Brugg

Nach Wahl von Geri Müller als Schulleiter: Komitee fordert Schulpflege zum Rücktritt auf

Im Schulhaus Bodenacker in Brugg wird Geri Müller per 1. August seine Stelle antreten als Schulleiter.

Im Schulhaus Bodenacker in Brugg wird Geri Müller per 1. August seine Stelle antreten als Schulleiter.

In Brugg gehen die Wogen – nach wie vor – hoch nach der Wahl von Geri Müller als Schulleiter.

Für das Komitee «Schulleiterwahl überprüfen!» in Brugg steht ausser Frage, dass Geri Müller ungeeignet für die Schulleiterposition ist. Aber nicht nur er soll zurücktreten, sondern die ganze Schulpflege, lautet die jüngste Forderung.

Denn: «Eine Schulpflege, welche die Brisanz der Wahl von Geri Müller als Schulleiter, Vorgesetzter und Vorbild für Primarschülerinnen und Primarschüler sowie Lehrpersonen nicht erkennt und das Wahrnehmen demokratischer Rechte anonym als ‹Stimmungsmache› bezeichnet, nimmt ihren Auftrag nicht wahr und gehört abgeschafft», heisst es in einer Medienmitteilung von gestern Montag.

Rückblick: Im Mai wurde bekannt, dass der frühere Stadt­ammann von Baden und Grünen-Nationalrat Geri Müller auf Anfang August mit 43 Stellenprozenten seine Tätigkeit aufnehmen wird als Schulleiter im Schulhaus Bodenacker. Die Wahl des 59-Jährigen stiess auf Widerstand.

Das bürgerliche Komitee «Schulleiterwahl überprüfen!» forderte Müller per sofort zum Rücktritt auf und lancierte im Juni eine Petition. Über 650 Unterschriften kamen in rund zwei Wochen zusammen. Die Schulpflege Brugg dagegen sprach in ihrer Stellungnahme von Stimmungsmache gegen die Anstellung und äusserte sich überzeugt, dass Geri Müller mit seinen Kompetenzen und Erfahrungen diesen Job zur besten Zufriedenheit der Kinder, Lehrpersonen und Eltern ausüben wird.

Das Komitee seinerseits liess der Schulpflege letzte Woche einen umfassenden Fragenkatalog zur Wahl zukommen. In der neusten Medienmitteilung weist es nun den Vorwurf der Stimmungsmache dezidiert als unbegründet zurück. Die Schulpflege stimme damit ein in den Chor von – unter anderem – Einwohnerräten sowie ehemaligen Grossräten aus anderen Gemeinden, die dem Komitee, den Petitionären und zustimmenden Leserbriefschreibern «Hetze», «Rufmord», «Schmutzkampagne», «Schlammschlacht» oder «Lynchjustiz» vorwerfen, führt das Co-Präsidium um Miro Barp und Peter Haudenschild aus.

«Und das bloss, weil das Komitee sein demokratisches Recht mit einer Petition wahrnimmt und fordert, dass bei der Anstellung eines Schulleiters die Grundsätze einer professionellen Personalauswahl mit einem Abgleich des Anforderungsprofils der Stelle und dem Bewerberprofil angewendet werden. Das ist bedenklich für eine politische Behörde, besonders wenn deren Abschaffung im Raume steht.»

Ob die Schulpflege die konkreten Fragen des Komitees überhaupt diskutieren, geschweige denn beantworten werde, sei unklar. Dieses Vorgehen lasse auf eine Verzögerungstaktik schliessen, die Petitionäre würden nicht ernst genommen. «Das ist demokratisch nicht akzeptierbar.»

Das Komitee würde allerdings, heisst es abschliessend, «statt einer weiteren Eskalation der Situation eine Lösung des Problems ‹Schulleiter Geri Müller im Bodenacker› bevorzugen.» (mhu)

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