Klein und fein, gemütlich und übersichtlich ist das idyllisch gelegene Schwimmbad in Villnachern – und erfreut sich grosser Beliebtheit. Nur: Die Zukunft ist ungewiss. Die Gemeinde muss sparen.

Für den Erhalt kämpft die IG Badi. Denn es handle sich um einen tollen und geschätzten Treffpunkt für alle Generationen, der massgeblich zur Attraktivität der Gemeinde beitrage, um einen schönen Ort auch für kulturelle Anlässe. Es sei ein Angebot, «das sich Villnachern leisten sollte», sagen Präsident Thomas Märki und Aktuarin Uschi Remonnay beim Gespräch an diesem Sommernachmittag.

Der Himmel ist bedeckt, die Temperaturen sind angenehm, im Wasser ist niemand, aus der Strandbar ertönt fröhliches Stimmengewirr. Die IG Badi will darauf aufmerksam machen, welchen Mehrwert das Dorf am Schwimmbad hat und was eine Schliessung bedeuten, was verloren gehen würde.

Die Infrastruktur funktioniert

Die Anlage am Rand von Villnachern stammt aus den Fünfzigerjahren, wurde erstellt mit dem Bau des Flusskraftwerks der damaligen Nordostschweizerischen Kraftwerke AG (NOK). Am 15. November 1995 wurde die IG Badi gegründet. Damals stand mit der Sanierung eine grosse Investition an im Schwimmbad. Es wurde Geld gesammelt. Das erste Projekt wurde abgeschmettert, das zweite, günstigere kam schliesslich durch.

Das sei ein riesiger Erfolg gewesen, denn ohne Erneuerung hätte das Schwimmbad geschlossen werden müssen, blickt Präsident Märki zurück. Die Infrastruktur funktioniere, dank sorgfältigem Betrieb durch das Badmeister-Team, auch heute noch einwandfrei. «Grössere Veränderungen sind nicht notwendig, ein zeitlicher Druck besteht in dieser Hinsicht nicht.»

Gruppierung markiert Präsenz

Eine kleine Gruppierung aus fünf bis zehn Personen blieb in der Folge bestehen, wirkte seither eher im Hintergrund. Sie unterstützt das Badi-Team tatkräftig, leistet immer wieder Fronarbeit. Als Beispiele nennen Märki und Remonnay die Pflege der Umgebung.

Auch werden regelmässig Anschaffungen übernommen, um die Anlage aufzuwerten, seien es Spielgeräte für die Kinder oder ein Handlauf aus Chromstahl für das Becken. «Es können Wünsche erfüllt werden, die über das Budget nicht gedeckt sind.» Kurz: «Wir möchten ideell und materiell an den Werterhalt des Schwimmbads beitragen», fassen Märki und Remonnay zusammen.

Als der Gemeinderat vor drei, vier Jahren einschneidende Sparmassnahmen ankündigte und auch die Schliessung der Badi ein Thema wurde, beschloss die Gruppierung, ihre Aktivitäten und Präsenz zu verstärken, die Mitgliederzahl zu steigern. Aktuell besteht die IG Badi aus einem fünfköpfigen Vorstand sowie aus über 170 Mitgliedern, der überwiegend grösste Teil aus Villnachern selber. Durch diese Grösse erhalte die IG Badi eine gewichtige Stimme bei den Fragen rund um die – gesicherte – Zukunft des Schwimmbads, stellen Märki und Remonnay fest.

Im letzten Sommer wurde eine breit aufgestellte, altersmässig bunt durchmischte Arbeitsgruppe gebildet, die neue Ideen sammelt, weiterentwickelt und unkompliziert umsetzt: Familien-Zelten mit Open-Air-Kino, Ponyreiten für Kinder, Ü60-Spielnachmittag, Facebook-Auftritt oder Flyer sind nur ein paar Stichworte. «Es ist uns wichtig, dass wir mit unseren Aktivitäten Jüngere und Ältere sowie ganze Familien ansprechen und damit für Leben in der Badi sorgen können», sagen Märki und Remonnay.

Es laufen die Abklärungen

Das nächste halbe Jahr steht für die IG Badi unter dem Motto «Optionen». Auf Anfrage des Gemeinderats werden Möglichkeiten geprüft, wie die Betriebskosten gesenkt werden können. Diese belaufen sich auf rund 100 000 Franken pro Jahr, was etwa 3 Steuerprozenten entspricht.

Wie stellt sich die IG Badi den Weiterbetrieb des Schwimmbads trotz Sparmassnahmen vor? Für eine konkrete Antwort sei es definitiv noch zu früh, antwortet Märki. «Wir werden einen Kriterienkatalog erstellen, eine Analyse machen und abklären, was sinnvoll sein kann. Gegen Ende Jahr werden wir mit dem Gemeinderat zusammensitzen und die Optionen diskutieren.» Eine Badi kostendeckend zu führen, da macht sich der Präsident keine Illusionen, sei fast unmöglich. Er hofft in erster Linie, dass alle Beteiligten mit offenen Karten spielen, dass fair diskutiert und ehrlich argumentiert wird. «Wir wollen mit Fakten arbeiten. Dann werden wir die richtigen Lösungen finden.»

Märki und Remonnay sind überzeugt, dass die Anlage eine grosse Akzeptanz geniesst in der Bevölkerung. Diese soll sensibilisiert und mobilisiert werden – und motiviert, das Schwimmbad tatsächlich zu besuchen. In nächster Nähe seien – bequem erreichbar – alle Möglichkeiten vorhanden, vom Spielplatz bis zur Grillstelle, schwärmt Uschi Remonnay. «Man hat alles hier, ohne wegfahren zu müssen.» Schön wäre, ergänzt Märki, wenn die Anlage ebenfalls wieder, wie in früheren Zeiten, vermehrt von der Schule genutzt würde. So, wie es der 59-Jährige von seinen eigenen Kindern her kennt.