der Bözberglinie und das Hotel Terminus bis zum Vindonissa-Museum und zum Zeughaus I.

Die Spezialkommission hatte sich für die Unterschutzstellung einer Reihe weiterer Bauten stark gemacht. Mit einigen wird sich der Stadtrat, so entschied der Einwohnerrat, noch zu befassen haben: Fröhlich-Scheune, Villa Friedheim, Bahnhofstrasse 20/22, «Ammemähli», Villa Stapferstrasse 32, Villa Paradiesstrasse 5 sowie – nach einem lebhaften Wortgefecht – ehemaliges Maschinenhaus des städtischen Elektrizitätswerks im Freudenstein.

Nicht unter kommunalen Schutz gestellt werden sollen das «Müller-Haus» sowie die «Alte Schmitte» an der Schulthess-Allee 6 und 8. Die Rückweisungsanträge wurden mit 13 zu 30 Stimmen abgelehnt.

Es handelt sich um diejenigen Gebäude, die abgebrochen werden sollen, um auf dem Areal «Alte Post» Platz zu schaffen für eine neue Überbauung mit zentraler Verwaltung und Stadtbüro, Gewerbeflächen, Büros sowie Wohnungen. Gegen die Pläne regte sich Widerstand aus der Bevölkerung.

Gebäude, die unter kommunalem Schutz stehen, dürfen weder beeinträchtigt noch beseitigt werden, heisst es unter Paragraf 45 der Bau- und Nutzungsordnung. Und: «Der Rückbau von Gebäuden oder Gebäudeteilen ist nur dann bewilligungsfähig, wenn die Erhaltung nicht weiter möglich oder unverhältnismässig ist und ein unabhängiges Fachgutachten vorliegt, welches die Sachlage beurteilt.»

Das Altstadtreglement wird im März 2020 behandelt

Es sei eine Interessenabwägung vorgenommen worden, betonte Stadtammann Barbara Horlacher an der Einwohnerratssitzung. «Wir sind auf der Suche nach der bestmöglichen Lösung für diesen Ort.» Der Stadtrat sei der Meinung, fügte Barbara Horlacher an, dass an dieser zentralen Lage ein Interesse bestehe an einer dichteren Überbauung.

Noch nicht befasst hat sich der Einwohnerrat – aus Zeitgründen – mit dem Altstadtreglement. Dieses wird an der nächsten ordentlichen Sitzung am 6. März 2020 ein Thema sein.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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