Wer mit dem öV unterwegs ist und auf den Flugplatz Birrfeld möchte, muss einen etwa halbstündigen Fussmarsch auf sich nehmen. Das könnte sich bald ändern. Denn im vergangenen August beantragte der Verein Tourismus Region Brugg bei der Postauto Schweiz AG, den Flugplatz Birrfeld mit der Verlängerung der Buslinie 363 (Brugg–Mülligen–Birrhard) ans öV-Netz anzubinden. Vor allem bei günstiger Witterung sei der Flugplatz ein beliebtes Ausflugsziel. Viele nutzen einen Besuch im Restaurant und auf dem grossen Kinderspielplatz, um den Flugzeugen – oft sogar während Stunden – zuzuschauen.

Damit nicht alle Besucher individuell anreisen müssen, schlug der Tourismusverein Region Brugg der Postauto Schweiz AG zwischen 10 und 17 Uhr eine Ergänzung der Linie 363 vor. «Der gegenwärtig gültige Fahrplan zeigt auf, dass das Anliegen praktisch ohne Mehrkosten realisiert werden kann», lautete die Begründung des Tourismusvereins.

Das Postauto kommt um XX.19 Uhr in Birrhard an und fährt um XX.34 Uhr zurück. Diese Viertelstunde Wartezeit kann laut dem Tourismusverein genutzt werden für einen ergänzenden Halt auf dem Flugplatz. Die zusätzliche Distanz betrage 2,1 Kilometer, was einer Fahrzeit von 3 Minuten entspreche.

Knapp 10'000 Franken pro Jahr

Aus Sicht von Postauto Schweiz wäre eine Verlängerung der Buslinie 363 zum Flugplatz Birrfeld an den Wochenenden tatsächlich möglich. «Der Ball liegt nun wieder beim Verein Tourismus Region Brugg. Dieser müsste bis allerspätestens im September einen Weg für die Finanzierung finden», sagt Postauto-Sprecherin Katharina Merkle. Konkret gehe es um jährliche Kosten von «ein paar tausend Franken», jedoch weniger als 10'000 Franken.

Laut dem Tourismusverein seien weder die Gemeinde Lupfig noch der regionale Planungsverband Brugg Regio bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. Die Antragsteller haben nun beim Aero-Club Aargau eine entsprechende Anfrage deponiert. Denkbar sei auch ein Pilotversuch für 2 bis 3 Jahre. Die Antwort ist laut Hansruedi Sommer vom Tourismusverein noch offen.

Wendeplatz muss gesucht werden

Könnte sich nicht auch der Kanton an den Kosten für den Ausbau des öV-Angebots beteiligen? Jürg Bitterli, Projektleiter öffentlicher Verkehr beim Kanton, sagt dazu: «Es ist nicht primär Sache des Kantons, Ausflugsziele mit dem öV zu erschliessen.» Im Fall der Linie 363 (Brugg–Birrhard–Mellingen), wäre es möglich, am Wochenende zum Flugplatz zu fahren. Die Bedingungen sind laut Bitterli aber, dass die Infrastruktur dies zulässt (Fahrweg, Wendemöglichkeit, Haltestelle) und sich Dritte (Flugplatz, Tourismusverein etc.) beteiligen an den Zusatzkosten einer öV-Anbindung (Grenzkosten einer Linienverlängerung Birrhard–Flugplatz).

Die Thematik einer öV-Erschliessung des Flugplatzes Birrfeld tauche ab und zu wieder auf, sagt Bitterli. Das Gesuch des Tourismusvereins sei im September an der Sitzung der Fahrplankommission des regionalen Planungsverbands Brugg Regio auch mit dem Kanton besprochen worden. Der Ball sei dann zurück an den Tourismusverein zur weiteren Abklärung bezüglich Infrastruktur und möglicher Finanzierung gegeben worden. «Bis heute haben weder der Kanton noch Postauto eine Rückmeldung erhalten», hält Bitterli fest.