Mit dem Pächterwechsel im Restaurant Leue in Scherz per 1. November, über den diese Zeitung letzte Woche berichtet hat, stehen im Eigenamt Veränderungen im Gastronomie-Bereich an. «Cockpit»-Wirtin Tamara Richner und -Koch Hans Jaun verlassen den Flugplatz Birrfeld und treten in Scherz die Nachfolge von Hans Fiebig und Huanrong Ly-Lu an. Diese haben den «Leue» rund drei Jahre geführt.

Was bedeutet dieser Wechsel für das Restaurant Cockpit auf dem Lupfiger Regionalflugplatz Birrfeld? Auf die Anfrage der AZ antwortet Ursula Huber im Namen des Verwaltungsrats der im März 2016 gegründeten Restaurant Cockpit Birrfeld AG: «Tamara Richner war seit März 2016 im Restaurant Cockpit Birrfeld angestellt, zuerst als Geschäftsführerin.

Seit rund zehn Monaten wurde die Geschäftsführung durch einen Mitarbeiter der RT Gastro AG in enger Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat wahrgenommen.» Tamara Richner habe ihre Stelle inzwischen auf eigenen Wunsch gekündigt. Und Hans Jaun arbeitete als einer von fünf Köchen im Restaurant Cockpit und sei vergangenen Monat altersbedingt ausgeschieden, fährt Verwaltungsrätin Huber fort. Mitte Juli werde eine neue Geschäftsführerin starten. Wie sie heisst, will der Verwaltungsrat beim Arbeitsbeginn bekannt geben.

Team besteht aus 21 Angestellten

Je nach Witterung kann die Gästezahl im Restaurant auf dem Flugplatz stark variieren. Während die grosse Terrasse im Sommer bei angenehmem Flugwetter oft sehr gut besetzt ist, kann man an einem grauen Novembertag die Gäste fast an einer Hand abzählen.

Dieser Umstand ist für die Personalplanung eine Herausforderung. Das «Cockpit»-Team besteht laut dem Verwaltungsrat aus 21 Personen, wovon drei Teilzeit arbeiten. Neben dem Geschäftsführerwechsel gebe es aktuell beim «bewährten Gastrokonzept» keine Änderungen, auch die Öffnungszeiten blieben wie gehabt, so Ursula Huber.

Da das Restaurant mit dem grossen Spielplatz auch ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und Spaziergänger ist, hat der Verein Tourismus Region Brugg im Herbst 2018 eine öV-Verbindung zum Flugplatz Birrfeld prüfen lassen. Der Tourismusverein ist der Meinung, dass sich dies ohne viel Aufwand mit der Verlängerung der Buslinie 363 (Brugg–Mülligen–Birrhard) realisieren lässt.

Aus Sicht von Postauto Schweiz wäre eine solche Verlängerung zum Flugplatz Birrfeld an den Wochenenden tatsächlich möglich. Die jährlichen Kosten beliefen sich laut Postauto auf «ein paar tausend Franken», jedoch weniger als 10 000 Franken.

Geringes Interesse an Erweiterung

Postauto Schweiz spielte den Ball für die Geldsuche zurück an den Verein Tourismus Region Brugg. Laut diesem sind weder die Gemeinde Lupfig noch der regionale Planungsverband Brugg Regio bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. Deshalb deponierten die Antragsteller eine entsprechende Anfrage beim Aero-Club Aargau. Denkbar wäre auch ein Pilotversuch für 2 bis 3 Jahre gewesen.

Jetzt wurde das Projekt begraben, wie der Verein Tourismus Region Brugg in einer Mitteilung schreibt. Nach umfangreichen Abklärungen stehen für den Verein zwei Aspekte fest: Erstens würde die zusätzliche Haltestelle erhebliche Kosten verursachen «trotz sehr überschaubarem Mehraufwand für die Betreiber». Für einen entsprechenden Kostenverteiler zeichne sich keine Lösung ab.

Zweitens sei das Interesse für eine solche Fahrplanerweiterung bei den zuständigen Stellen sehr gering. «Piloten kommen nicht mit dem öffentlichen Verkehr aufs Birrfeld», sei ihnen unter anderem vorgehalten worden. Aus diesen Gründen hat sich der Verein Tourismus Region Brugg dazu entschieden, die Sache ad acta zu legen.

Aargauer Gastro-News 2019: