Brugg

Politikerinnen fordern hindernisfreie Wege für Fussgänger: «Diese Steine bilden Stolperfallen»

Der Steinbelag in der Hofstatt.

Der Steinbelag in der Hofstatt.

Flache, abgeschliffene Steine sowie ebene Trottoirs bieten eine deutliche Verbesserung für den Fussverkehr, halten die Einwohnerrätinnen Silvia Kistler (FDP) und Rita Boeck (SP) fest.

Gesunde Fussgänger mit flachen Schuhen haben keine Probleme. Aber: Für die Kleinsten, für Ältere oder für Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung stellen viele Strassen in Brugg eine Behinderung und eine Gefahr dar, stellen die Einwohnerrätinnen Silvia Kistler (FDP) und Rita Boeck (SP) fest. Mit einem Postulat machen sie sich stark für hindernisfreie Wege und Plätze für den Fussverkehr.

In ihrer Begründung verweisen die beiden Einwohnerrätinnen auf die seinerzeitige Neugestaltung der Hauptstrasse in der Altstadt mit dem Asphaltbelag in der Mitte und der beidseitigen Guberpflästerung. Nachträglich sei zwar ein Streifen für die bessere Begehung abgefräst worden.

Aber: Dieser Streifen befinde sich nur auf der Westseite und sei zu schmal, zudem liege er heute hauptsächlich unter den parkierten Autos. Die asphaltierte Mitte, theoretisch eine begehbare Alternative, werde von Fahrrädern, Postautos und Autos benutzt. Dieser Bereich sei deshalb vor allem für weniger mobile Fussgängerinnen und Fussgänger gefährlich.

Die relativ starke Steigung der Hauptstrasse von der Brücke bis zum «Roten Haus» stelle ein zusätzliches topografisches Erschwernis dar, das «natürlich» nicht zu korrigieren sei, sind sich Silvia Kistler und Rita Boeck bewusst. Steine und Bodenbelag jedoch könnten angepasst werden.

Auch der Bollersteinbelag in der Hofstatt und zum Stadtmuseum, wo viele Hochzeiten stattfinden, sei für Alt und Jung ein Handicap, nicht nur für körperlich beeinträchtigte Menschen, fahren die Einwohnerrätinnen fort. Gleiches gelte für die roten Steine auf dem Neumarktplatz.

Diese Plätze könnten ohne grossen Einfluss auf das Erscheinungsbild mit einem gehfreundlichen, hindernisfreien Wegstreifen ergänzt werden, sind Silvia Kistler und Rita Boeck überzeugt und nennen als Beispiel den Eingangsbereich zum Kornhaus. Plätze zum Verweilen mit einer Sitzbank unter einem schattenspendenden Baum, fügen sie an, seien in der Stadt vielfach mit einem Bodenbelag aus Gubersteinen ausgelegt. «Diese Steine bilden Stolperfallen, sodass diese Ruheorte aus Sicherheitsgründen vor allem von Menschen mit Gehhilfen nicht aufgesucht werden können.»

Nicht zuletzt erfordern schräge Trottoirs mit Gefälle zur Strasse hin von Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung sowie von Personen, die Kinderwagen und Rollstühle stossen, viel Kraft. «Diese Trottoirs sollen den Bedürfnissen der Menschen angepasst werden. Bei Strassenübergängen dürfen durch Randsteine keine Gruben entstehen.»

Für Silvia Kistler und Rita Boeck ist klar: «Flache und abgeschliffene Steine und ebene Trottoirs sowie flache Überquerungen bieten eine deutliche Verbesserung für den Fussverkehr.» Wegstreifen müssten genügend Breite für Rollatoren oder Rollstühle aufweisen und sollten beidseits der Strassen vorhanden sein.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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