2011 war das Jahr, in dem Prinz William und Kate Middleton heirateten, in dem Bundesrätin Micheline Calmy-Rey zurücktrat – und in dem das Aargauer Stimmvolk Ja sagte zum Campus-Kauf und damit zur Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch.

Diese beiden Gemeinden packten damals auch gemeinsam die Revision der Ortsplanung an – um aufzuzeigen, wie sich das Zentrum entwickeln soll als attraktiver Wohn-, Arbeits- und Bildungsstandort. Unzählige Abklärungen, Gespräche und Beratungen später mit diversen Beteiligten samt deren unterschiedlichsten Ideen und Anliegen, Meinungen und Ansprüchen, geht die umfassende, breit abgestützte Planung unter dem Titel «Raum Brugg Windisch» in die letzte Runde.

Elf Mitglieder vorgeschlagen

Der Einwohnerrat Windisch hat die Revision mit wenigen Änderungen und grosser Mehrheit gutgeheissen im vergangenen November. In Brugg steht das Geschäft an der Sitzung des Einwohnerrats am Freitag, 25. Januar, zur Debatte. Allerdings wird – voraussichtlich – noch nicht entschieden über die Revision. Denn auch wenn die fixfertige Botschaft vorliegt, soll anders als in der Nachbargemeinde Windisch in einem nächsten Schritt eine Spezialkommission eingesetzt werden, die sich vertieft mit der komplexen Materie auseinandersetzt.

Wie und warum es zu diesem Vorgehen kam, erklärt auf Nachfrage Stadtammann Barbara Horlacher. Sie verweist auf das Geschäftsreglement des Einwohnerrats. «Zur Vorbehandlung wichtiger und vielschichtiger Geschäfte kann der Einwohnerrat weitere Kommissionen bestellen», heisst es unter Artikel 41. Bei der Ortsplanungsrevision sei von den Fraktionen der Wunsch geäussert worden nach einer solchen Spezialkommission, führt Barbara Horlacher aus. Und weil dieser Wunsch im Vorfeld bekannt war, konnte – um die Abläufe zu beschleunigen und nicht unnötig Zeit für Formalitäten zu verlieren – die Bestellung dieser Spezialkommission sowie die Wahl der Mitglieder gleich traktandiert werden für die kommende Sitzung.

Das Einwohnerratsbüro beantragt eine Kommission, die elf Mitglieder umfasst und gemäss Fraktionsstärke zusammengesetzt ist. Vorgeschlagen werden: Titus Meier (FDP), Jürg Hunziker (FDP), Hanspeter Stalder (FDP), Walter Brander (SVP), Patrick von Niederhäusern (SVP), Pascal Ammann (SP), Franziska Rabenschlag (SP), Barbara Geissmann (CVP), Konrad Zehnder (EVP), Adriaan Kerkhoven (GLP) und Thomas Gremminger (Grüne). Nach ihrer Wahl wird sich die Spezialkommission zu einer konstituierenden Sitzung treffen und ihre Arbeitsweise definieren. Am Schluss wird die Spezialkommission Bericht und Antrag erstatten zuhanden des Einwohnerratspräsidenten. Der Stadtrat sei erst dann wieder am Zug, wenn die materielle Beratung des Geschäfts im Einwohnerrat durch sei und allfällig gutgeheissene Rückweisungsanträge zu behandeln seien, fügt Barbara Horlacher an.

Der Kanton hat das letzte Wort

In Windisch wurde beispielsweise das Hochhauskonzept als ein Bestandteil der Ortsplanung hauchdünn zurückgewiesen. Welchen Einfluss hat dieser Entscheid auf Brugg? «Derzeit keinen», antwortet Barbara Horlacher. «Der Einwohnerrat in Brugg kann unabhängig davon beschliessen, ob er einverstanden ist mit dem Hochhauskonzept.» Ist die Revision der Nutzungsplanung mit der Bau- und Nutzungsordnung sowie dem Bauzonen- und Kulturlandplan beschlossen, kann sie dem Kanton zur Genehmigung eingereicht werden.

Der Zeitplan ist laut Barbara Horlacher abhängig von den nun anstehenden Diskussionen. Sie hofft aber, dass der Einwohnerrat das Geschäft spätestens im Herbst 2019 materiell behandeln und die revidierte Nutzungsplanung beschliessen wird.

Einwohnerrat Freitag, 25. Januar, 19.30 Uhr, Rathaussaal.