Bezirksgericht Lenzburg

Römische Waffen im Legionärspfad gestohlen: Renitenter Dieb wird des Landes verwiesen

Amerikaner steht wegen Diebstahls historischer Waffen vom Legionärspfad vor dem Bezirksgericht Lenzburg

Der Beitrag von «Tele M1» zum Gerichtsfall in Lenzburg.

Das Bezirksgericht Lenzburg hat einen Amerikaner wegen mehrerer Delikte verurteilt. Unter anderem hatte er in Windisch Kopien römischer Gegenstände entwendet.

Im vergangenen Sommer stahl ein 41-jähriger Amerikaner im Legionärspfad Vindonissa in Windisch ein römisches Schwert, einen Dolch, einen Helm, Öllämpchen und Messer. Dafür musste er sich nun vor dem Bezirksgericht Lenzburg verantworten. 

Dort sagte der Mann aus, dass die Vorwürfe alle nicht stimmten. Die Objekte des Museums Aargau, zu dem der Legionärspfad gehört, habe er nicht geklaut, sondern ganz legal auf einem Flohmarkt erworben. Die Messer habe er sogar schon in den USA besessen und sei mit ihnen ganz normal durch den Sicherheitscheck am Flughafen gekommen. 

Wirklich glaubwürdig waren seine Aussagen allerdings nicht, wie «Tele M1» berichtet. Denn der Angeklagte sei vor Bezirksgericht unhöflich gewesen und habe immer wieder drein geredet.

Verwendung der Waffen bleibt unklar

Die Beutestücke des Amerikaners sind nachgebildete römische Gegenstände und Rüstungsteile. Was der Angeklagte mit dem Material anstellen wollte, gab er vor Gericht nicht preis.

Das Museum Aargau ist erfreut und erleichtert, dass nun klar ist, wo sich das Diebesgut befindet. In einer Stellungnahme heisst es: «Wir freuen uns, dass nach der erfolgten Verhandlung die am Legionärspfad Vindonissa entwendeten Kopien römischer Gegenstände wieder zurück an den Legionärspfad kommen.»

Wegen weiterer Delikte verurteilt

Nebst dem Diebstahl musste sich der 41-Jährige auch wegen Gewalt und Drohung gegenüber Behörden und Beamten verantworten. Konkret hatte er sich gegen eine DNA-Probe gewehrt und Beamte angespuckt. So verliess der Angeklagte das Gerichtsgebäude wie ein Schwerverbrecher: mit verdecktem Gesicht, Handschellen und Fussfesseln.

Das Bezirksgericht Lenzburg verurteilte den Amerikaner zu einer bedingten Geldstrafe von 10'800 Franken und einer Busse von 500 Franken. Zudem darf er die Schweiz und den Schengen-Raum während fünf Jahren nicht betreten.

Impressionen vom 10-jährigen Jubiläum des Legionärspfades

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