Habsburg

Start-up ist so erfolgreich, dass es den Lieferanten wechseln muss – nun gibt es Glühweingewürz aus Zanzibar

Sind mit ihrem Start-up erfolgreich unterwegs (v. l.): Vivienne Widmer, Mirko Hess und Aurel Hess. (Bild: Windisch, 22.11.2018)

Sind mit ihrem Start-up erfolgreich unterwegs (v. l.): Vivienne Widmer, Mirko Hess und Aurel Hess. (Bild: Windisch, 22.11.2018)

Das Habsburger Start-up-Unternehmen Glühweinwerk ist so erfolgreich, dass es den Gewürzlieferanten wechseln musste. Neu stammen diese nicht mehr aus Indonesien, sondern aus der afrikanischen Insel Zanzibar.

Was 2017 in Indonesien entstanden ist, wird jetzt auf Zanzibar, einer Insel im Indischen Ozean vor Tansania, fortgeführt. Das Start-up-Unternehmen Glühweinwerk aus Habsburg bezieht seine Gewürze neu von der afrikanischen Insel, wo der Anbau von Gewürzen Tradition hat.

Die Idee für Glühweinwerk entstand auf Bali in einem Pool. Die Brüder Mirko und Aurel Hess aus Habsburg waren damals auf Besuch bei ihrem Onkel. 2018 wurde das Unternehmen gegründet. Drei Gewürzmischungen für Glühwein werden seither verkauft. Das kam derart gut an, dass die Jungunternehmer Ende 2019 die Swiss Startup Challenge für sich entschieden und 10000 Franken Preisgeld abräumten (die AZ berichtete).

Gewürze sind biologisch und fair angebaut

Das führte nun dazu, dass das Unternehmen den Gewürzlieferanten wechseln musste. «Mit dem Erfolg der letzten Saison wurde uns klar, dass unser Gewürzlieferant in der Lage sein muss, uns schnell Gewürze nachzuliefern», sagt Vivienne Widmer, die im Team für die Kommunikation zuständig ist. «Leider war es unserer Lieferantin Valina nicht möglich, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Als kleines Familienunternehmen bedeutet diese Kurzfristigkeit einen hohen Aufwand.» Mit 1001 Organic von der Insel Zanzibar wurde ein Anbieter gefunden, der auf Anfrage rasch neue Gewürze liefern kann.

Fairtrade und soziales Engagement sind dem Start-up weiterhin wichtig. 1001 Organic ist ein biozertifiziertes Gewürzunternehmen, das sich für fairen, nachhaltigen und direkten Handel einsetzt. «Die Firma wendet wirtschaftliche Strategien an, um das soziale, ökologische und finanzielle Wohlergehen der Kleinbauernkooperativen zu fördern», sagt Widmer. «Da uns dies schon mit unseren Bauern auf Bali ein Anliegen war, sind wir froh, dass 1001 Organic uns dieses Wohlergehen garantieren kann.» Zudem biete die Zusammenarbeit noch mehr Transparenz. «Es kann genau rückverfolgt werden, welche Bauern beispielsweise unseren Zimt angebaut haben. Die Philosophie von 1001 Organic stimmt mit unserer überein.» Man stehe in engem Kontakt mit Raphael Flury, dem Geschäftsführer von 1001 Organic.

Glühweinwerk bezieht vom biozertifizierten Unternehmen 1001 Organic Gewürze wie Zimt, die auf der afrikanischen Insel Zanzibar angebaut werden.

Glühweinwerk bezieht vom biozertifizierten Unternehmen 1001 Organic Gewürze wie Zimt, die auf der afrikanischen Insel Zanzibar angebaut werden.

Für Glühweinwerk beginnt schon bald das Weihnachtsgeschäft. Die Mischungen – klassisch, intensiv und süsslich – sind die gleichen wie bis anhin. Bei den Weihnachtsgeschenken ist eine neue Geschenkbox hinzugekommen.

Mehr als die doppelte Menge wird produziert

Der Produktionsprozess ist ebenfalls gleich: «Wir haben in den letzten Monaten die Zusammenarbeit mit der Stiftung Faro vorbereitet und hatten letzte Woche Produktionsstart», sagt Widmer. Die Zusammenarbeit habe sich bewährt. Dieses Jahr wird Glühweinwerk mehr als die doppelte Menge von letztem Jahr produzieren. Die Nachfrage ist steigend, unter anderem aufgrund neuer Kollaborationen mit schweizweiten Verkaufsstandorten. Nach wie vor betreibt das Unternehmen aber ab Oktober wieder einen eigenen Webshop.

Erweitert wurde das Team um vier Freunde. «Sie unterstützen uns bei der Kunden-Akquise», sagt Widmer. «Wir sind gespannt, wie sich diese Ergänzung auf unsere Zahlen auswirkt.» Unsicher sei man, wie sich die Coronapandemie auf das Weihnachtsgeschäft auswirkt. Events wie die «Glüh-raves» im Gate 54 in Baden werde es dieses Jahr wohl nicht geben. Unklar ist auch, wie sich Firmen verhalten, die ihre Kunden mit Produkten von Glühweinwerk beschenkt haben. «Natürlich können wir nicht davon ausgehen, dass Weihnachtsgeschenke dieses Jahr grosse Priorität haben», sagt Widmer.

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