Schule Windisch

«Situation in der Schulpflege ist unhaltbar»: SP und CVP erachten Rücktritte als beste Lösung

Blick auf die Schulanlage Dohlenzelg in Windisch.

Blick auf die Schulanlage Dohlenzelg in Windisch.

Nach Ressortentzug in der Schulpflege Windisch: SP und CVP nehmen Stellung zur aktuellen Situation in der Schulpflege Windisch.

«Die Situation in der Schulpflege Windisch ist unhaltbar», sagt Christoph Haefeli, Co-Präsident der SP Bezirk Brugg und Verantwortlicher für die SP-Ortsgruppe Windisch. Bekanntlich stehen Schulpflegerin Zeynep Karavus (CVP) und Vizepräsident Suad Maliqi (parteilos, von der SP portiert) seit Mitte Dezember ohne Ressorts da.

Schulpfleger Amir Nuredini (FDP) und Thomas Haller sowie Präsidentin Isabelle Bechtel (beide parteilos, von der SP portiert) haben den beiden alle Aufgaben entzogen (die AZ berichtete). Über die Gründe wurde Stillschweigen vereinbart. Gleichzeitig fordern 88 Lehrpersonen und Schulleiter mittels einer Unterschriftensammlung, dass Karavus und Maliqi sofort aus der Schulpflege zurücktreten.

Für die SP steht fest, dass die grossen Aufgaben wie Neuorganisation der Schulleitung und Schulverwaltung, IT-Projekt, vom Kanton verordnete Neuressourcierung, Lehrplan 21 und Schulhausneubau Dohlenzelg nur in einer funktionierenden Schulpflege zu bewältigen sind. «Ein Fünferteam, das sich persönlich nicht ‹lieben› muss, aber sachlich zusammenarbeitet, am gleichen Strick zieht und vorwärtsschaut», präzisiert Christoph Haefeli.

Beide Parteien führten intensive Gespräche mit den Schulpflegern

Mit den Details, die zum Ressortentzug geführt haben, kann und will sich die SP nicht befassen. Tatsache sei, dass Suad Maliqi und Zeynep Karavus ohne Ressorts dastehen und sämtliches Vertrauen im Gremium verloren haben. «Offenbar ist auch das Vertrauen im Gemeinderat und in der Lehrerschaft weg», fügt Haefeli an.

Der parteilose Maliqi wurde vor zweieinhalb Jahren von der SP Windisch offiziell für die Schulpflegewahlen portiert und unterstützt. Nun hat die Partei laut Haefeli mit Maliqi ein intensives und konstruktives Gespräch geführt und stark für einen schnellen Rücktritt argumentiert. Eine Delegation des CVP-Vorstands hat mit Zeynep Karavus, die seit zehn Jahren für die CVP-Ortspartei in der Schulpflege Windisch mitwirkt, ein intensives Gespräch geführt. «Ihre Bereitschaft, sich für eine öffentliche Arbeit, für die Schule Windisch, einzusetzen, sowie ihr Engagement in diesen zehn Jahren weiss die CVP zu schätzen», schreibt die Partei in ihrer Stellungnahme.

Die CVP hat Karavus nahegelegt, «in den kommenden Tagen ihre eigene Situation genau zu analysieren und zu prüfen, ob ein Rücktritt nicht nur für die Schule Windisch die beste Lösung darstellt, sondern auch für sie persönlich». Karavus sei von der Bevölkerung von Windisch in die Schulpflege gewählt worden. «Nur sie selber kann einen vorzeitigen Rücktritt erklären», hält die CVP fest.

Die SP vertritt die Meinung, dass ein Rücktritt von Suad Maliqi und Zeynep Karavus die beste Lösung für alle Beteiligten und somit letztlich für die Schule Windisch darstellt. Maliqi wird laut Haefeli in den kommenden Tagen seine Lage und Argumente analysieren und baldmöglichst zu einem Entscheid für oder gegen einen Rücktritt kommen. Für allfällige weitere koordinierende Schritte stehen die SP und die CVP in Kontakt miteinander.

Die CVP bedauert die erneuten Zerwürfnisse in der Schulpflege

Schulpflegerin Karavus wurde schon im Jahr 2016 sowie im Januar 2019 von verschiedenen Seiten zum Rücktritt aufgefordert. Die CVP bedauert, «dass es in der Schulpflege erneut zu Zerwürfnissen gekommen ist, und hofft, dass durch die richtigen Entscheide der beteiligten Personen die anstehenden Projekte mit frischen Kräften in Angriff genommen werden können».

Der Vertrauensverlust innerhalb der Schulpflege vonseiten Schulleitenden und Lehrerschaft sei gross. «Das Vertrauen dürfte nicht mehr hergestellt werden können», so die CVP. Eine sachliche Zusammenarbeit scheine nicht mehr möglich. Der CVP-Vorstand erachtet den Rücktritt der beiden Mitglieder ohne Ressort und Neuwahlen als Chance für die Schulpflege Windisch, «damit anstehende Herausforderungen zügig angepackt werden können».

Die SP wird nicht nur mit Maliqi, sondern auch mit den der SP nahestehenden Schulpflegemitgliedern, Isabelle Bechtel und Thomas Haller, in Kontakt bleiben. Die Partei findet, dass eine konstruktive Zusammenarbeit im faktisch derzeitigen Dreiergremium möglich ist. Zeynep Karavus und Suad Maliqi liessen die Fragen der AZ zur aktuellen Situation in der Schulpflege bisher unbeantwortet.

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