Oase-Projekt
SP wehrt sich: «Es handelt sich um Strassenbauprojekte aus vergangener Zeit»

Widerstand gegen das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase): Die SP Aargau und die SP-Grossratsfraktion wehren sich gegen die Festsetzung der sogenannten Zentrumsentlastung.

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Mit einem Spaziergang hat die überparteiliche Interessensgemeinschaft «Oasar – Oase, aber richtig» die Bevölkerung über das Strassenprojekt «Oase» informiert.

Mit einem Spaziergang hat die überparteiliche Interessensgemeinschaft «Oasar – Oase, aber richtig» die Bevölkerung über das Strassenprojekt «Oase» informiert.

Bild: Ina Wiedenmann (10. April 2021)

(mhu) Am Dienstag ist das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase) Thema im Grossen Rat, konkret: die Anpassung des Richtplans. Die SP begrüsst zwar die örtlichen Veloinfrastrukturfestlegungen. Aber: Die positiven Elemente des Richtplanpakets dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich beim Oase-Projekt hauptsächlich um übertriebene Strassenbauprojekte aus vergangener Zeit handelt, hält die Partei fest und verweist auf die wachsende Opposition.

Beim Oase-Projekt handle hauptsächlich um übertriebene Strassenbauprojekte aus vergangener Zeit handelt, meint die SP und verweist auf die wachsende Opposition.

Beim Oase-Projekt handle hauptsächlich um übertriebene Strassenbauprojekte aus vergangener Zeit handelt, meint die SP und verweist auf die wachsende Opposition.

Ina Wiedenmann / Aargauer Zeitung

Der Oase-Ast durch Siggenthal würde eine Mehrbelastung für weite Teile der Bevölkerung bringen, führt die SP aus. Das Gleiche gelte für den geplanten Ast durch die Region Brugg/Windisch/Hausen. Dass die Festsetzung dieses Umfahrungskorridors in einer Salamitaktik vorgezogen werden soll, sei einer fundierten und umsichtigen Vorgehensweise unwürdig, zumal die Exekutiven von Brugg und Windisch mit den Erschliessungswünschen – Stichworte Aufeld und Kabelwerk – noch nicht konkret und transparent geworden seien.

«Es ist unseriös, in einer solchen Situation bereits eine Festsetzung im Richtplan zu beschliessen», hebt die SP hervor und fügt an:

«Damit würde das erste Bauprofil des Projekts symbolisch eingeschlagen.»

Dies dann als «Zentrumsentlastung» zu bezeichnen, sei mehr als fadenscheinig.

Verkehrsprobleme werden verschoben statt behoben

Die örtliche Bevölkerung wurde laut SP bisher zu wenig detailliert informiert, die Kritik aus dem Einwohnerrat Windisch vernachlässigt. Da der Regionalplanungsverband Brugg Regio sowie der Stadtrat Brugg positive Stellungnahmen abgegeben haben, «gilt dies für den Kanton als Legitimation, den auswärtigen Verkehr aus dem süddeutschen Raum in Zukunft durch die Region Brugg leiten zu können und das Projekt formell zu starten», befürchtet die SP.

Für die Partei ist klar: Die Verkehrsplanung im Ostaargau muss auf eine neue Grundlage gestellt werden. Denn die Zen­trumsentlastung in den Räumen Baden-Wettingen und Brugg-Windisch bedeutet Mehrverkehr im Agglomerationsraum, ist die SP überzeugt. Die Verkehrsprobleme würden so nur verschoben statt behoben – mitten in die Wohn- und Naherholungsgebiete im Umfeld der Zentren. Das gelte auch für das untere Aaretal, das Zurzibiet: Mit diesem Strassenausbauprojekt würde der Schwerverkehr noch leichter vom süddeutschen Raum her auf die A1 gelangen.

«Das Verkehrswachstum muss gebremst werden»

«Es braucht dringend andere Mobilitätskonzepte und eine Mobilitätsstrategie, welche die Klimaziele respektiert und unsere Naturräume schützt», fährt die SP fort. Und:

«Das Verkehrswachstum muss insgesamt gebremst und ausschliesslich mittels ÖV, Fuss- und Veloverkehr bewältigt werden.»

Das Ziel muss laut SP ein regionales Zusammenrücken von Wohnen, Arbeit, Bildung und Konsum sein. Eine Beschleunigung des motorisierten Individualverkehrs bewirke genau das Gegenteil. «Die Lösung liegt nicht darin, das Verkehrswachstum zu erleichtern und zu fördern.»

Der Grosse Rat ist in der Verantwortung, betont die SP, nicht nur an Staustunden zu gewissen Zeiten zu denken, «sondern er ist Umsicht mit unserer Umwelt und unseren Kindern schuldig». Die Partei verlangt, «dass die Abstimmungen von Siedlung, Verkehr- und Freiraum so gestaltet werden, dass die Wohn- und Lebensqualität gesamthaft verbessert werden».

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