Jubiläum

Seit 100 Jahren fliegen die Bälle: Der Tennisclub Bad Schinznach feiert sein langes Bestehen

Grossvater Fritz Kern teilt mit seinem Enkel Levin die Leidenschaft für den Tennissport.

Grossvater Fritz Kern teilt mit seinem Enkel Levin die Leidenschaft für den Tennissport.

Der Tennisclub Bad Schinznach blickt auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurück. Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum setzt er nun auf die Karte Jugend.

91 Jahre stehen auf dem Tennisplatz, wenn Fritz Kern gegen seinen Enkel Levin spielt. Beide sind Mitglied im Tennisclub Bad Schinznach, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Der 80-Jährige aus Windisch steht nach wie vor mehrmals wöchentlich auf dem Platz.

Die Leidenschaft für den Ballsport liegt in der Familie. Bereits Fritz Kerns Vater war erfolgreicher Amateurspieler bis zur höchsten nationalen Liga und stand gar im stolzen Alter von 95 Jahren noch auf dem Tennisplatz. Enkel Levin wohnt in Zürich und wurde kürzlich in das Jugendkader des Zürcher Regional-Tennisverbands aufgenommen, nachdem er das Jugendförderprogramm im Tennisclub Bad Schinznach durchlaufen hat. Auch Levins Mutter Petra und deren Schwester waren im nationalen Tennissport in der ersten Liga mit den Tennisclubs Brugg und Wettingen erfolgreich.

Seit 1968 ist Kern Mitglied im Tennisclub Bad Schinznach

Die Ferien verbringt Levin bei seinem Opa in Windisch. Fritz Kern steht der Stolz ins Gesicht geschrieben. «Es ist schon etwas Besonderes, seine Leidenschaft mit dem Enkel teilen zu dürfen und mit ihm auf dem Platz zu stehen», sagt er.

Seit 1968 ist Kern Mitglied im Tennisclub Bad Schinznach. «Damals war Tennis noch ein sehr elitärer Sport», sagt der ehemalige Marketingverantwortliche und Projektleiter bei der BBC/ABB. So wurden die Mitglieder handverlesen und hatten nebst einer Eintrittsgebühr auch ein Empfehlungsschreiben eines angesehenen Bürgers vorzuweisen.

Bei ihm war es Ständerat Maximilian Reimann, der sich für ihn aussprach. In Erinnerung schwelgend berichtet der Österreicher von den internationalen Pfingstturnieren, die der Klub bis 1985 abhielt. Stars wie Heinz Günthardt und Jakob Hlasek spielten jeweils an den gut besuchten Turnieren. Auch von den legendären Tennisbällen, die zumeist im Silbersaal des Parkhotels zum Abschluss der Saison stattfanden, schwärmt er.

Durchmischung sorgt für ein aktives Vereinsleben

Mittlerweile hat sich Tennis zum Breitensport gemausert, was auch seine Nachteile mit sich zieht. Der Tennisclub Bad Schinznach kämpft mit Mitgliederschwund. Umso mehr freut sich Präsident Udo Drewanowski über den talentierten Kern- Sprössling in seinen Reihen. Seit 16 Jahren leitet Drewanowski die Geschicke des Tennisclubs. Jugendförderung war ihm von Anfang an ein grosses Anliegen.

Unter seiner Führung konnte diese Kategorie ausgebaut werden. Mittlerweile sind 30 Junioren und 29 Kids im Klub aktiv und werden von zwei Trainern ausgebildet und betreut. «Ich wollte eine Durchmischung der Generationen, um so mehr Leute zu aktivieren», sagt Drewanowski. Wichtig dabei ist dem gebürtigen Deutschen aber auch, dass dabei die ältere Generation nicht vergessen geht. «Mein Ziel ist es, den Tennisclub Bad Schinznach als funktionierenden Verein in die Zukunft zu führen», sagt er. Er bezeichnet sich als mässig guten Tennisspieler. «Es muss nicht jeder ein Federer oder Wawrinka sein.»

Die Corona-Massnahmen des Bundes waren für den Verein einschneidend. «Es herrschte grosse Unsicherheit», sagt Drewanowski. Auch als am 11. Mai wieder Tennis gespielt werden durfte, war das Vereinsleben nicht wie zuvor. Geselligkeit und Miteinander waren nicht mehr möglich. Mittlerweile ist der Spielbetrieb wieder weitestgehendst normal. Das Jubiläumsfest, das im August hätte stattfinden sollen, wird um ein Jahr verschoben. «Dann feiern wir halt nächstes Jahr 100+1 Jahre», sagt der Präsident.

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