Brugg/Windisch

Rahel Göldi leitet neu das Vindonissa-Museum in Brugg

Wer heute das Vindonissa-Museum besuchen will, muss an der Türe klingeln. Daran soll sich nichts ändern.

Wer heute das Vindonissa-Museum besuchen will, muss an der Türe klingeln. Daran soll sich nichts ändern.

Die Archäologin Rahel Göldi wird ab Januar 2017 Leiterin des Vindonissa-Museums in Brugg und somit Nachfolgerin von René Hänggi. Das Vindonissa-Museum wird ab dem neuen Jahr unter dem Dach von «Museum Aargau» geführt.

Rahel Göldi wird ihr Pensum als Leiterin des Legionärspfads künftig mit der 40-Prozent-Stelle im Vindonissa-Museum ergänzen. Diese Neuerung wurde an der Jahresversammlung der «Gesellschaft pro Vindonissa» (GPV) im Saal des Kino Odeon bekannt gegeben. «Ich habe 40 Prozent des Legionärspfad-Pensums anderweitig verteilt, denn ich kann ja nicht über 100 Prozent arbeiten», erklärte die Archäologin.

Sie sehe das kommende Jahr als Findungsphase, um die beiden Betriebe Legionärspfad und Vindonissa-Museum zusammenzulegen. Rund 50 Mitarbeitende sind es, die sich in den letzten beiden Monaten vor dem Neuanfang austauschen und kennenlernen.

Ein Abschied mit einem Film

Für die Geschichtsvermittler und Führerinnen des Legionärspfads bedeutet dies, dass sie sich mit dem Befund auf dem Gelände ebenso auskennen müssen wie mit den Objekten im Museum. Arbeitsgruppen seien momentan daran, Zuständigkeiten und Schnittstellen zu bestimmen. «Es geht um ganz einfache Dinge: Wie melde ich mich am Telefon oder wie kommunizieren wir nach innen und aussen», meinte Rahel Göldi. Die «To-do-Liste» sei sehr dick. Thomas Pauli, Kulturchef des Kantons, zeigte sich äusserst zufrieden mit der Wahl. Er erläuterte, dass es für das Museum Aargau in puncto Wahrnehmung noch Luft nach oben gebe.

Der bisherige Leiter René Hänggi prägte 26 Jahre lang die Geschicke des Vindonissa-Museums: «Ich verlasse die Gesellschaften auf Ende Jahr und werde mich neu orientieren», sagte er an die Versammlungsmitglieder gerichtet. Hänggi verabschiedete sich mit einem Film aus dem Jahr 2005. Darin sind nebst den Kulturgütern auch tanzende Menschen im Museum zu sehen. Er bedankte sich bei GPV-Präsident Walter Tschudin, Kassier Urs Widmer, Kantonsarchäologe Georg Matter und allen Mitarbeitenden und wünschte dem Museum Mut und Elan für weitere Jahre.

Jetzt kommt die finale Phase

Vor einem Jahr beschloss der Kanton, das Vindonissa-Museum mit dem Legionärspfad zusammenzuführen und zwecks Erhöhung des Bekanntheitsgrads unter das Dach von Museum Aargau zu stellen. Zum Museum Aargau gehören heute die Schlösser Lenzburg, Hallwyl, Wildegg und Habsburg, das Kloster Königsfelden und der Legionärspfad.

Total 251 000 Besucherinnen und Besucher konnte das Museum letztes Jahr begrüssen. Rund 56 Prozent waren Gäste aus anderen Kantonen. «Sie kamen vor allem aus dem Kanton Zürich», sagte Thomas Pauli.

Er sprach von der jetzigen finalen Phase, in der es darum gehe, die strategischen Ziele umzusetzen: So müssten die Aufgaben von Kantonsarchäologie, GPV und Museum Aargau neu miteinander verbunden, das Personal mit seinen Aufgaben und Prozessen vertraut gemacht werden. Das wichtigste Ziel sei es, das Vindonissa-Museum gegen aussen als Teil des Museums Aargau erkennbar zu machen.

Schwankungen sind ein Problem

GPV-Präsident Walter Tschudin hatte zuvor erläutert, woran die GPV als Eigentümerin des Vindonissa-Museums momentan arbeite und sprach die Temperaturschwankungen im Innern des Museums an: «Diese sind problematisch für die Kulturgüter.» Eine Lösung wären klimatisierte Vitrinen. «Doch das geht nicht mit 100-jährigen Vitrinen», sagte Tschudin.

Wer heute das Museum besuchen will, muss an der Türe klingeln. Das wird auch weiterhin so gehandhabt: «Das geschieht aus reinem Sicherheitsdenken.» Zudem sei dies eine spezielle und traditionelle Eigenschaft des Museums, sagte Tschudin dazu.

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