Der parteilose Stadtammann-Kandidat Richard Fischer spricht «fast von einem Jahrhundertereignis». Denn so etwas habe die Stadt Brugg noch nie erlebt. Junge Kulturschaffende rund um Sarina Schmid und Pascal Ammann haben am Mittwochabend beim Eisi eine Wahlveranstaltung mit Infostand , Konzert und Bar organisiert.

Kurz nach der Bar-Eröffnung steht Stadtammann-Kandidat Titus Meier (FDP) unter dem Eisi-Dach an einem Tisch, isst eine Crêpe und trinkt ein Bier. Der SP-Stadtrat Willi Däpp mischt sich ebenfalls unters Publikum. Für die Veranstaltung der jungen Brugger hat FDP-Stadtrat Reto Wettstein extra Turnschuhe angezogen, wie er mit einem Lachen erzählt.

Überhaupt ist die Stimmung locker an diesem Abend. Auch Stadtammann-Kandidatin Barbara Horlacher (Grüne) ist schnell in politische Diskussionen verwickelt. Auf einem Tisch sind die wichtigsten Argumente der drei Kandidierenden aufgeklebt und es liegen Kugelschreiber bereit. Ab und zu nimmt ein Windstoss ein paar Kandidaten-Flyer mit und verteilt sie auf dem Platz.

Musik und Drinks: In Brugg mischen die Jungen die Wahlen auf

Die Musiker, unter anderen Frank Powers und Ellas alias «Veranstaatler», sorgten unter dem Eisi-Dach für gute Unterhaltung.

  


Wohin führt dieser Versuch?

Und tatsächlich haben ein paar wenige Besucher ihr Wahlcouvert mitgebracht, so wie es sich die Organisatoren als Eintrittsticket gewünscht haben. Es sollte eine Wahlveranstaltung für junge Menschen werden. Gekommen sind gut 50 Personen, etwa die Hälfte waren junge Kulturschaffende. Die Band Veranstaatler – ein Mix aus den Bands Frank Powers und Ellas – hat in unterschiedlicher Besetzung ein Konzert gegeben. In einem Song fragt Pascal Ammann: «Es ist ein schöner Versuch, unsere Demokratie, aber wo führt sie hin?»

Titus Meier findet es gut, was die junge Generation mit guter Musik auf die Beine gestellt hat. «Das ist ein Event für Brugg und keine Wahlveranstaltung», sagt er. Barbara Horlacher stellt fest, es sei das Beste, was passieren konnte. «Die Leute werden aktiv, um andere zu aktivieren. Das macht das Leben in der Stadt aus und wirkt motivierend.» Auch Richard Fischer ist voll des Lobs: «Ich finde diese Veranstaltung mehr als gut, sie ist super.» Dass sich die Jungen so engagieren und im politischen Prozess einbringen, sei eines der Ziele – auch bei Wahlen.