Grosser Rat

Plakate, Flyer und Facebook: Wahlkampf soweit das Auge reicht

Auf dem Neumarktplatz in Brugg konkurrieren die Wahlplakate, unter anderem das von Doris Iten mit Maske.

Auf dem Neumarktplatz in Brugg konkurrieren die Wahlplakate, unter anderem das von Doris Iten mit Maske.

Die Grossratswahlen stehen vor der Tür. Die amtierenden Grossräte des Bezirks Brugg kämpfen um die verbleibenden 10 Sitze. Wer aus der Menge sticht und wer vergeblich gesucht wird.

Bis zu den Grossratswahlen am 18. Oktober sind es nur noch 10 Tage. Bemerkbar macht sich das vor allem auch in der Präsenz der Kandidierenden im Bezirk: Standaktionen und Wahlplakate prägen das Bild rund um den Brugger Bahnhof. Für die kommende Amtsperiode ist im Bezirk Brugg mit 10 Mandaten ein Sitz weniger zu vergeben als bei den letzten Grossratswahlen vor vier Jahren. Für die nächste Amtszeit stellen sich alle amtierenden Grossräte erneut zur Verfügung. Wer von ihnen wegen des Mandatsverlusts des Bezirks Brugg seinen Platz im Kantonsparlament verliert, bleibt abzuwarten.

Im diesjährigen Wahlkampfgeschehen sticht eine Kandidatin aus der Menge der Bisherigen heraus. Doris Iten, amtierende Grossrätin der SVP aus Birr, wirbt mit einem besonders vielfältigen Programm für sich. Die meiste Aufmerksamkeit zieht die Serie an Wahlplakaten auf sich, die Iten mit Schutzmaske zeigt. «Die Aktion soll klarmachen, dass die Gesundheit wichtiger ist als Wahlkampfpropaganda», sagt sie. Im ersten Moment sei sie erschrocken, als sie sich selbst so mit Maske auf dem Plakat gesehen hat. «Aber man soll sich daran gewöhnen, die Masken gehören in diesen Zeiten halt zum Alltag», erklärt Iten.

Der Wahlkampf findet nicht nur auf offener Strasse statt

Nebst materiellen Werbemitteln ist Iten auch im Internet eine der aktivsten Vertreterinnen der Brugger Grossräte. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht, die FDP stellt mit Titus Meier aus Brugg ebenfalls einen starken Kandidaten auf, der mit vielen Plakaten und seiner täglichen Präsenz in den sozialen Medien im Gedächtnis bleibt.

Im gleichen Umfang betreibt der Windischer SP-Kandidat Dieter Egli seinen Wahlkampf. Dieser ist in erster Linie aber auf die Regierungsrats­wahlen ausgerichtet, für die er kandidiert. Dass Egli auch wieder als Grossratskandidat antritt, ist auf den Plakaten nicht erkennbar, auf der Liste der SP wird er trotzdem als Spitzenkandidat für den Grossen Rat an erster Stelle geführt.

Innerhalb der SVP gibt es unter den vier Bisherigen eine grosse Spannweite, was das Engagement im Wahlkampf betrifft.

Nicht alle Grossratskandidaten setzen auf Plakate

Die starke Präsenz von Doris Iten und auch ihrer Parteikollegin Tonja Kaufmann aus Hausen werfen einen Schatten auf die dritte Frau im Bunde, Maya Meier aus Auenstein. In den sozialen Medien sucht man vergeblich nach einem öffentlichen Profil der SVP-Kandidatin. Auch in der Brugger Innenstadt taucht sie zwischen all den anderen Wahlplakaten nicht auf.

Auf die Frage nach ihrer Wahlkampfstrategie sagt Meier, dass sie bewusst darauf verzichtet und sich lieber über Standaktionen und Podiumsdiskussionen präsentiert. «Ich bin immer diese Wahlkampf-Schiene gefahren und bisher hat es immer auch ohne Plakate funktioniert. Ich setze mehr auf Flyer, die Plakate gehen den Menschen schnell auf die Nerven und bringen meiner Meinung nach auch nicht viel», hält sie fest.

Nebst dieser Ausnahme laufen die Wahlkampfprogramme aber parteiübergreifend in einem ähnlichen Rahmen ab, grosse Auffälligkeiten – zeigt ein stichprobenartiger Vergleich – lassen sich weder im Internet noch direkt auf der Strasse ausmachen. In diesem Sinne bleibt es auf jeden Fall bis zum Wahltag spannend, welche Bisherigen sich erneut behaupten können und wer am Ende dann doch leer ausgeht.

Alle Kandidierenden aus dem Bezirk Brugg:

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