Start-up-Firmen und junge Hightech-Unternehmen, die einen Bezug zur Beschleunigertechnologie haben, werden gezielt unterstützt in Villigen. Im Park Innovaare entsteht neu das sogenannte Business Incubation Centre. Für das Förderprogramm spannt das Forschungsinstitut Cern aus dem Kanton Genf zusammen mit dem Paul-Scherrer-Institut (PSI) aus Villigen sowie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).

Das Feld an gefragten Technologien ist breit, reicht von Hochleistungselektronik über Kühlungssysteme und Magnete bis hin zu Steuerungs- und Kontrollsystemen – für Anwendungen im Bereich Medizin, Luft- und Raumfahrt genauso wie Industrie und Denkmalpflege.

50'000 Franken als Startkapital

An einer Medieninformation ist gestern auf den Start des Inkubationszentrums eingegangen worden. Aufgebaut und geführt wird es von der Innovaare AG. Der stellvertretende CEO Nils Gebhardt sprach von einem strategischen Eckpfeiler. Das Business Incubation Centre sei ein wichtiger Schritt beim Ausbau des Park Innovaare zu einem international führenden Technologiestandort und werde helfen, spannende Unternehmen anzusiedeln.

John Millard, Leiter Technologietransfer am PSI, sowie Mike Seidel, Leiter ad interim Grossforschungsanlagen am PSI, pflichteten diesen Ausführungen bei. Es könnten interessante Möglichkeiten geschaffen werden. Sie wiesen darauf hin, dass sowohl am Cern als auch am PSI ein vielseitiges technologisches Wissen vorhanden ist durch die Entwicklung, den Bau und den Betrieb von grossen Beschleunigeranlagen.

Für Aurelie Pezous, zuständig für den Wissenstransfer am Cern, ist die Lage in direkter Nachbarschaft zum PSI ideal für das Business Incubation Centre. Solche bestehen übrigens in neun Ländern. Ziel des Cern, der europäischen Organisation für Kernforschung, ist es, den Technologietransfer zu fördern, will heissen: die entwickelten Spitzentechnologien für Industrie und Gesellschaft in Europa nutzbar zu machen.

Während das Cern und das PSI die jungen Unternehmen technologisch beraten, unterstützt die Fachhochschule mit Managementwissen. «Es geht letztlich immer um den Businessplan», sagte Arie Verkuil, Leiter Institut für Unternehmensführung an der FHNW. Denn die Start-up-Firmen, so die Absicht, sollen Erfolg haben am Markt. Den jungen Unternehmen wird übrigens ein Startkapital in der Höhe von 50'000 Franken gewährt.

Wettbewerb beginnt im August

Im Durchschnitt sollen jährlich zwei Unternehmen in das Förderprogramm aufgenommen werden. Die Auswahl erfolgt über einen Wettbewerb ab Ende August. Die Start-up-Firmen und jungen Hightech-Unternehmen können sich bewerben und bis 17. September ihre Kurzkonzepte einreichen.

Die Auswahl erfolgt dann in einem zweistufigen Selektionsprozess durch eine unabhängige Jury. Die Preisverleihung ist vorgesehen am Start-up-Forum Aargau am 12. November auf dem FHNW-Campus in Brugg-Windisch.