Bruggs Partnerstadt

Stipendium zu vergeben: Rottweil (D) sucht einen neuen Stadtschreiber – bewerben können sich auch Schweizer Autoren

In den historischen Mauern des bischöflichen Konvikts erhält der Stadtschreiber Kost und Logis.

In den historischen Mauern des bischöflichen Konvikts erhält der Stadtschreiber Kost und Logis.

In Bruggs deutscher Partnerstadt Rottweil ist der 20. Stadtschreiber gesucht. Das literarische Aufenthaltsstipendium bietet drei Monate Logis im historischen Gebäude des Bischöflichen Konvikts, Zeit für eigene Projekte und Eintauchen in das kulturelle Leben der Traditions-Stadt.

Drei Monate leben und arbeiten im traditionsreichen Rottweil: Autorinnen und Autoren können sich bis Mitte April be­werben für ein literarisches Aufenthaltsstipendium – auch solche aus der Schweiz. Die Stadtschreiberstelle in Bruggs deutscher Partnerstadt wird zum 20. Mal besetzt.

Ein Wohn- und Arbeitszimmer im historischen Gebäude des Bischöflichen Konvikts – dem kirchlichen Internat – ermöglicht der Stadtschreiberin oder dem Stadtschreiber, sich ab Mitte September eigenen Projekten zu widmen und zu schreiben, aber auch sich ins rege kulturelle Leben der Stadt zu stürzen und sich literarisch einzubringen.

Wenig ist verpflichtend, vieles ist möglich

Zusätzlich zum Dach über dem Kopf im Herzen der mittelalterlichen Stadt, zur Rundumversorgung sowie zur Aufnahme in die Gemeinschaft der Jugendlichen, kommt der Stadtschreiber – bei freier Kost und Logis – in den Genuss eines von der Stadt Rottweil und der Volksbank getragenen monatlichen Salärs von 1500 Euro.

Neben mindestens einer öffentlichen Lesung und der Durchführung einer offenen Jugendschreibwerkstatt ist wenig verpflichtend, aber sehr viel möglich, hält das Kulturamt der Stadt fest, das die Aktivitäten koordiniert. Ob Lesungen, Schul-Schreibworkshops, grenzüberschreitende Projekte mit Musik und bildender Kunst oder literarischer Stammtisch, die Möglichkeiten seien vielfältig. In enger Zusammenarbeit werde versucht, Ideen und Wünsche der Stipendiatin oder des Stipendiaten zu verwirklichen.

Im letzten Jahr gab es «Wohnzimmerlesungen»

Im Schnitt treffen zwischen 30 und 50 Bewerbungen ein, sagt Christiane Frank vom Kulturamt. Bewerben für ein Aufenthaltsstipendium könnten sich auch eher jüngere, aufstrebende Autorinnen und Autoren, für die eine Förderung wirklich hilfreich und sinnvoll sei.

Die Auswahl erfolgt durch eine Jury von Kulturamt und Konvikt in Zusammenarbeit mit dem Schriftstellerverband VS Baden-Württemberg. Bisher kamen übrigens 13 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Deutschland und 6 aus der Schweiz: Franco Supino, Sabine Reber, Patrick Boltshauser, Catalin Dorian Florescu, Doris Wirth, Dmitrij Gawrisch.

Die Erfahrungen mit den Stadtschreibern bezeichnet Christiane Frank als erfreulich. Manche seien sehr offensiv und nutzten die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln, sich inspirieren zu lassen. Andere wiederum seien froh über die Ruhe. Auch die Reaktionen aus der Bevölkerung seien in der Regel positiv. «Natürlich bleiben die extrovertierteren Stipendiaten eher im Gedächtnis», sagt Christiane Frank. Als Beispiel erwähnt sie den Stadtschreiber 2019, Alex Burkhard. Der Slam-Poet, der über Bühnenerfahrung verfügt, habe bei seinen Auftritten durchweg für Begeisterung gesorgt. Ausserdem habe er grosse Gefallen gefunden an den sogenannten privaten «Wohnzimmerlesungen», von denen er etliche absolvierte.

Einen bleibenden Eindruck hinterlassen daneben – unter anderem – auch die Ergebnisse der offenen Jugendschreibwerk­statt, die bei der Verabschiedung der Stadtschreiber vorgestellt werden.

Bewerbungen Einreichung von kurzem Moti­vationsschreiben mit Bild, Biobiblio­grafie und Textproben (maximal 10 Seiten) bis 15. April an: kultur@rottweil.de oder Kulturamt Rottweil, Stichwort: «Stadtschreiber», Hauptstr. 23, D-78628 Rottweil. Informationen unter: Kulturamt Rottweil, Telefon 0049 741 494 301, christiane.frank@rottweil.de.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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