Villnachern

Nach Schikane-Vorwürfen des Pächters: Jetzt kontert der Gemeinderat

Die Strandbar sorgt für Diskussionen.

Die Strandbar sorgt für Diskussionen.

Der Gemeinderat Villnachern weist die Vorwürfe im Zusammenhang mit der Strandbar entschieden zurück.

Eine emotionale Diskussion hat sich entwickelt an der Gemeindeversammlung in Villnachern am Donnerstagabend. Unter «Verschiedenes» informierte der Gemeinderat über die Badi, die Strandbar sowie die Konzertreihe Mittwochsmusig.

Letzte Woche wurde auf Facebook bekannt, dass Fernando Cassano die Strandbar Ende Saison verlassen und den Pachtvertrag nicht mehr verlängern wird. Als Grund genannt wurde, dass den Betreibern wiederholt Steine in den Weg gelegt worden seien vom Gemeinderat. Zu einer Auseinandersetzung geführt hat offenbar auch die Gebühr von 100 Franken für die Konzerte der Reihe Mittwochsmusig.

Keine Rede von Kündigung

Der Gemeinderat bedauert, hält er nun im aktuellen Mitteilungsblatt fest, «dass die Thematik in der Öffentlichkeit einseitig und verzerrt dargestellt wird». In einer Stellungnahme weist die Behörde darauf hin, dass seit der ersten Durchführung der Mittwochsmusig und bis 2017 die jeweiligen Konzerte ohne Bewilligung und Benützungsgebühr vorbehaltlos genehmigt wurden im Rahmen des Pachtvertrags des Schwimmbadkiosks beziehungsweise der Strandbar.

Die Vorwürfe des Pächters, die dem Gemeinderat jahrelange Schikane unterstellen, werden entschieden zurückgewiesen. Auch von einer Nichtverlängerung des Vertrags oder sogar von einer Kündigung könne keine Rede sein, denn es werde jeweils für jede Saison ein neuer Vertrag mit dem Pächter des Schwimmbadkiosks ausgehandelt.

«Durch die immer grösser werdende Mittwochsmusig mit mehr Besuchern und der Tatsache, dass ab dem Jahr 2017 eine Eintrittsgebühr für den Konzertbesuch verlangt wurde, erteilte der Gemeinderat letztes Jahr erstmals eine separate Bewilligung für die Konzertreihe», heisst es weiter. Schon damals sei eine Benützungsgebühr in Erwägung gezogen worden. Davon wurde schliesslich abgesehen «und der Verzicht als kultureller Beitrag der Gemeinde an die Mittwochsmusig angesehen».

Veranstalter machte Einsprache

Dieses Jahr hat der Gemeinderat die Anlässe der Mittwochsmusig erneut bewilligt, entschied sich aber für eine Benützungsgebühr von 100 Franken pro Konzert, was bei acht Anlässen im Jahr 2018 einer Gebühr von total 800 Franken entspricht. Dies nicht zuletzt, so die Behörde, um alle Organisationen und Vereine, welche die Badi benützen, gleich zu behandeln und ebenfalls, um einen Beitrag zur Stabilisierung der finanziellen Lage der Gemeinde zu leisten – auch im Bereich des defizitären Schwimmbads.

Der Veranstalter machte gemäss Gemeinderat daraufhin Einsprache und teilte in einem Gespräch mit, dass er die kurzfristige Mitteilung und Eröffnung der Gebühr nicht korrekt findet. Die Behörde anerkannte diese Meinung und entschied, einmal mehr auf die Gebühr von 800 Franken zu verzichten. Allerdings: Für die Saison im nächsten Jahr soll mit einem Reglement, das die Benützung des Schwimmbads und die Gebühren regelt, Klarheit geschaffen werden.

Der Gemeinderat betont, dass es in keiner Weise das Ziel sei, den Betreiber der Strandbar und Organisator der Mittwochsmusig zu vergraulen. Die Konzertreihe und die Strandbar seien ein wichtiges Kulturgut der Gemeinde. «Der Gemeinderat schätzt die Arbeit von Fernando Cassano und seinem Team im höchsten Masse», wird ausgeführt. Ein Ende der Tätigkeit würde sehr bedauert. Die Behörde äussert sich überzeugt, für die nächste Saison eine gute Lösung für den Badibetrieb inklusive Kiosk finden zu können.

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