Brugg

Rätselhafter Fund ist jetzt zu sehen im Vindonissa Museum

Die aktuelle Präsentation im Vindonissa Museum in Brugg ist dem einmaligen Lampendepot gewidmet. Dieses gibt noch immer Rätsel auf.

Von einem unerwarteten und einzigartigen Fund ist die Rede: Im Herbst 2016 ist bei der Grabung auf dem Linden-Areal in Windisch – knapp unter der Oberfläche – eine römische Kochschüssel mit aussergewöhnlichen Inhalt zum Vorschein gekommen. Insgesamt 22 Öllampen aus Ton waren platziert, darauf lagen fein säuberlich Bronzemünzen, darum herum befanden sich die Reste von verbrannten Lammkeulen.

Jetzt präsentiert die Kantonsarchäologie den überraschenden und kostbaren Fund in der Vitrine «Aktuell» im Vindonissa Museum in Brugg. «Lämmer, Lampen, Münzen – ein rätselhafter Depotfund aus Vindonissa», lautet der Titel. Dicht gedrängt standen die Besucher an der Vernissage am Donnerstagabend. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass von der Juniorband Windissimo.

Die Erklärungen fehlen

Jürgen Trumm, Leiter Ausgrabungen Vindonissa, erinnerte daran, dass auf dem Linden-Areal – also just vor den Toren des einstigen Legionslagers – zuerst lediglich eine unauffällige Schicht entdeckt wurde. Zu erkennen gewesen sei eine Grube, eine dunkle Verfärbung. Mit «unglaublichem Scharfsinn» habe das dort tätige Grabungsteam die Bedeutung erkannt, stellte Trumm fest. Lampen, Münzen und Knochen seien in minutiöser Feinarbeit freigelegt und dokumentiert worden. Die jüngste Münze mit dem Abbild von Kaiser Nero stammt aus dem Jahr 68 n. Chr.

Lampen und Muenzen - Überraschung in Windisch

Lampen und Muenzen - Überraschung in Windisch (14. November 2016)

Archäologen entdecken einen überraschenden Fund an der Zürcherstrasse in Windisch: Ein römischer Kochtopf, der vollkommen mit Öllampen gefüllt ist. Ein Restaurator der Kantonsarchäologie legt die Lampen in Kleinstarbeit im Labor frei.

Was es mit der Bedeutung des Lampendepots, mit dieser Kombination, auf sich hat, wissen die Archäologen allerdings – noch – nicht, führte Trumm weiter aus. Gesucht wurde nach Hinweisen und Erklärungen in der Literatur und bei den Spezialisten. Ohne Erfolg. Es hat sich herausgestellt, dass dieses Ensemble einmalig ist. Anders gesagt: Viele Fragen bleiben offen, bieten Raum für Spekulationen.

Sie habens nicht immer einfach

Das Lampendepot habe in der Öffentlichkeit sowie in der Fachwelt für Aufsehen gesorgt, bestätigte Kantonsarchäologe Georg Matter. Es zeige das Potenzial des «herausragenden» Fundplatzes Vindonissa. Matter wies ebenfalls auf das Spannungsfeld hin, auf das nicht immer einfache Verhältnis zwischen Kantonsarchäologie auf der einen sowie Einwohnern, Bauherren, Gemeinde oder Bund auf der anderen Seite. Für die Untersuchungen aber brauche es alle Partner.

Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin in Windisch, hob hervor, dass der «sensationellen» Geschichte und damit den Schätzen aus dem Boden eine grosse Bedeutung beigemessen werde in Windisch. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Geschichte von Vindonissa nie vergessen geht und die neue Ausstellung – sie sprach von einer wunderschönen Vitrine – Beachtung findet.

Im Vindonissa Museum präsentiert werden die bedeutendsten Erkenntnisse aus mehr als 100 Jahren Ausgrabungen in Vindonissa. Museumsleiterin Rahel Göldi freute sich, dass jetzt ein exklusiver Fund dazu kommt.

Übrigens: Auf dem Linden-Areal an der Zürcherstrasse legte das Grabungsteam die Überreste aus vier Jahrhunderten römischer Besiedlung frei. Entstehen wird auf dem Grundstück jetzt eine Überbauung mit insgesamt 31 altersgerechten Wohnungen.

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