Es war ein Kommen und Gehen in den letzten sieben Jahren bei der katholischen Kirche in Brugg. Fünf mitarbeitende Priester mit Pfarrverantwortung – alle aus Nigeria – wurden dem einheimischen Personal vom Bistum Basel in diesem Zeitraum zur Seite gestellt.

Für die Angestellten und Kirchengänger ist der ständige Wechsel eine Belastung. Immer wieder müssen sie sich auf eine neue Persönlichkeit – mit mehr oder weniger guten Deutschkenntnissen – einstellen.

Am 1. August tritt der 48-jährige Ambrose Olowo seine neue Stelle als Leitender Priester der beiden Pfarreien Brugg und Windisch an. «Zusammen mit Gemeindeleiter Simon Meier wird er den Pastoralraum Region Brugg-Windisch leiten», heisst es in einer Medienmitteilung.

Während der Leitende Priester die Verantwortung für den liturgischen Teil trage, also Konzepte für Gottesdienste, Taufen, Buss-feiern, Beichten und Beerdigungen verantworte, sei der Gemeindeleiter dafür zuständig, das Personal zu führen und den Pastoralraum in Themen wie Dienst am Nächsten, Freiwilligenarbeit und Familienvielfalt mit seinem Team strategisch weiterzuentwickeln.

Ambrose Olowo stammt – wie seine Vorgänger – aus Nigeria, wo er zwischen 1996 und 2011 in der Gemeinde- und Gefängnisseelsorge tätig war. «Die letzten sieben Jahre studierte und arbeitete er als Seelsorger in Österreich», schreibt der Pastoralraum in der Mitteilung weiter.

Olowo besitzt nicht nur einen Studienabschluss in Theologie, sondern er hat 2017 auch ein Studium in internationalem Recht an der Universität Wien abgeschlossen. Seinen Wohnsitz wird Olowo im Pfarrhaus in Windisch nehmen.

Bischof hat den Vorgänger ins untere Freiamt berufen

Die Priesterstelle musste neu besetzt werden, weil der seit 2015 auf unbestimmte Zeit angestellte Pater Solomon Obasi durch Bischof Felix Gmür auf Februar dieses Jahres zum Pfarrer des Pastoralraums Unteres Freiamt berufen wurde.

Als Zwischenlösung sprang der Nigerianer Godwin Ukatu im Pastoralraum Region Brugg-Windisch für die priesterlichen Dienste ein. Denn Priester Ambrose Olowo kann seine neue Stelle in Brugg-Windisch wegen seines Studienabschlusses erst per 1. August antreten.

Warum werden in Brugg-Windisch immer Priester aus Nigeria eingesetzt und wie lange wird Olowo bleiben? «Gemäss Vereinbarung stellt der Heimatbischof in Nigeria den Priester Ambrose Olowo für fünf Jahre für den Dienst im Bistum Basel zur Verfügung», sagt Sprecher Hansruedi Huber vom Bistum Basel.

Es sei vorgesehen, dass Olowo während dieser Zeit im Pastoralraum Brugg-Windisch bleiben werde. Huber räumt ein, dass Priester, die als Leitende Priester eingesetzt werden, acht bis zwölf Jahre am gleichen Ort wirken sollten. Die Gründe für die Wechsel seien unterschiedlich.

Der grosse Pastoralraum braucht Leitenden Priester

Es ist laut Sprecher Hansruedi Huber Zufall, dass im Pastoralraum Brugg-Windisch immer Priester aus Nigeria im Dienst gestanden sind. «Andere Priester kommen aus Indien, Indonesien, Polen usw.», sagt er. Damit ein Priester für einen Dienst im Bistum Basel zugelassen werde, müsse er bereit und fähig sein, sich in die Kultur und Struktur des Bistums zu integrieren. Dazu gehört auch die Sprachfähigkeit.

«Wenn Priester das entsprechende Sprachniveau nicht mitbringen, müssen sie in einer durch den Bischof vorgegebenen Zeit die mangelnde Sprachfähigkeit nachholen. Erfüllen sie dies nicht, müssen sie das Bistum wieder verlassen», sagt Huber.

Gemäss der Lehre und dem kirchlichen Recht ist der ordentliche Leiter einer Pfarrei immer ein Priester als Pfarrer. Das soll – trotz Priestermangel – auch für den grossen Pastoralraum Region Brugg-Windisch gelten. Laut dem Bistum braucht es hier einen eigenen Leitenden Priester, damit der sakramentale Dienst, insbesondere die Feier der Eucharistie gewährleistet werden kann.