Mülligen

Mülligen lässt Dorfentwicklung von Brugger Fotograf festhalten

So präsentierte sich die Gemeinde Mülligen diesen Sommer.

So präsentierte sich die Gemeinde Mülligen diesen Sommer.

Neue Postkarten und wertvolle Zeitdokumente: Um aktuelle Luftaufnahmen der Gemeinde zu machen, musste sogar kurzfristig der Betrieb auf dem Flugplatz Birrfeld eingestellt werden.

Ansichtskarten, die das aktuelle Ortsbild zeigen, sind in der Region Brugg-Windisch nicht häufig zu finden. Das ändert sich bald im Walddorf an der Reuss, wie sich die Gemeinde Mülligen mit seinen knapp 1100 Einwohnern nennt. Der bekannte Brugger Fotograf Max Gessler hat vor wenigen Wochen im Auftrag des Mülliger Gemeinderats neue Flugaufnahmen realisiert. «Der Flugplatz Birrfeld hat den Fotoflug in verdankenswerterweise ‹gesponsert›. Es werden nun neue Postkarten gedruckt und neue Bilder für die Homepage und die Gemeindeverwaltung erstellt», heisst es im jüngsten Mitteilungsblatt.

Für den 64-jährigen Fotografen war es nach 1999 der zweite Auftrag für die Gemeinde Mülligen, verschiedene Aufnahmen vom Gemeindebann als Zeitdokumenation zu machen. Der Flugplatz Birrfeld stellte dazu ein Flächenflugzeug samt Pilot gratis zur Verfügung. «Leiter Heinz Wyss vom Flugplatz Birrfeld flog mich persönlich um die Gemeinde», sagt Max Gessler. Für 10Minuten musste für diesen Zweck sogar der Flugbetrieb eingestellt werden, da sie sich mit der Maschine im Start- und Landeluftraum des Flugplatzes bewegten.

Arbeit durchs Klappfenster

«Bei Luftaufnahmen ist das Licht extrem wichtig», fährt Gessler weiter. Um optimale Kontraste zu erzielen, seien solche Einsätze grundsätzlich nur am Morgen oder am Abend möglich. Er hob mit Wyss um 16.30 Uhr ab. «Vom Flächenflugzeug aus muss man durch das offene Klappfenster sehr präzise arbeiten und im Schrägflug aufpassen, dass man am Schluss kein Rad oder Flügel auf dem Bild hat», betont der Brugger. «Aber Wyss und ich sind ja diesbezüglich zwei alte Hasen, die spüren, wenn alles passt», sagt er und lacht. Die Vibration während dem Flug werde oft unterschätzt.

Entstanden sind Bilder vom ganzen Dorf, sowie diverse Detailaufnahmen unter anderem von der angrenzenden Kiesgrube. Mit dem Resultat ist Gessler zufrieden. Den Auftrag hat er der Gemeinde Mülligen abgeliefert.

Drohnen als Konkurrenz

Als Industrie- und Werbefotograf wurde er früher oft mit Flugaufnahmen und Videofilmen für Firmenprospekte beauftragt. Zwischen 1970 und 2000 war es bei grösseren Betrieben sehr beliebt, mit übersichtlichen Flugaufnahmen die Firmengrösse zu präsentieren. Damals habe es verschiedene spezialisierte Unternehmen gegeben, die auf eigenes Geschäftsrisiko Luftaufnahmen von Gemeinden für Postkarten erstellten, oder Bauernhöfe mit den umliegenden Fruchtflächen aufnahmen, um sie nachher den Besitzern zum Kauf anzubieten, erzählt Max Gessler, der nur noch nach Auftrag arbeitet. Für Luftaufnahmen kämen heute zunehmend auch Drohnen zum Einsatz.

Die Gemeinde Mülligen lässt zwei Postkarten-Sujets drucken, die ab Herbst erhältlich sein werden. Wie die Postkarten genau verteilt werden, werde der Bevölkerung mitgeteilt, sobald der Gemeinderat dies beschlossen hat, sagt Hans Peter Meier, Gemeindeschreiber von Mülligen.

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