In der Brugger Hofstatt ist einiges los, an diesem Samstag kurz vor 12 Uhr. Auf Holztischen fein säuberlich zusammengefaltete Sweat-Shirts, T-Shirts, Pullover sowie kurze Hosen werden hochgehalten, angeschaut und entweder mitgenommen oder wieder zurückgelegt. Blusen, Jupes, Röcke, aber auch Wintermäntel und Jacken hängen an Garderobenstangen rund um den Hofstatt-Brunnen.

Frauen können ihre Kleider hier abgeben und im Gegenzug andere mitnehmen. «Man kann aber auch nur Kleider abholen, oder nur bringen», erklärt Fabienne Braun vom Organisations-Komitee. Gemeinsam mit Verena Theile und Maja Neumann ist sie Initiantin der ersten Stunde, Claudia Filipek ist neu im OK.

Anlass hat sich etabliert

«Auch heute läuft es grandios», so Fabienne Braun und Kollegin Verena Theile ergänzt: «Es gibt Leute, die kommen jedes Jahr hierhin.» Die Börse hat sich etabliert, bereits jetzt sind die Hofstatt und das Salzhaus für das nächste Jahr, am letzten Schulsommerferien-Wochenende, gebucht.

«Anfangs wollten die Leute nicht abwarten, bis wir die Absperrbänder weggenommen hatten. Nun haben sie gemerkt, dass laufend neue Ware auf den Tischen deponiert wird», sagt Verena Theile. Denn diese zwei Regeln sind an der «Frauen tauschen Kleider Börse» fest verankert: Die abgegebenen Kleider müssen sauber und ganz sein, zudem darf nicht in den vollbepackten Säcken unter den Holztischen herumgewühlt werden.

Was ihnen an dieser Ausgabe besonders gefällt, ist die lockere Atmosphäre, die gute Stimmung. Zwischen den Kleiderstangen wird diskutiert und verglichen, im lauschigen Café gönnt man sich selbstgebackenen Kuchen.

Spontan Kuchen gebracht

An der 1. Börse starteten die Frauen mit rund 10 Helferinnen, mittlerweile sind es 15 bis 20. «Bei uns läuft alles relativ spontan ab. Wir haben keinen Einsatzplan», sagt Fabienne Braun. Doch nach den diversen Organisationen wissen die Frauen, worauf sie achten müssen. Es kommen auch Helferinnen spontan mit einem Kuchen vorbei.

Auf die Frage, ob es die «Frauen tauschen Kleider Börse» in 50 Jahren auch noch geben wird, lachen Fabienne Braun und Verena Theile. «Wir denken schon, dann halten wir uns aber im Hintergrund auf. Es wäre ja schade, das Ganze aufzugeben, jetzt da wir alles haben und wissen, was zu tun ist.»