Lupfig

Solisten zeigten ihr Können

Die Blaskapelle Eigenamt blickte auf ihre 65-jährige Vereinsgeschichte zurück - zum Programm gehörte auch ein seltsames Paar.

Wenn jemand 65 Jahre alt wird, hat er allen Grund ausgiebig zu feiern. Die Blaskapelle Eigenamt lud aus diesem Anlass unter dem Motto «65 Jahre – und kein bisschen l(w)eise» in den Gasthof Ochsen nach Lupfig zu einem schwungvollen Jahreskonzert ein. Mit Polkas, Marschmusik, Walzer, aber auch Tango, Beat und Rag feiert sie zusammen mit ihren Gästen.
Ein seltsames Paar taucht nach dem ersten Marsch verspätet im Ochsen auf und setzt sich lautstark in die erste Reihe. Sie (gespielt von Susanne Sutter): ein grosser Fan der Blaskapelle; er (Willi Setz, ehemaliger Musikerkollege): ein Nörgler der sich fragt, warum er zu dem Konzert mit musste, wo er doch lieber zu Hause wäre. Die Musiker lassen sich davon nicht beirren und spielen flott die Polka «Goldene Trompeten». Spätestens jetzt bemerken alle im Saal, dass Dirigent Hans Binder, auch «Häse» genannt, sehr vielseitig ist: Er dirigiert nicht nur, er singt auch: «Grüss Gott ihr Freunde all».


«Bist du nun auch Fan?»


Moderatorin Barbara Gloor führt durchs Konzertprogramm und kündigt «Die beiden Spitzbuben» an, eine Polka, gespielt von den Trompetern Christian Meier und Bruno Frei. Das gesamte Programm ist gespickt mit Solostücken, die beim Publikum so gut ankommen, dass die Musiker sie gerne erneut spielen. «Gefällts dir auch?» fragt plötzlich die Frau des seltsamen Paares. Der Nörgler in der ersten Reihe wird langsam etwas gnädiger gegenüber der Blasmusik.

Hören Sie rein in das Jahreskonzert der Blaskapelle Eigenamt:

Hören Sie rein in das Jahreskonzert der Blaskapelle Eigenamt.

  


Präsident Ernst Seeberger erhebt sich und erzählt dem Publikum von der 65-jährigen Vereinsgeschichte. Im Jahr 1954 wurden sie als «Schache-Buebe Brugg» gegründet. Vor 25 Jahren hat die Kapelle dann entschieden, dass sie keine «Buebe» mehr sind und den Namen «Blaskapelle Eigenamt» angenommen – mit Vereinssitz in Lupfig. «Mit 65 steht man ja kurz vor der Pension…», erklärt Seeberger, macht eine kleine Pause und fährt fort: «…aber wir machen noch ein bisschen weiter» und lächelt dabei.

Kein bisschen leise wird es beim «Solotrommlermarsch», gespielt von Stefan Rupp, Martin Häberling und Fritz Habegger. Die Musiker schlagen so beherzt auf ihre Trommeln, dass auch die Gäste, die hinten im Saal sitzen, den Rhythmus spüren könnten. Die «Tenorhornklänge», gespielt von Herbert Jäggi und Christian Schaerer ziehen die Zuhörer in ihren Bann, wie auch die Zugposaunen bei «Fürstenfeld». Gegen Ende des Konzertes wirds mit dem Soloauftritt des Bassisten Martin Wobmann ganz gemütlich. «Bist Du nun endlich auch Fan geworden?», fragt dann die Frau in der ersten Reihe. Der Nörgler gesteht, dass er inzwischen die Musik mag und den Rest des Abends geniessen wird. So auch das Publikum, das abschliessend die Polka «Auf der Vogelwiese» mitsingt und mit einem lauten «Good bye, auf Wiedersehen» verabschiedet wird.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1